(openPR) Pharmazie und Kunst. Nach den Grafiken „Können diese Augen lügen?“ und der „DOKMODe –Grafik gibt es jetzt eine dritte Grafik des bekannten Duisburger Apothekers und Aktionskünstlers Rudolf Kley „Von Wirtschaften und Vettern!“ Diese Grafiken, die sich jeder kostenlos unter www.deapo.de herunterladen kann, sollen Apotheken und Patienten - als Talisman an der Wand aufgehängt - vor bösen Geistern in der Pharmazie schützen. Normalerweise hält Rudolf Kley nichts von Esoterik: „Aber was ist heute schon normal? Ist es normal, wenn ein Geschäftspartner sich so verhält wie es Celesio mit dem Kauf von DocMorris getan hat? Anstatt den Laden - der aussieht wie eine Apotheke, nach deutschem Apothekenrecht aber nicht als solche betrieben werden darf- sofort zu schließen, wetteifert er jetzt mit seinen Stammkunden um die gleichen Rezepte. Fair ist das nicht!“ Bereits im vergangenen Jahr gab es die Versöhnungsgrafik im Gesundheitswesen, die vor den Folgen der missratenen Gesundheitsreform schützt. Kley: „Bei ihrem Anblick wird man immer daran erinnert, dass man jetzt nicht mehr krank werden darf!“
Alle guten Dinge sind drei, sagt man. Aus Apothekersicht lässt sich auch das Schlechte personifizieren und an der Zahl Drei festmachen. An Dr. Fritz Oesterle, seines Zeichens Vorstandschef der CelesioAG, zu der auch die Pharmagroßhandel GEHE gehört, der Doc Morris gekauft hat, an Ralf Däinghaus, dem Begründer von DocMorris und an dem Gesundheitsminister Josef Hecken, dem Heckenschützen aus dem Saarland, der auf das Deutsche Apothekenrecht scheißt – pardon – schießt. Nach deutschem Recht dürfen Kapitalgesellschaften wie Doc Morris zum Schutz des Patienten keine Apotheke betreiben. Trotzdem hat der saarländische Gesundheits- und Justizminister Josef Hecken die Eröffnung einer Doc Morris Apotheke in Saarbrücken genehmigt.
Zwischen Fritz Oesterle und Josef Hecken gibt es eine Verbindung, über deren Folgen sich ausgiebig diskutieren lässt. Die Apotheker kennen das: keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Josef Hecken hat nach seiner Tätigkeit als Leiter des Ministerbüros bei Arbeitsminister Blüm 1998 auf den Stuhl des Abteilungsleiter für personalpolitische Grundsatzfragen beim Metro-Konzern gewechselt und dort Erfahrungen gesammelt, wie ein Konzern wie die Metro, zu dem beispielsweise Media Markt, Saturn, Real und Galeria Kaufhof gehören, funktioniert. „Ob er, zurück in der Politik und aufgerückt zum Justiz- und Gesundheitsminister des Saarlandes, nun in alter Verbundenheit zu seinem früheren Arbeitgeber das Placet für die DocMorris-Apotheke in Saarbrücken erteilte, ob schon eine Strategie von Seiten der Schiene Metro – Haniel – Celesio bestand, Spekulationen darüber liegen nahe.“ (ÖAZ aktuell 14/2007)
Wie dem auch sei, Celesio verfolgt mit der Pharmagroßhandlung Gehe jetzt offensichtlich nur eine Strategie: den Aufbau einer Apothekenkette in Deutschland – sobald sie denn rechtlich möglich ist. „Kollege“ Josef Hecken hat hierzu im vergangenen Jahr den Startschuss abgegeben. So funktioniert eben Politik. Kein Wunder, dass viele sie für ein ganz schmutziges Geschäft halten. So wirkt sie eben nach draußen, wenn man Spekulationen zulässt und fördert.
Allerdings befürchtet der Celesio-Chef Einbußen, wenn es zu ungeregelten Ketten-Niederlassungen in Folge einer völlig unregulierten Liberalisierung, zu einem „Wildwest-Szenario“ kommt. Deshalb hat er die Bundestagsabgeordneten, die noch im Herbst mit großer Mehrheit einen Antrag der Grünen zum Fremd- und Mehrbesitz abgelehnt hatten, angeschrieben. Die Politik dürfe „den ordnungspolitischen Rahmen nicht den Gerichten überlassen“, schreibt derjenige, der nun selbst eine nach deutschem Recht illegale Apotheke betreibt, den Abgeordneten ins Stammbuch. Deutschland auf dem Weg in die Bananenrepublik? Da kann man sich doch besser gleich eine Grafik aufhängen.
Rudolf Kley
Apotheker und Aktionskünstler













