(openPR) Osterholz-Scharmbeck, den 17.02.2017: Es gibt ja viele Sprichwörter rund um die Zähne…. Die Zähne fletschen, jemandem auf den Zahn fühlen, einen Zahn zulegen und…… ja, mit den Zähnen klappern. Man benutzt Redewendungen tagtäglich, teilweise unbewusst, teilweise absichtlich und sinnbildlich. Aber die wenigsten wissen, woher so ein Sprichwort jeweils überhaupt kommt.
Dass die Zähne klappern, wenn einem kalt ist oder man große Angst habt, ist einem ja noch klar. Aber was steckt genau dahinter? Warum ist das so? Heute morgen beim Verlassen der Wohnung oder des Hauses auf dem Weg zur Arbeit, zur KiTa oder zum Einkaufen, da kam es wieder, das große Zähneklappern. Bitterkalt war es, und der Körper musste sich binnen Sekunden von warm (drinnen) auf kalt (draußen) einstellen. Grob vorgesorgt hat man - ohne Mantel oder wärmende Jacke geht man nicht nach draußen. Für die plötzliche Temperaturumstellung hat das unter Umständen nicht gereicht.
Da man komplett eingemummelt war, hat man sie nicht gesehen, aber unter der Kleidung bildete sich zunächst eine Gänsehaut, ein Relikt der Evolution. So modern wie man gern sein möchte, lässt sich der Körper nicht austricksen und ist noch immer auf die Steinzeit gepolt. Zu Beginn der Menschheitsgeschichte hatte man noch wärmendes Fell, zudem war man als Jäger und Sammler immer in Bewegung. Wenn man nun friert, reagieren einzelne Muskeln im Körper. Unter anderem die sogenannten Haaraufsteller-Muskeln. Früher richteten sich die einzelnen Haare des Felles auf und sorgten durch ein zwischen diesen Haaren zirkulierendes Luftpolster für Wärmeausgleich. Heutzutage hat man nur noch ein paar kümmerliche dünne Härchen, die gar nichts mehr ausrichten - im Gegenteil: durch die kleinen Hügel, die die Haut bildet, die Gänsehaut, vergrößert sich die Hautoberfläche sogar noch, eine größere Fläche will gewärmt sein - und dann kommt es, das große Zähneklappern.
Da das Aufrichten der nicht vorhandenen Härchen keinen Erfolg hatte, beginnen nun die Muskeln mit der Arbeit. Sie spannen sich an. Durch eine immer stärkere Kontraktion der Muskeln entsteht das Zittern. Zittern bedeutet Bewegung, und diese Bewegung wiederum bedeutet Wärme. Die Kiefermuskeln liegen dicht unter der Haut und werden daher mit als erste für diesen Prozess aktiviert. Wenn diese Muskeln nun ausreichend arbeiten, schlagen die oberen und unteren Zähne aufeinander und sorgen für das sprichwörtliche Zähneklappern.
Etwas anders ist der grundlegende Prozess, wenn man große Angst hat. Das drohende Gefühl von Gefahr versetzt das vegetative Nervensystem in Aktivität. Dieses sorgt durch das Ausschütten der Hormone Adrenalin und Noradrenalin dafür, dass die Herzfrequenz steigt und man in Alarmbereitschaft versetzt wird. Die Muskeln erhalten eine weitaus höhere Portion an Sauerstoff und Nährstoffen als sonst, um jederzeit vorbereitet zu sein auf Flucht oder Kampf. Je größer die Furcht, desto größer die Hormonausschüttung und desto größer die Anspannung, die sich dann durch Zittern der Muskeln äußert. Und dann kommen sie wieder ins Spiel, die Zähne, denn die Kiefermuskulatur verrichtet ihre Arbeit und lässt diese klappern.
Irgendwie doch auch tröstlich, dass die gern alles unter Kontrolle habenden Menschen ihren Körper nicht überlisten können. Also ist das Zähneklappern in bestimmte Situationen vollkommen normal!












