(openPR) Daß in Deutschland immer noch mehr als 6 Millionen Menschen arbeitslos sind, obwohl die Konjunktur doch angeblich so gut läuft, ist kaum zu glauben. Das ist eine Größenordnug wie zur Zeit der Weimarer Republik. Aber es ist wahr. Zu den ca. 2,5 Millionen Arbeitslosen, die offiziell in der diesbezüglichen Statistik erfaßt werden, kommen die 3,5 Millionen, die in irgendwelchen „Maßnahmen“ geparkt werden, um sie aus der Arbeitslosenstatistik herauszuhalten und so das häßliche Bild für die ahnungslosen Büreger zu schönen. Es handelt sich dabei um Menschen, die eine „falsche“ Qualifikation haben, meistens überqualifiziert sind für Billigjobs, zu alt oder zu teuer oder einfach nicht handhabbar für den Sklavenmarkt.
In Wahrheit befinden sich unter diesen Unglücklichen zahlreiche exzellente Fachleute, deren Arbeit auf billigere Ersatzkräfte verteilt wurde – mit den zu sichtbaren Folgen für die Arbeitsqualität. Auf der anderen Seite klagen Unternehmen ständig über fehlende Arbeitskräfte. Sie suchen die eierlegende Wollmilchsau, die nichts frißt. Aber Qualität kostet eben Geld.
Es gelingt anscheinend nicht, unter den gegebenen Umständen Fach- und Sachverstand und den entsprechenden Bedarf der Unternehmen an diesen, in Einklang zu bringen. Ähnlich sieht es bei den Berufsanfängern aus, die nicht selten – von der Schule schlecht vorbereitet – nicht einmal geringsten Anforderungen der Ausbildungsbetriebe genügen. Und die, die den Anforderungen genügen, drehen nicht selten erst einmal als Praktikanten sinnlose und ihr Lebenseinkommen mindernde Runden.
Zukunftsorientierte Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik sehen anders aus. In dieser Beziehung lebt Deutschland von seiner Substanz. Die geht aber zusehends zur Neige. Maschinen können zwar zunehmend auch anspruchsvollere menschliche Arbeit übernehmen, aber längst nicht jede Arbeit. Und nicht zu vergessen: Die Maschinen, die Menschen ersetzen, brauchen weder Lebensmittel noch Kleidung, kaufen keine Autos und mieten keine Wohnungen. Darüber sollten sich die „Eliten“ Gedanken machen, bevor das schon deutlich sichtbare Problem der nahen Zukunft einer autonomen Lösung entgegen strebt. Die Zeit läuft.
Zur Neige geht auch die Luft in den riesigen Spekulationsblasen in aller Welt. Die Börsenkurse von Aktien spiegeln längst nicht mehr den langfristigen Wert der Unternehmen wider, der auf ihrer nachhaltig zu erwartenden Ertragskraft beruht. Wie auch die Kurse der Anleihen sind sie nichts weiter als Blähungen, verursacht durch eine letale Überdosis Fiat-Geld.
Die derzeitigen Kurse von Aktien und Anleihen sind nichts weiter als eine Auswirkung der Geldmengenausweitung zum Nulltarif. Banken und Großinvestoren schwimmen im Geld und kaufen lieber Anleihen und Aktien als es für 0,4 Prozent Strafzinsen bei der Notenbank zu parken oder durch Kreditvergabe Risiken einzugehen. Aber das Ponzi-Spiel der Notenbanken, insbesondere der EZB, neigt sich dem Ende zu. Nicht freiwillig und aus besserer Einsicht der Verantwortlichen, sondern weil es sehr viel mehr schadet als es nützt. Leider ist es zu spät, um den Unfug einfach sang- und klanglos zu beenden oder gar rückgängig zu machen. Die angerichteten Schäden können nicht repariert werden. Man muß das in seiner Grundstruktur zerfressene, baufällige Gebäude einstürzen lassen, um es danach neu aufzubauen.
Aber die Kollateralschäden der unvermeidlichen autonomen Krisen“lösung“ werden immens sein. Wenn die FED den Leitzins z.B. von momentan 1 Prozent bis Ende kommenden Jahres auf 3 Prozent anheben würde, hätte das dramatische Folgen. Der sogenannte Spread zwischen 2jährigen und 10jährigen US-Anleihen liegt derzeit bei ca. 1 Prozent. Die Rendite 10jähriger Anleihen bei ca. 2,3 Prozent. Da kann man sich ausrechnen, was mit den Kursen dieser – und aller anderen – Anleihen geschehen wird. Es lohnt sich, zur mentalen Vorbereitung einen Blick auf die Entwicklung von Renditen und Kursen zwischen Juli 2016 und März 2017 zu werfen. Das wird die FED nicht riskieren und deshalb wird die entsprechende Erwartung der Spekulanten die langfristigen Zinsen in den USA eher sinken lassen. Es ist gut möglich, daß die kurzfristigen Zinsen dann sogar höher als die langfristigen steigen – mit allen Folgen für die Finanzmärkte.
In diesem Zusammenhang muß auch bezweifelt werden, daß die FED in der Lage sein wird, mit dem Wiederverkauf von aufgekauften Anleihen zu beginnen. Der Plan ist ja, innerhalb der kommenden sieben Jahre Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere im Umfang von ca. 3 Billionen Dollar zu verkaufen. Das *-Spiel treibt offensichtlich seinem Finale zu. Oder um ein anderes Bild zu gebrauchen: Es scheint, daß der Tiger seine Reiter bald abwerfen und fressen wird.
Was der US-Dollar am Ende noch wert sein wird? Vor allem wenn es außer Rußland und China auch andere Staaten allmählich leid werden, den überbewerteten Dollar noch als Reservewährung zu halten und den USA damit unbesicherten kostenlosen Kredit zu geben. Denn die USA sind längst hoffnungslos überschuldet. Entsprechend sieht es mit ihrer realen Kreditwürdigkeit aus. Solange der Dollar – wenn auch in abnehmendem Umfang – weltweit noch alternatives Zahlungsmittel und Reservewährung genutzt wird, können ihre „Eliten“ weitermachen wie gewohnt.
Ohne noch mehr Schulden wird es auch nicht gehen, nicht einmal dann, wenn Trump alle seine Steuer- und Ausgabenpläne einstampfen sollte. Wenn er es nicht tut, werden die Haushaltsdefizite der USA in den kommenden Jahren allerdings außer Kontrolle geraten und wahrscheinlich zusätzlich mindestens 1 bis 1,5 Billionen Dollar jährlich betragen. Dabei ist eine mögliche Rezession nicht einmal einkalkuliert.
Anschnallen und Sauerstoffmasken aufsetzen! Kann man da nur raten. Aussteigen ist nicht mehr möglich. Die große Weltkrise ist da und wir können von Glück sagen, wenn sie nicht in größere Kriege ausartet.
Seit vielen Jahren beobachtet Prof. Querulix das fragwürdige Treiben der Menschentiere und die erbarmungswürdige Realität die sie unter der Gewalt ihrer „Eliten“ aus ihren großartigen Möglichkeiten machen. Seine Beobachtungen und Kommentare sind in der eBook-Reihe „Tacheles“ dokumentiert. 7 Bände sind bisher erschienen. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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