(openPR) Die Städtische Galerie Pfaffenhofen zeigt von 31. Mai bis zum 9. Juni 2013 Messerschnitte von Hans Lankes.
Die Messerschnitte von Hans Lankes sind Schwarz-Weiß-Konfrontationen. Es sind Arbeiten die vielfältig-spannende Anregungen bietet. Ihre vermeintliche Nichtfarbigkeit ist lebendig und „bunt“. Was paradox klingt, ist nichtsdestotrotz Realität. Die Reduktion auf Schwarz-Weiß bedeutet nicht den Verlust von Komplexität, sondern ist Ausdruck einer vitalen Konzentration - zum Einen ein Spiel mit Lichtern und Schatten, mit Dichte und Transparenz - zum Anderen ein radikales Aufeinandertreffen von Schwarz mit Weiß.
Die Messerschnitte von Hans Lankes werden vom scharfen Schnitt mit dem Skalpell oder mit dem Cutter bestimmt. Diese Cutouts haben nichts zu tun mit biedermeierlicher Volkskunst, mit märchenhaften Galanterien längst vergangener Jahrhunderte - sie sind ganz im Hier und Jetzt der Kunst der Gegenwart.
Hans Lankes zählt damit zu einer überschaubaren Gruppe von ambitionierten und aktuellen Künstlern, die, besonders in Deutschland und in den USA, den Messerschnitt als adäquate Ausdrucksform gewählt haben und - jeder für sich - ganz eigene Bildwelten und Stile entwickeln.
Der Ausspruch des auch mit der Schere arbeitenden Malers Matisse, er „zeichne mit der Schere“, kann hier etwas abgewandelt werden, Lankes zeichnet mit dem Messer.
Wer mit dem Messer zeichnet, verzichtet ganz bewusst auf leichte Effekte, jeder Schnitt ist eine unumkehrbare Entscheidung, jeder Schnitt hat Konsequenzen.
Es gilt: Was zu viel ist, wird weggeschnitten.
Mit Pinsel oder Stift kann man mittels Schraffuren, Drippings, Verwischungen, Farbverläufen, Schwüngen oder Zufällen schnelle Effekte erzielen - die Arbeit an Messerschnitten verbietet solch vermeintlich billige Effekthascherei.
Ernsthaftigkeit, Konzentration und Bewusstsein bestimmen den Arbeitsprozess - ebenso bewusst verzichtet Hans Lankes auch auf die Möglichkeiten die heutzutage Computerprogramme und Schneidplotter bieten.
Statt auf computertechnische Perfektion setzt er ganz bewusst auf künstlerische Perfektion, die einhergeht mit handwerklicher Akribie. Allerdings sagt Lankes auch ganz deutlich, dass, sobald er das Gefühl habe, ein Messerschnitt werde zu perfekt, also eventuell zu „glatt“, würde er vorsätzlich einen vermeintlich „falschen“ Schnitt machen, um gelegentlich das Bild aus dem Gleichgewicht zu bringen und somit auch eine gewisse Rohheit zu bewahren.
Meist präsentiert er diese Schnitte auf Leinwand oder Holz geklebt. Dies allerdings nur punktuell, damit das geschnittene Papier und Karton durch seine Eigenstatik und Spannung die Zweidimensionalität verlassen und tatsächlich Raum gewinnen kann. Von der positiven Außensilhouette hat sich Lankes Schnitt für Schnitt in seine Bildwelten hinein gearbeitet. Ein Fehlschnitt und schon wäre die Aussage nicht mehr korrigierbar. Jeder Schnitt ist eine unumkehrbare Entscheidung.
Viele Arbeiten sind Träger verborgener Informationen. Sie stehen für innere Auseinandersetzungen und Sehnsüchte.
Das Ziel ist immer das autonome Bild, das ganz für sich selbst steht und besteht, aber auch dem Betrachter keine eindeutige Antwort vorgeben muss.
Entsprechend dazu sagte bereits Karl Kraus: „Ein Künstler macht aus Lösungen Rätsel“.
Städtische Galerie Pfaffenhofen, Hauptplatz 47, Pfaffenhofen a. d. Ilm
Öffnungszeiten: Mo - Fr 9 -12 h + 13.30 - 16.30 h, Sa + So 10 - 18 h
Ausstellungseröffnung: Freitag, 31. Mai 2013, 19:30 h
Finissage: Sonntag, 9. Mai 2013, 10 - 18 h











