(openPR) Hans Lankes Messerschnitte
Hans Lankes "zeichnet" mit dem Messer, wenn er mit Cutter oder Skalpell seine Motive aus dicken Papieren schneidet/herausschält - so viel wegschneidet bis das gewünschte Bild erscheint. Jeder Messerschnitt ist ein Unikat. Nicht nur Umrisse bestimmen die Bilder, sondern auch feinste Ausschnitte und überraschende Details sind zu sehen. Aus der Ferne wirken manche Arbeiten wie Tuschezeichnungen. Aus der Nähe sieht man die Schatten, die das diffizil ausgeschnittene Papier wirft. Dies macht die Bilder bei aller Schärfe auch unendlich filigran und lebendig. Alles hängt hier mit allem zusammen, nichts ist aneinandergeklebt. Auch das trägt zur faszinierenden Ausstrahlung und dreidimensionalen Wirkung der Messerschnitte von Hans Lankes (www.hanslankes.de) bei.
Regina Hoff
INTERVIEW mit Hans Lankes
Warum die Technik Messerschnitt?
Wegen der harte Kante. Wegen der Entschiedenheit. Kein Lavieren, kein Getue. Es geht ums Konzept und darum klare Entscheidungen zu treffen und dazu zu stehen. Wie im Leben. Es geht um Konzentration und Konsequenz. Was geschnitten ist, ist weg. Keine Tricks. Wer zu seinen Entscheidungen stehen muss und kann spürt Freiheit.
Wie entsteht ein Messerschnitt?
Die Idee wird aus dem geschöpft was mich gerade bewegt und interessiert. Mit der Bildidee geht die Formensuche einher. Die Suche nach der Form sorgt für die Reduzierung, im Sinne des Wortes, die Verdichtung der Sujets – immer mit dem Anspruch auf Lebendigkeit und die eigene Bildsprache.
Was sind deine künstlerischen Ziele?
Autonome Arbeiten, die für sich selbst stehen und bestehen, die mich, sobald ich sie gemacht habe, nicht mehr brauchen. Arbeiten die nicht Behauptung sind, sondern Räume öffnen, Ausblicke ermöglichen bzw. die Betrachter so anritzen, dass sie nicht, wie auch immer, unberührt vorbeigehen können.
Gibt es in deinen Bildern eine Ikonografie?
Fünf verschiedene Betrachter haben auf einen Messerschnitt unter Umständen fünf individuelle Sichtweisen – je nach ihrem Bildwissen, ihren Kenntnissen, ihrer Tagesform, ihrer Gefühlslage usw. Im Ergebnis können, je nach Anzahl der Betrachter, genauso viele Bilder in einem Messerschnitt gesehen werden – ohne dass ich darauf Einfluss hätte.
Was sind deine nächsten Ziele?
Darauf zu achten, dass ich keinen Schnappdaumen bekomme.
Galerie im Kornhauskeller, Hafengasse 19, 89073 Ulm, www.proarte-ulmer-kunststifung.de
Ausstellung: 1. April bis 27. Mai 2017, Öffnungszeiten: Di - Fr 14 - 18 Uhr, Sa 11 - 14 Uhr, So/Mo + Feiertage geschlossen.











