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Climate Engineering Conference 2017: Geoengineering für den Klimaschutz?

07.09.201710:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Climate Engineering Conference 2017: Geoengineering für den Klimaschutz?
Geoengineering-Maßnahmen zur Reflektion von Sonnenlicht (senffarben) und zur CO2-Entfernung (lila) (Grafik © IASS)
Geoengineering-Maßnahmen zur Reflektion von Sonnenlicht (senffarben) und zur CO2-Entfernung (lila) (Grafik © IASS)

(openPR) Auf der Climate Engineering Conference 2017 diskutieren internationale Experten im Oktober über kontroverse Eingriffe ins Erdsystem

Ist Geoengineering für den Klimaschutz und die Umsetzung des Pariser Abkommens notwendig? Welche Risiken und Nebenwirkungen wären mit Interventionen ins Klima verbunden und wer würde über ihren Einsatz entscheiden? Vom 9. bis 12. Oktober diskutieren internationale Expertinnen und Experten aus Forschung, Politik und Zivilgesellschaft bei der weltweit größten Konferenz zum Thema, der Climate Engineering Conference 2017 (CEC17), in Berlin über die komplexen ethischen, politischen und wissenschaftlichen Fragen, die sich aus Geoengineering-Ansätzen ergeben.



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Das IASS lädt Journalistinnen und Journalisten anlässlich der Konferenz zum Pressegespräch ein:

„Mit Geoengineering gegen den Klimawandel?“
Wann: Dienstag, 10. Oktober 2017 von 12:45 bis 13:45 Uhr
Wo: Umweltforum, Pufendorfstr. 11, 10249 Berlin (2. Stock)

Mit Mark Lawrence, geschäftsführender wissenschaftlicher Direktor am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) in Potsdam. Der Atmosphärenwissenschaftler verantwortet die Forschung zu Climate Engineering am IASS.
David Keith, Professor für angewandte Physik und Politik an der Universität Harvard. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Wissenschaft, Technologie und Politik des Solar Geoengineering. Er ist Gründer der Firma Carbon Engineering, die Technologien entwickelt, um CO2 aus der Luft zu holen.
Lili Fuhr, Referentin für Internationale Umweltpolitik bei der Heinrich-Böll-Stiftung. Die Geografin setzt sich für Klimagerechtigkeit, radikale Emissionsreduktionen und die Renaturierung von Ökosystemen ein.
Pablo Suarez leitet den Bereich Forschung und Innovation am Red Cross Red Crescent Climate Centre. Der argentinische Systemdynamik-Modellierer hebt hervor, dass die Rechte und Bedürfnisse jener Menschen, die vom Klimawandel besonders betroffen sind, in der Diskussion über Climate Engineering stärker berücksichtigt werden sollten.
Sprache: Englisch (mit deutscher Übersetzung)

Hintergrund: Die Sonne dimmen oder Treibhausgase absaugen?

Trotz des Pariser Klimaabkommens: Die Drosselung der weltweiten Treibhausgasemissionen verläuft schleppend, Strategien zur Anpassung an den Klimawandel stehen noch am Anfang. Werden Geoengineering-Ansätze im Wettlauf mit dem Klimawandel zunehmend eine Rolle spielen – und wenn ja, wie können die potenziellen Risiken bestimmt und begrenzt werden?

Zwei unterschiedliche Typen von Technologien werden derzeit diskutiert: Die Methode der Kohlendioxidentfernung (Carbon Dioxide Removal, CDR) zielt darauf ab, das Treibhausgas CO2 mit verschiedenen Methoden aus der Atmosphäre zu entfernen. Die Änderung der Strahlungsbilanz (Solar Radiation Management, SRM) dagegen soll dafür sorgen, dass weniger Sonnenlicht die Erdoberfläche erreicht.

Wird die Menschheit in Zukunft CO2 durch großflächigen Anbau von Energiepflanzen aus der Luft einfangen und unter der Erde verpressen? Nahezu alle der ehrgeizigen Szenarien des Weltklimarats (IPCC), die das Ziel einhalten, die globale Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, basieren bereits auf der Annahme, dass diese sogenannte BECCS-Methode (Bio-Energy with Carbon Capture and Storage) in großem Maßstab zum Einsatz kommt. Allerdings bräuchte es für eine solche Bioenergie-Erzeugung mit CO2-Abscheidung riesige Flächen an Ackerland – ein echtes Problem.

Eine deutlich stärkere Hebelwirkung bei der Veränderung der Temperatur hätten Maßnahmen zur Reflektion von Sonnenlicht ins All, wenn ihre Umsetzung politisch und technisch möglich wäre. Doch Ansätze wie das Einbringen von Aerosolen in höhere Luftschichten, um das Licht abzulenken, bergen hohe Risiken und haben politische Auswirkungen, die noch problematischer sein könnten als die technologischen Fragen. Mit dem Einsatz von SRM könnten zum Beispiel Extremwettereignisse zu politischen Schuldzuschreibungen und Spannungen führen und zu Konfliktauslösern werden.

CEC 2017: Forum für eine kritische, globale und transparente Diskussion

Angesichts der Potentiale und globalen Auswirkungen von Geoengineering ist eine kritische, transparente und offene Diskussion über die Erforschung, Regulierung und das Für und Wider möglicher großtechnischer Eingriffe ins Klima dringend nötig.

Nach dem Erfolg der Climate Engineering Conference im Jahr 2014 bringt die zweite Climate Engineering Conference 2017 rund 250 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu vier Tagen intensiven Austauschs in Berlin zusammen. Darunter sind rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Entwicklungs- und Schwellenländern, zum Teil von Nichtregierungsorganisationen, die zur Konferenz und zum begleitenden Treffen der Solar Radiation Management Governance Initiative erwartet werden.

Bei einer Podiumsdiskussion zur CEC17 am 10. Oktober ab 18:30 Uhr im Haus der Kulturen der Welt diskutieren David Keith (Harvard), Janos Pasztor (Carnegie Climate Geoengineering Governance Initiative), Lili Fuhr (Heinrich-Böll-Stiftung), Pablo Suarez (Red Cross Red Crescent Climate Centre), Oliver Geden (Stiftung Wissenschaft und Politik), Liz Thompson (ehemalige Stellvertretende UN-Generalsekretärin) und Oliver Morton (Autor des Buches „A Planet Remade“) über Geoengineering im Kontext des Pariser Klimaabkommens.

Gastgeber der Climate Engineering Conference ist – wie schon 2014 – das Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS). Partner sind das Haus der Kulturen der Welt (HKW), die Solar Radiation Management Governance Initiative (SRMGI) und die Carnegie Climate Geoengineering Governance Initiative (C2G2).

Mehr Informationen und das Programm finden Sie unter www.ce-conference.org

Bitte schicken Sie Ihre Anmeldung zum Pressegespräch und der CEC17 baldmöglichst, spätestens bis 4. Oktober um 16 Uhr per E-Mail an E-Mail. Wir weisen darauf hin, dass die Anzahl der Plätze aufgrund räumlicher Gegebenheiten begrenzt ist.

Bei Rückfragen und zur Vereinbarung von Interviews wenden Sie sich bitte an
Eva Söderman / Anja Krieger
Presse & Kommunikation
Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung/
Institute for Advanced Sustainability Studies e.V. (IASS)
Berliner Straße 130, 14467 Potsdam
Tel. +49 (0)331 288 22-340/479
Fax +49 (0)331 288 22-310
E-Mail E-Mail / E-Mail
www.iass-potsdam.de

Das IASS forscht mit dem Ziel, Transformationsprozesse hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft aufzuzeigen, zu befördern und zu gestalten, in Deutschland wie global. Der Forschungsansatz des Instituts ist transdisziplinär, transformativ und ko-kreativ: Die Entwicklung des Problemverständnisses und der Lösungsoptionen erfolgen in Kooperationen zwischen den Wissenschaften, der Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein starkes nationales und internationales Partnernetzwerk unterstützt die Arbeit des Instituts. Zentrale Forschungsthemen sind u.a. die Energiewende, aufkommende Technologien, Klimawandel, Luftqualität, systemische Risiken, Governance und Partizipation sowie Kulturen der Transformation. Gefördert wird das Institut von den Forschungsministerien des Bundes und des Landes Brandenburg.

Weitere Informationen:
- http://www.ce-conference.org Weitere Informationen und das Programm der CEC17
- http://www.ce-conference.org/reporting-the-conference Akkreditierungshinweise

Quelle: idw

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