(openPR) Die Galerie Norbert Nieser in Stuttgart zeigt vom 11. März bis 22. April 2017 unter dem Titel "FarbKlang" virtuelle Collagen von Julia Schuler. In ihren Arbeiten schafft die Künstlerin aus verschiedenen Szenen und Elementen mittels der digitalen Fotomontage neue surrealistisch anmutende Bildinhalte und -aussagen.
Julia Schuler ist eine "Assembleuse", von französisch "assembler", was so viel bedeutet wie zusammenfügen. In ihren virtuellen Collagen fügt sie mehrere Bilder als Ebenen zusammen und lässt sie miteinander verschmelzen - als Symbol unserer Wahrnehmung der Wirklichkeit. Denn unsere Wahrnehmung bildet sich aus dem unbewussten Zusammenspiel visueller, akustischer und anderer sensorischer Einflüsse. Sie ist immer subjektiv und individuell. Die Collagen- bzw. Ebenentechnik bietet der Künstlerin die Möglichkeit, diese Überlagerungen und Verschmelzungen visuell darzustellen. Ein weiteres Gestaltungselement, das Schuler einsetzt, ist eine Art "Monet-Effekt", eine auflösende Form und Entmaterialisierung der Bildgegenstände, wie sie oft in der Malerei verwendet wird. Je näher man ihren Bildern kommt, umso mehr löst sich die Gegenständlichkeit in unscharfe Strukturen auf. Ihre neuartigen Arbeiten muten wie Gemälde an. Die natürlichen Grenzen zwischen Malerei und Fotografie lösen sich auf. Einzelne Motive und Elemente kombiniert und verfremdet die Künstlerin auf unterschiedlichste Weise. Sie verändert Farben und Transparenz, verwischt Konturen oder Umrisse und lässt durch ihre besondere Technik neue faszinierende Bilder entstehen, die über unsere gewohnten Wirklichkeiten hinausgehen. FarbKlang - der Titel der Ausstellung, leitet sich von der Graphem-Farb-Synästhesie der Künstlerin ab. Eine Wahrnehmungskopplung, bei der sprachliche Codes wie Zahlen, Buchstaben und Wörter automatisch und nicht unterdrückbar einen unveränderlichen Farbton auf einer Art inneren Leinwand auslösen. Diese Farbwahrnehmungen sind von Emotionen und inhaltlichen Bedeutungen losgelöst. Entsprechend setzt Julia Schuler auch in ihren Arbeiten eine Loslösung der Farbe von der Form ein. Sie fordert den Betrachter heraus, sich mit den Collagen auseinanderzusetzen, die Details und seine eigene, individuelle Wirklichkeitswahrnehmung zu suchen. Erst die Verschmelzung der Wahrnehmungserfahrung, die der Betrachter mit sich bringt, mit dem Bild lässt den subjektiven Eindruck von Wirklichkeit oder Illusion entstehen. So zeigt sich die Form des Motivs oft erst auf den zweiten Blick. Doch ist das Motiv einmal erkannt, verändert sich die gesamte Wahrnehmung des Bildes. Plötzlich entdecken wir Dinge, die eigentlich nicht zusammengehören, die zunächst fremdartig oder unheimlich anmuten und uns überraschen oder provozieren mögen. Wichtig ist dabei auch die Spannung zwischen geheimnisvollen Elementen und dem Skurrilen, zwischen Offensichtlichem und Verborgenem. Die Künstlerin lässt den Betrachter in die Bilder eintauchen, in die Geschichten, die sie erzählen. Sie vermittelt Stimmungen, legt Emotionen frei und regt den Betrachter an, etwas Individuelles und Besonderes in ihren Bildern zu lesen. Sie möchte Einsicht dafür zu wecken, dass die Wahrnehmung anderer sich von unserer eigenen Wahrnehmung unterscheidet.
Julia Schuler, geboren 1979, studierte Malerei und Fotografie an der Freien Kunstakademie Nürtingen sowie Kommunikationsdesign an der Merz Akademie Stuttgart, ebenfalls mit dem Schwerpunkt auf Fotografie. Ihre Arbeiten wurden in diversen Ausstellungen mit großem Interesse aufgenommen.









