(openPR) Führende Wirtschaftsvertreter haben auf einen zu leichtfertigen Umgang mit den Begriffen Protektionismus und Sanktionen hingewiesen.
München, 17. Februar 2017 – Bei der Veranstaltungsreihe „Future History Challenges“ der Münchner Sicherheitskonferenz und des Collège des Ingénieurs haben sich Vorstände, Künstler und Professoren mit ca. 70 ehemaligen und aktiven Teilnehmer des MBA-Programms des Collège des Ingénieurs über die aktuelle Lage der internationalen Beziehungen ausgetauscht.
Unter dem Veranstaltungstitel „East/West/Transatlantic – Recalibrating Relations“ diskutierten bei voll besetztem Saal Andreas Berger (Vorstandsmitglied der Allianz Global Corporate & Specialty SE), André Müller Carioba (Aufsichtsratsmitglied von LIDE Deutschland) und Professor Dr. Michael Mirow (Ex-Aufsichtsratsmitglied Siemens AG) über Deutschlands wirtschaftliches und politisches Verhältnis zu den benachbarten Machtzentren. Die Debatte wurde von Dr. Alexandra Borchardt, CvD der Süddeutschen Zeitung, moderiert. Den Auftakt machte der Berliner Künstler Albrecht Gehse mit einer Bild-Präsentation, in der er einen historischen Bogen durch das letzte Jahrhundert bis heute schlug. Den Schlusspunkt setzte Christoph Daszkiewicz, der anhand seines Social Start-up für ukrainische Flüchtlinge zeigte, wie mühsam es im Kleinen ist die \"Scherben\" der Weltpolitik wieder zusammenzufügen.
Das Collège des Ingénieurs möchte mit Formaten wie dieser Diskussionsrunde den politisch-gesellschaftlichen Dialog besonders bei der jungen Generation fördern.
Protektionismus und Sanktionen seien zweischneidige Maßnahmen
Einige Podiumsgäste wiesen darauf hin, dass die zukünftige Risikolage in Europa zugenommen habe, wobei sich das aber nicht nur auf die Terrorgefahr beziehe, sondern auch auf Protektionismus und Sanktionen. Es wurde zu bedenken gegeben, dass es vor der eigenen Bevölkerung schwer zu rechtfertigen sei, wenn Sanktionen wieder zurück genommen werden. Zudem sei es trügerisch, dem Wettbewerb durch Protektionismus auszuweichen. Die Teilnehmer kritisierten insbesondere den Protektionismus von technologisch entwickelten Ländern. Es sei das Wesen und gleichzeitig die Stärke unserer globalisierten Welt, dass starke Interdependenzen existieren.
Local content als gehbarer Weg
Die Gäste aus der Wirtschaft forderten mehr Differenzierung, eine grundsätzliche Ablehnung von Protektionismus sei zu pauschal. In Maßen und in Ländern, die technologisch noch am Anfang stehen, könne beispielsweise local content einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung leisten, wenn er partnerschaftlich und bedacht umgesetzt werde. Expertise vor Ort aufzubauen und heimische Ressourcen einzusetzen nutze den Ursprungs- und den Zielländern. Ebenso könnten Sanktionen in jede Richtung wirken. Allerdings sollten sie nicht aus einem populistischen Affekt heraus beschlossen werden.
Ein guter Manager muss den Austausch mit der Gesellschaft suchen
Das Collège ist eine europäische Bildungsinstitution, die sich der Ausbildung junger Manager in Europa widmet. Die Förderung von Management-Talenten unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten und die Integration Europas durch Bildung sind am Collège seit über 30 Jahren gelebte Praxis. Die Munich Security Conference hat deshalb das Collège zu einer Kooperation eingeladen.
Vasco Szymanski, Mitglied der Geschäftsleitung des Collège: „Wir möchten unserer Verantwortung gerecht werden und unsere Alumni antreiben, sich mit unterschiedlichen Meinungen auseinanderzusetzen. Ein guter Manager muss aktiv den Austausch mit der Gesellschaft suchen und darf drängenden Fragen nicht ausweichen.“










