(openPR) Heute stellt sich leider oft die Frage: Bypass oder Schlauchmagen:
Operationen gegen Adipositas boomen.
Umstritten sind die Eingriffe bei Minderjährigen.
Die häufigste Operation gegen Übergewicht ist heute ein Magenbypass, bei dem der Magen in zwei Teil geteilt und umgangen wird. So wird nicht nur die Essensmenge eingeschränkt, sondern auch die Aufnahme gewisser Vitamine und Nährstoffe. Dies muss durch die lebenslange Einnahme von Präparaten kompensiert werden. Die Risiken können laut der Adipositas-Stiftung von Infektionen und Wundheilungsstörungen über undichte Stellen bei den Nähten bis zur Lungen-Embolie reichen. Im Kommen ist der sogenannte Schlauchmagen (Sleeve), wo der Magen operativ verkleinert wird. Das Magenband, das den Durchlass in den Magen verkleinert, wird dagegen kaum mehr eingesetzt, da es häufiger zu Komplikationen führte.
Immer mehr Übergewichtige setzen im Kampf gegen die Pfunde auf den Chirurgen: Von 2011 bis 2014 hat sich die Zahl der Operationen gegen Adipositas von 2300 auf 4153 beinahe verdoppelt, wie die Statistik der Swiss Society for the Study of Morbid Obesity and Metabolic Disorders (Smob) zeigt. Die Patienten – mehrheitlich Frauen – entscheiden sich in rund 80 Prozent der Fälle für einen Magenbypass.
Operation als letzter Ausweg
Nehmen wir das Beispiel Schweiz.
Laut dem, Smob-Sekretär habe die Zahl der stark übergewichtigen Menschen in der Schweiz zugenommen, «damit steigt die Nachfrage nach operativen Eingriffen». Vor vier Jahren haben zudem die Krankenkassen in der Schweiz die Bedingungen für eine Übernahme der Kosten gelockert. Voraussetzungen sind seither, ein BMI von über 35 und eine nachgewiesene «Diätphase».
Gemäss Präsident der Schweizerischen Adipositas-Stiftung, ist eine Operation für viele der letzte Ausweg, um dauerhaft Gewicht zu verlieren – das frühere Konzept «Iss die Hälfte» funktioniere wegen des Jo-Jo-Effekts in der Praxis kaum: «In 90 Prozent der Fälle scheitern die Abspeckversuche. Eine Operation "kann" ein Hilfsmittel sein, um das Problem in den Griff zu bekommen.»
Daniel Nünlist Ernährungsberater meint: Was man immer vergisst sei, dass der Dreh und Angelpunkt der Hypothalamus ist der unseren Stoffwechsel steuert. Es ist sozusagen das Stoffwechselzentrum, das „bestimmt“, wie und wieviel Fett im Körper gespeichert wird. Ist der Hypothalamus gestört, können die durch ihn gesteuerten Körpersysteme – nämlich das zentrale Nervensystem und Hormonsystem – nicht mehr richtig miteinander arbeiten. Das kann zu Übergewicht oder gar Adipositas führen. Der Hypothalamus ist bei vielen Menschen entgleist und aus der Balance geraten. Er ist der Meinung, dass heute viel zu schnell zum Messer gegriffen werde und man lieber den schnellen und einfachen Weg wähle, sich der Risiken jedoch nicht bewusst sei bzw. diese ausblende.
Menschen, die Hungern und Diäten machen, kommen deshalb nicht auf einen grünen Zweig. Im Gegenteil, es wird nach ersten Erfolgen langfristig oft noch viel schlimmer. Man sollte sich bewusst sein, jede missglückte Diät schädigt den Fettstoffwechsel zusätzlich.
Der Jojo-Effekt ist absolut frustrierend: Ihm liegt eine Zerstörung des Stoffwechsels zugrunde. Fasten bewirkt zwar Gewichtsabnahme, aber der Körper „merkt“ sich das ursprüngliche Gewicht.
Minderjährige auf dem OP-Tisch
Der Trend macht auch vor Minderjährigen nicht halt: Eine Zeitschrift berichtete kürzlich vom Fall eines Buben, der bereits als 12-jähriger 160 Kilo auf die Waage brachte und heute mit einem Magenbypass lebt. Man schätzt, dass sich schweizweit jährlich rund 10 bis 15 Jugendliche einer Operation unterziehen – Tendenz steigend. In Luzern wurden in den letzten zwei Jahren neun junge Patienten operiert.
Daniel Nünlist fügt hinzu: Wenn man schaut, wie ein Grossteil der heutigen Jugend lebe, so sei die Entwicklung einfach zu verstehen. Stünde man am frühen Morgen am Bahnhof, käme ein Grossteil mit einem bekannten koffeinhaltigen Getränk bestehend aus (11% Zucker/115 kcal) und einer Zigarette daher, am Mittag ginge man schnell in eine Fast Food Kette und am Abend, würde Playstation im Programm stehen.
Kritik an Boom
Die Operationen sind umstritten: Der zuständige Arzt vom Fachverband Adipositas im Kindes- und Jugendalter warnt vor den Risiken des schweren Eingriffs. Er kritisiert, dass auch bei den Erwachsenen zu schnell operiert werde, ohne dass die seelischen Ursachen des Übergewichts genügend berücksichtigt würden: «Ein Magenbypass führt zu einer starken Gewichtsabnahme, ohne dass die Patienten deswegen zwingend glücklicher sind. Vor- und Nachbetreuung sind leider oft ungenügend.» Viele Übergewichtige seien in einer psychisch schlechten Verfassung und seien sich nicht genügend bewusst, was ein so schwerer Eingriff bedeutet.
Die gesündere Lösung:http://www.diaetfreiezone.ch




















