(openPR) Bremen, 24.07.2006. Für alle Menschen wird die jetztige Hitzewelle allmählich lästig. Für diejenigen, die jung und gesund sind, stellt das kein Problem dar. Für alte oder kranke Menschen, die auf fremde Hilfe angewiesen sind, kann es aber lebensbedrohlich sein. Heimbewohner sind besonders hitzegefährdet.
In ihrer Pressemitteilung vom 21. Juli 2006 forderten die grünen Bürgerschaftsabgeordneten Doris Hoch und Dirk Schmidtmann deshalb die Bremer Gesundheitssenatorin Karin Röpke auf, Hilfsmaßnahmen für die Betroffenen in den Bremer Heimen zu ergreifen.
In einer Kleinen Anfrage erkundigte sich die grüne Fraktion nach aktuell aufgetretenen Problemen bei der Behandlung dehydrierter Senioren in Pflegeheimen, weil "in Bremer Heimen kam es bei mehreren Personen wegen unzureichender Flüssigkeitsaufnahme zu lebensbedrohlichen Situationen", berichtet Doris Hoch, gesundheitspolitische Sprecherin der grünen Fraktion.
In einer eilig verbreiteten eigenen Pressemitteilung vom gleichen Tag stempelt die Gesundheitssenatorin die Hitzegefahr als "unverantwortliche Panikmache der Grünen" ab. Weiter heißt es, der Behörde seien "keine akuten Notfälle in Pflegeheimen wegen Hitzewelle bekannt." Und weiter: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen könne keinen konkreten Fall nennen, in denen es in „Bremer Heimen (...) bei mehreren Personen wegen unzureichender Flüssigkeitsaufnahme zu lebensbedrohlichen Situationen gekommen ist“. Hintergrund sei, dass sich ein Arzt gesorgt hatte, dass bei möglicherweise auftretenden Notfällen keine Infusionslösungen im Heim selbst vorrätig seien, sondern erst aus den Apotheken beschafft werden müssten.
Die Gesundheitssenatorin wies im übrigen darauf hin, daß die Heime mit einem umfangreichen Faltblatt mit Empfehlungen und Informationen über Gesundheitsrisiken bei Sommerhitze für ältere und pflegebedürftige Menschen und Hinweisen für Pflegekräfte, Heimleitungen und Hausärzte ausgestattet sind.
In diesem Zusammenhang machen die "Ehrenamtlichen in der Heim-Mitwirkung", darauf aufmerksam, daß es bei manchen Bremer Heimen mit der Beschattung der Zimmmer Probleme gab bzw. gibt. So ist zum Beispiel in einem Heim eines großen Bremer Heimbetreibers in diesem Jahr, erst auf massives Drängen der ehrenamtlichen Heimfürsprecher, mit Außenjalousinen nachgerüstet worden. Lange mußten die Bewohner vorher hier im Sommer die Hitze in den Zimmern ertragen.
Und in manch anderem Heim sieht es auch nicht besser aus. Es gibt Heime, in denen einfache Vorhänge in den Zimmern als Sonnen- und Wärmeschutz für ausreichend erachtet werden.
Die Ehrenamtlichen in der Heim-Mitwirkung schlagen der Heimaufsichtsbehörde vor, Informationen über die Situation in den einzelnen Heimen über die Heimbeiräte bzw. Heimfürsprecher und Betreuer zu ermitteln. In notwendigen Fällen müßte der Heimbetreiber aufgefordert werden, geeignete Maßnahmen zur Einhaltung erträglicher Temperaturen in den Bewohnerzimmern zu ergreifen.
Am besten wäre natürlich, wenn Heimbetreiber von sich aus kühlende Ideen umsetzen und vor allem bei Planung und Bau neuer Heime gleich diese Aspekte berücksichtigen würden.
Ansprechpartner für die Presse:
Reinhard Leopold c/o
Ehrenamtliche in der Heim-Mitwirkung
- Internet & Öffentlichkeitsarbeit -
Rembertistr. 9, 28203 Bremen
Telefon 0421 / 33 65 91-20
Telefax 0421 / 33 65 91-22
eMail:
Internet: http://www.heim-mitwirkung.de
---------------------------------------------------
Über die Ehrenamtlichen in der Heim-Mitwirkung (Kurzbeschreibung):
"Ehrenamtliche in der Heimmitwirkung" - Ehrenamtliche Mitbürger engagieren sich generationsübergreifend in der Heim-Mitwirkung zur Verbesserung der Interessenvertretung von Heim-Bewohnern.
Aufgaben:
Interessenvertretung von Heimbewohnern, z.B.
- von jungen + alten Heimbewohnern
- von pflegebedürftigen Heimbewohnern
- von behinderten + nichtbehinderten Heimbewohnern
Ziele:
Jüngere und ältere Erwachsene über die Situation der Heimbewohner informieren und zum „Mitwirken“ motivieren, zur
- Stärkung von Heimbewohnerrechten
- Verbesserung der Heimbewohner-Situation
- Verbesserung der Information + Kommunikation
- Vermeidung der Isolation
- Problemlösung durch Konfliktmoderation und Einbeziehung von Heimaufsicht und anderen fachlichen Stellen
- u.v.m.
Mitwirkungsmöglichkeiten als:
- externes Heimbeiratsmitglied
- externer Heim(bewohner)fürsprecher
- Heim-Besucher (z.B. Vorlesen, Ausflüge organisieren, u.v.m.)
Mitwirkungsbereiche (Qualität von):
- Unterkunft
- Aufenthaltsbedingungen
- Heimordnung
- Verpflegung
- Freizeitgestaltung
- Betreuung
Gesetzliche Rahmenbedingungen:
- Heimgesetz (HeimG)
- Heimmitwirkungsverordnung (HeimmwV)
Organisation:
- örtliche Heimaufsichtsbehörde (Veranstaltungen zur fachlichen, rechtlichen und organisatorischen Informationen)
- regionale, selbst organisierte Heimmitwirkungs-Gruppen (Info- und Erfahrungsaustausch)
Gründung + Anzahl der „Mitwirker“
- gegründet im Dezember 2002 (Zusammenarbeit Heimaufsicht + Seniorenvertretung Bremen), ca. 15 Personen
- inzwischen 35 – 40 Personen (Stand: 02/2006)
- März 2006 gründete sich zusätzlich eine unabhängige Selbsthilfegruppe der Ehrenamtlichen in der Heimmitwirkung










