(openPR) Der diesjährige CSD findet vom 26-28. Mai 2017 statt. Wenn die große Feier vorbei ist, geht es für viele LGBTQI*-Initiativen darum Projektmittel einzuwerben. Die EU will Schlüsselakteur*innen, die für Gleichstellung eintreten, finanziell fördern. Deutsche Organisationen tun sich jedoch schwer damit, die Mittel abzurufen, denn die europäischen Fördergelder sind trotz aller Transparenzoffensiven schwer zu finden. Kaum eine der Initiativen, die am Samstag demonstrieren, wird europäische Projektzuschüsse kennen oder nutzen.
Förderprogramme, die für die Communities eine zentrale Rolle spielen könnten, wie etwa das „Programm für Rechte, Gleichstellung und Unionsbürgerschaft“ können z.B. Projekte gegen Homophobie oder Hatespeech fördern. Die Aufrufe sind jedoch auf den Webseiten der „Generaldirektion für Justiz und Verbraucher der EU“ meilenweit weg von der Basis ausgeschrieben.
Der europäische Förderbereich „Erasmus+ Jugend“https://www.jugend-in-aktion.de/ stellt eines der eher niedrigschwelligen Programme für internationalen Jugendaustausch und zivilgesellschafliche Diskussion für Menschen zwischen 13 und 30 Jahren dar. Seit 2014 wurden in Deutschland immerhin über 1670 Projekte gefördert. Der Anteil der Regenbogenprojekte beträgt aber nur ca. 1%. und die Zahl der deutschen LGBTQI*-Antragsteller*nnen kann an zwei Händen abgezählt werden. Dabei konnten die Antragsteller*innen immerhin zwischen € 1.050,- und € 50.930,- Euro Zuschuss pro Projekt einwerben. Länder wie Ungarn wurden mit ins Boot geholt, das Engagement gewürdigt und die Projekte zum Teil als Best Practice Projekte ausgezeichnet. Jenseits der Jugendprojekte, wenn es in Erwachsenenbildung oder Sport um noch höhere Fördervolumina (ab € 100.000,- aufwärts) geht, sind queere Projekte noch seltener anzutreffen.
Um die Professionalisierung und Förderquoten zu erhöhen, führen Julia Keil und Jan Schröder als 2Kroner am 15.und 16. September in Düsseldorf erstmals das Seminar „Fördermittel für LGBTQI* - Projekte gekonnt beantragen“ http://www.2kroner.de/seminare/foerdermittel-lgbtqi-erfolgreich-einwerben/ durch. Mit queeren Projektbeispielen, Tips zu Antragssprache und Navigation durch die Förderlandschaft für Gleichstellungsbeauftragte, schwule, lesbische, bisexuelle Interessensorganisationen sowie Einrichtungen, die zentral mit Trans*-Themen arbeiten.
Die Europäische Union hat seit 2015 mit der "Liste von Maßnahmen zur Förderung der LGBTI Gleichstellung" http://ec.europa.eu/justice/discrimination/files/lgbti_actionlist_en.pdf ein strategisch-politisches Rahmenpapier zum Thema veröffentlicht. Damit ist der Weg für die Nutzung europäischer Fördermittel für die LGBTQI* Communities in der europäischen Förderperiode 2014-2020 bereitet. Es gilt die Karte auszuspielen. EU-Projektentwicklung, -antragstellung und-management sind erlernbar. Geht nicht gibt’s nicht.





















