(openPR) F.A.Z. Frankfurt, 9. August. Mit der Entscheidung des Landgerichts Saarbrücken über die DocMorris-Apotheke ist nach Einschätzung von Celesio-Vorstandschef Fritz Oesterle eine "höchst unbefriedigende Situation" entstanden - weil man nun im Saarland beliebig Apotheken eröffnen könne, im Rest der Republik aber nicht. Der Chef des größten europäischen Pharmahändlers sagte im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagsausgabe): "Das Kasperletheater machen wir nicht mit. Celesio wartet bis die Situation stabil ist." Er erwarte auch nicht, daß ein anderes Großunternehmen im großen Stil in den Markt einsteigen werde, solange es keine bundeseinheitliche Regelung gibt. Oesterle forderte die Politik auf zu handeln, solange sie noch gestalten könne: "Wir dürfen dieses sensible Thema nicht den Gerichten überlassen." Zu befürchten wäre ein Wildwuchs, so der Celesio-Chef: "Manche Drogerie und mancher Supermarkt würde bestimmt eine Apotheken-Ecke einrichten und dort mit Kampfpreisen beispielsweise für Schmerzmittel werben. Mancher Kunde bringt dann dorthin auch sein Rezept - und damit verlieren Apotheken in Vorstädten oder auf dem Land ihre wirtschaftliche Basis. Die hätten dann nur noch Lückenbüßerfunktion für Notfälle. Davon kann kein Apotheker leben", sagte Oesterle der F.A.Z. Er schlägt vor, die Ansiedlung von Apotheken ähnlich zu reglementieren wie die Zulassung von Ärzten. Celesio erwirtschaftet den weitaus größten Teil seines Umsatzes von zuletzt 20,5 Milliarden Euro als Großhändler für Apotheken in ganz Europa. In einigen Ländern, wo dies möglich und entsprechend geregelt ist, betreibt Celesio auch Apotheken-Ketten, was einen zunehmenden Teil zum Gewinn beiträgt.
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