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Erste Nutzer bei European XFEL

20.09.201718:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) In der vergangenen Woche haben die ersten Forscherinnen und Forscher mit Experimenten den Forschungsbetrieb am weltgrößten Röntgenlaser in Schenefeld eingeleitet.

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„Das ist ein sehr wichtiges Ereignis, und wir freuen uns sehr über die ersten Nutzer. Wir können nun die Möglichkeiten der Einrichtung erstmals im vollen Betrieb testen“, erklärte European XFEL Geschäftsführer Prof. Robert Feidenhans’l. „Die Mitarbeiter bei den Instrumenten und die unterstützenden Gruppen haben in den letzten Wochen und Monaten große Fortschritte erzielt. Gemeinsam mit den ersten Nutzern nehmen wir nun die Instrumente in Betrieb und sammeln erste wichtige wissenschaftliche Daten. Gleichzeitig werden wir den Ausbau unserer Einrichtung weiter vorantreiben und uns auf die Integration und Stabilität der Messinstrumente konzentrieren.“



In der unterirdischen Experimentierhalle der neuen internationalen Forschungseinrichtung stehen den Nutzern derzeit die beiden Instrumente FXE (Femtosecond X-Ray Experiments) und SPB/SFX (Single Particles, Clusters, and Biomolecules / Serial Femtosecond Crystallography) zur Verfügung.

Das FXE-Instrument dient der Erforschung von extrem schnellen Prozessen. Es ermöglicht es, „Molekülfilme“ aufzunehmen und so den Ablauf chemischer Reaktionen zu beobachten. Davon erhoffen die Forscher beispielsweise neue Erkenntnisse darüber, wie Katalysatoren funktionieren oder wie Pflanzen Licht in nutzbare chemische Energie umwandeln. Die ersten sieben Experimente spiegeln die Bandbreite der am Instrument verfügbaren Methoden und Forschungsgebiete wider. Es sollen unterschiedliche spektrographische Methoden zum Einsatz kommen, mit denen sich extrem schnelle Reaktionsschritte und Elektronenbewegungen in Molekülen beobachten lassen. Die ersten Forschergruppen werden beispielsweise organische LEDs oder die Rekombination von Stickstoff und Sauerstoff im Muskelprotein Myoglobin untersuchen.

Am SPB/SFX-Instrument werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Biomoleküle und biologische Partikel untersuchen, bei denen andere Methoden nur schwer angewandt werden können. Ziel ist es, Struktur und Funktion der Moleküle besser zu verstehen. Mit einigen der ersten sieben Experimente am Instrument SPB/SFX wollen die Wissenschaftler Methoden für die neuen Forschungsmöglichkeiten am European XFEL entwickeln oder den Verbrauch von kostbarem Probenmaterial für die Erforschung biologischer Prozesse minimieren. Andere Gruppen werden biologische Strukturen wie das Melbourne-Virus oder Prozesse wie die Spaltung von Wasser in der Photosynthese untersuchen.

Im Rahmen dieser ersten Vergabe von Strahlzeit von September 2017 bis März 2018 konnten insgesamt Bewerbungen von 14 Gruppen berücksichtigt werden, an denen jeweils bis zu 80 Forscherinnen und Forscher beteiligt sind. Die Wissenschaftler, die aus unterschiedlichen Teilen der Welt kommen, erhalten jeweils etwa fünf Tage mit je 12 Stunden Strahlzeit für ihre Experimente.

Über European XFEL

Der European XFEL in der Metropolregion Hamburg ist eine Großforschungsanlage der Superlative: 27 000 Röntgenlaserblitze pro Sekunde und eine Leuchtstärke, die milliardenfach höher ist als die besten Röntgenstrahlungsquellen herkömmlicher Art, werden völlig neue Forschungsmöglichkeiten eröffnen. Forschergruppen aus aller Welt können an dem europäischen Röntgenlaser atomare Details von Viren und Zellen entschlüsseln, dreidimensionale Aufnahmen im Nanokosmos machen, chemische Reaktionen filmen und Vorgänge wie die im Inneren von Planeten untersuchen. Die European XFEL GmbH ist eine gemeinnützige Forschungsorganisation, die eng mit dem Forschungszentrum DESY und weiteren internationalen Institutionen zusammenarbeitet. Sie beschäftigt mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit Kosten von 1,22 Milliarden Euro (Preisniveau 2005) für Bau und Inbetriebnahme und einer Länge von 3,4 Kilometern ist European XFEL eines der größten und ambitioniertesten europäischen Forschungsprojekte. Derzeit beteiligen sich elf Länder: Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Russland, Schweden, die Schweiz, die Slowakei, Spanien und Ungarn; Großbritannien befindet sich im Beitrittsprozess. Deutschland (Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein) trägt 58 Prozent der Kosten für die neue Einrichtung, Russland 27 Prozent. Die anderen Partnerländer sind mit ein bis drei Prozent beteiligt.

Kontakt: Dr. Bernd Ebeling, +49 40 8998 6921, E-Mail

Weitere Informationen:
- http://www.xfel.eu/aktuelles/news/index_ger.html?openDirectAnchor=1326&two_columns=0 Presseinformation auf der Website mit Bildern zum Download
- http://www.xfel.eu

Quelle: idw

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