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Weibliche Nachfolge: Ausnahme oder Regelfall?

09.08.201709:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Weibliche Nachfolge: Ausnahme oder Regelfall?
Dr. Dominique Otten-Pappas (li.) und Dr. Daniela Jäkel-Wurzer (re.) ()
Dr. Dominique Otten-Pappas (li.) und Dr. Daniela Jäkel-Wurzer (re.) ()

(openPR) Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) veröffentlicht neue Studie zur aktuellen Situation im Generationswechsel deutscher Familienunternehmen

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Traditionen sind die Grundpfeiler von Familienunternehmen. Sie sind Chance und Hindernis zugleich, denn der Umgang mit ihnen entscheidet über Erfolg oder Niederlage und somit über den Fortbestand des Unternehmens als Familienunternehmen. Die Traditionen in den Unternehmerfamilien stammen oft noch aus vergangenen Zeiten, wodurch in der Vergangenheit die Möglichkeiten für Töchter, die Nachfolge anzutreten, eingeschränkt waren. Ziel und Anliegen der aktuellen WIFU-Studie „Weibliche Nachfolge: Ausnahme oder Regelfall?“ ist es festzustellen, inwieweit daraus resultierende Restriktionen noch heute wirksam sind und welche Auswirkungen diese auf die Nachfolgerinnen haben.



Als ein zentrales Ergebnis der Studie belegen die beiden Autorinnen Dr. Dominique Otten-Pappas und Dr. Daniela Jäkel-Wurzer, dass die Variable Geschlecht als Einflussfaktor im Rahmen der Nachfolge an Bedeutung verliert. Muster wie das der Primogenitur (bezeichnet die Ordnung der Erbfolge, nach welcher nur der erstgeborene Sohn die Nachfolge antritt) verlieren ihre verlässliche Orientierungsfunktion. Hier bekommen die Töchter eine bedeutende Rolle. Indem sie die Führung des Familienunternehmens als Karrierechance nutzen, bieten sie gleichsam eine Perspektive für die Frage nach der Weiterführung der Unternehmen – auch angesichts fehlender Nachfolger. Familienzugehörig, gut qualifiziert und vor allem begeistert und motiviert, füllen sie immer zahlreicher die Leerstellen in den Spitzenpositionen im Generationenwechsel des deutschen Mittelstandes. Mit ihrer Bereitschaft zur Verantwortung stehen diese Töchter als sichtbare Rollenvorbilder und treiben damit den Wandel wahrscheinlich schneller voran als jede Quote es könnte.

Mit der Studie zeigen die beiden Forscherinnen auch, dass mit der weiblichen Nachfolge neue Herausforderungen entstanden sind. Insbesondere die Doppelrolle, die angesichts traditioneller Rollenbilder in der Familie noch sehr belastend für junge Frauen ist, fordert neue Modelle: So gilt es, die Gleichstellung innerhalb der Paarbeziehung stärker voranzutreiben. Rollenbilder müssen reflektiert und das neue Vater-Bild gestärkt werden. Besonders in Punkto Flexibilität treffen die Bedürfnisse von Frauen, denen immer noch die Hauptlast der Betreuungsaufgaben obliegt, und die Bedürfnisse der Generation Y zusammen. Wenn das Privatleben und die Betreuung der Kinder kein Frauenthema mehr ist, sondern alle Arbeitnehmer einer Generation betrifft, müssen neue Modelle der Arbeit erfunden werden, die diese Vereinbarkeit nicht nur tolerieren, sondern sie für alle uneingeschränkt möglich machen.

Als Fazit wird deutlich, dass eine Vielzahl von Veränderungen im Feld der Nachfolge in Deutschland mit einer Vielzahl neuer Modelle beantwortet werden will. Diese Studie stellt eine Momentaufnahme in einem fließenden Entwicklungs-Prozess dar, den es weiter zu beobachten gilt.

„In der Studie geht es nicht darum, zu zeigen, dass weibliche Nachfolge schwieriger ist. Unserer Meinung nach ist sie in machen Aspekten einfach anders“, so Dr. Dominique Otten-Pappas, Autorin der Studie. „Ziel ist es, die Nachfolge durch Frauen in deutschen Familienunternehmen, so wie sie sich aktuell gestaltet, zu beschreiben.“

„In der Vergangenheit war weibliche Nachfolge wirklich ein Ausnahmefall. Heute haben sich die äußeren Rahmenbedingungen zum Teil bereits stark zum Vorteil der Frauen verändert“, ergänzt Dr. Daniela Jäkel-Wurzer. „Für viele Frauen ist es eine Chance, im Familienunternehmen ihren Weg zu machen. Eine Chance, die viele der potenziellen männlichen Nachfolger vor dem Hintergrund vielfältiger anderer Möglichkeiten häufig nicht nutzen oder als solche erkennen.“

„Die Studie liefert ein erstes Bild über die veränderten Rollenmodelle in Bezug auf weibliche Nachfolge und hilft uns, die Denkweisen der Generation Y besser zu verstehen“, freut sich auch Prof. Dr. Tom A. Rüsen, geschäftsführender Direktor des WIFU. „Sie setzt einen Meilenstein unserer knapp zehnjährigen Forschung zu Töchtern in Nachfolgeprozessen.“

Die Studie steht auf der Homepage des WIFU (www.wifu.de) kostenlos zur Verfügung. Weitere Information erhalten Sie bei Nicole Vöpel unter E-Mail oder +49 2302 926-506.

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.400 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

Das Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) der Wirtschaftsfakultät der Universität Witten Herdecke ist in Deutschland der Pionier und Wegweiser akademischer Forschung und Lehre zu Besonderheiten von Familienunternehmen. Drei Forschungs- und Lehrbereiche – Betriebswirtschaftslehre, Psychologie/Soziologie und Rechtswissenschaften – bilden das wissenschaftliche Spiegelbild der Gestalt von Familienunternehmen. Dadurch hat sich das WIFU eine einzigartige Expertise im Bereich Familienunternehmen erarbeitet. Seit 2004 ermöglichen die Institutsträger, ein exklusiver Kreis von 75 Familienunternehmen, dass das WIFU auf Augenhöhe als Institut von Familienunternehmen für Familienunternehmen agieren kann. Mit aktuell 18 Professoren leistet das WIFU mittlerweile seit achtzehn Jahren einen signifikanten Beitrag zur generationenübergreifenden Zukunftsfähigkeit von Familienunternehmen.

Quelle: idw

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