(openPR) Nach Prof. Fritz Simon gibt es zwei Arten von Koppelung:
a)
die feste Koppelung, vergleichbar den Waggons in einem Zug und
b)
die lose Koppelung, vergleichbar den Autos auf einer Autobahn.
Als Beispiel für die feste Koppelung ist das System des Physischen und das System des Psychischen genannt. Feste Koppelung bedeutet dabei, dass die beiden „Waggons“ Physis und Psyche zwar voneinander unterschieden sind, sie aber dennoch immer die gleiche Richtung haben, d.h. da wo der eine Waggon hinfährt, fährt – gewollt oder ungewollt - auch der andere Waggon hin.
Oder wieder anders gedrückt:
Beide Waggons teilen miteinander dasselbe Richtungsschicksal.
Am Beispiel der Körperhaltung lässt sich das sehr gut nachvollziehen:
In einem Experiment wurde eine Gruppe von Menschen gebeten, für 8 Minuten in gekrümmter Körperhaltung zu sitzen, während eine andere Gruppe gebeten wurde, aufgerichtet in gerader Körperhaltung zu sitzen. Danach wurde mit beiden Gruppen ein Test zum Durchhaltevermögen bei einer frustrierenden Aufgabe gemacht, - hier stapelweise Puzzleteile zusammen legen -.
Das Ergebnis war, dass die Gruppe mit der gekrümmten Körperhaltung, - weil dadurch Themen im psychischen System wie Depression, Aufgeben, Mutlosigkeit aktiviert worden waren -, viel schneller in der Mutlosigkeit mit den entsprechenden Verhaltenskonsequenzen landete als die andere Gruppe.
Fazit:
Der Mensch kann also über das psychische System auf das physische System Einfluss nehmen und umgekehrt über das physische System auch das psychische System beeinflussen.
Dazu ein zweites Experiment:
Eine Gruppe von Menschen wurde gebeten, einen Stift mit den Lippen zu halten, eine andere Gruppe sollte den Stift mit den Zähnen halten.
Wenn man einen Stift mit den Lippen hält, dann wird dadurch ein Muskel aktiviert, der verhindert, dass ein anderer Muskel aktiviert werden kann, nämlich der Muskel, der für das Lächeln benötigt wird.
Das heißt: Durch den Lippen-Stift wird das Lächeln verhindert.
Hält man den Stift dagegen mit den Zähnen fest, dann wird genau der Muskel aktiviert, der sonst fürs Lächeln zuständig ist. Mit anderen Worten: Durch den Zähne-Stift wird das Lächeln erzeugt.
Danach wurden beiden Gruppen Cartoons vorgelegt, wobei die Gruppe mit dem Lippen-Stift den Cartoons natürlich einen vehement geringeren Lustigkeitsgrad beimaß als die Gruppe mit dem Zähne-Stift.
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