(openPR) Dozentenklausur 2006 der PTH Benediktbeuern
Mit der anstehenden Studienreform – insbesondere mit der »Modularisierung« und mit der Einführung von Studiengebühren – haben sich die Professoren der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer Don Boscos Benediktbeuern auf ihrer diesjährigen Klausurtagung befasst, die vom 24. bis zum 26. Juli 2006 stattfand. Die mittlerweile 27. Dozentenfahrt führte das Hochschulkollegium ins kirchliche Bildungshaus Schönenberg bei Ellwangen.
In ihren Eröffnungsvorträgen blickten Provinzial Pater Josef Grünner und PTH-Rektor Professor Pater Dr. Lothar Bily auf das vergangene Studienjahr zurück und skizzierten die Herausforderungen, vor die sich die Hochschule in den nächsten Jahren gestellt sieht. Katholisch-Theologische Fakultäten staatlicher Universitäten seien zum Gegenstand öffentlicher Diskussionen geworden. Für eine nicht-staatliche Hochschule komme es darauf an, ihr eigenes Profil zu schärfen, um in Zukunft weiterhin attraktiv zu bleiben.
Die Ergebnisse eines kürzlich stattgefundenen Hearings mit Personalverantwortlichen der Diözesen München-Freising und Augsburg präsentierte der Kirchenhistoriker Professor Pater Dr. Norbert Wolff. Bei diesem Hearing sei der Wunsch geäußert worden, in Benediktbeuern weiterhin ein Doppelstudium der Katholischen Theologie und der Sozialen Arbeit zu ermöglichen. Den diözesanen Personalverantwortlichen sei die Befähigung der PTH-Absolventen zu vernetztem Denken und zur Übernahme von Leitungsaufgaben wichtig. Außerdem legten sie großen Wert auf Spiritualität und Praxisorientierung.
Die weiteren Beratungen der Benediktbeurer Professoren drehten sich hauptsächlich um die »Modularisierung«, d. h. um die Zusammenfassung einzelner Lehrveranstaltungen zu thematischen Einheiten. Einem Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz vom Frühjahr 2006 zufolge soll die Struktur des Diplomstudiengangs Katholische Theologie grundlegend verändert werden. Insbesondere im zweiten und dritten Studienjahr soll stärker themenorientiert – und damit interdisziplinär – gearbeitet werden. Der Jugendpastoraltheologe Prof. Dr. Martin Lechner stellte seinen Kollegen dazu den Entwurf eines praktisch-theologischen Studienmoduls vor. Im Sinne der Profilierung der PTH, so Lechner, sollten hier Schwerpunkte in den Bereichen Jugendpastoral, Umwelt- und Schöpfungstheologie, Weltkirche und Spiritualität gesetzt werden.
Wahrscheinlich wird es an der PTH Benediktbeuern im Wintersemester 2007/08 zur Reform des Diplomstudiengangs kommen. Bis dahin haben die Professoren allerdings noch einige Hausaufgaben zu erledigen (u. a. die notwendigen Studien- und Prüfungsordnungen zu erstellen). Am bewährten Benediktbeurer Doppelstudium möchte man unbedingt festhalten. Hinsichtlich der Einführung von Studiengebühren ist noch kein endgültiger Beschluss gefasst worden. Jedenfalls soll es nicht dazu kommen, dass Doppelstudenten doppelte Studiengebühren zahlen. Einzelheiten werden in Gesprächen mit der Katholischen Stiftungsfachhochschule für Sozialwesen abgeklärt werden müssen.
Im Rahmen der Dozentenfahrt kam natürlich auch die Kultur nicht zu kurz. Auf dem Hinweg wurden die alte Universitätsstadt Dillingen mit der Studienkirche und dem Goldenen Saal sowie die Benediktinerabtei Neresheim besichtigt. In Ellwangen hielt der Künstlerpfarrer (und PTH-Ehrendoktor) Sieger Köder eine Führung in der von ihm ausgestalteten Heilig-Geist-Kirche. Pater Wolff gab kurze Erläuterungen zur Geschichte Ellwangens und stellte dabei Bezüge zu Benediktbeuern her (u. a. war der leitende Geistliche Rat des von 1812 bis 1817 bestehenden Ellwanger Generalvikariats ein Benediktbeurer Klosterschüler gewesen). Auf dem Rückweg stand die frühere Reichsstadt Ulm auf dem Programm – die Heimat der PTH-Dogmatikerin Prof. Dr. Margit Eckholt,. Außer der Münsterkirche wurde hier das ehemalige Benediktinerkloster Wiblingen besucht, in dem 1805 der letzte Benediktbeurer Abt Karl Klocker starb.
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