(openPR) Für den Goldpreis ging es in der vergangenen Woche weiter nach oben. Das Edelmetall profitiert in den ersten Wochen des Jahres von den politischen Unsicherheiten, die das Handeln der Marktteilnehmer wieder stärker beeinflussen. So standen u. a. die britische Premierministerin Theresa May und deren Brexit-Pläne sowie Spekulationen um das Regierungsprogramm des designierten US-Präsidenten Donald Trump im Vordergrund.
In Europa sorgte Premierministerin May für neue Spekulationen bezüglich des Austritts Großbritanniens aus der EU. Sie deutete an, einen "harten" Brexit anzustreben, was den Verlust des zollfreien Zugangs zum europäischen Binnenmarkt bedeuten würde. Die britische Regierung könnte diesen Weg wählen, um die unkontrollierte Einwanderung von EU-Bürgern in das Vereinigte Königreich zu stoppen – ein erklärtes Ziel der Brexit-Befürworter. Außerdem muss Großbritannien aus der Zollunion ausscheiden, um künftig eigene Freihandelsabkommen mit Drittstaaten wie den USA oder Australien aushandeln zu können. Teile der britischen Wirtschaft befürchten jedoch, dass die Abkehr vom europäischen Binnenmarkt dramatische Folgen haben könnte. Möglich ist, dass ein solches Szenario das britische Pfund schwächt. Vor diesem Hintergrund erinnerten sich Anleger angesichts der Brexit-Spekulationen an den "sicheren Hafen" Gold.
In der vergangenen Woche äußerte sich außerdem Donald Trump auf einer Pressekonferenz zu seinen Plänen für die Zeit nach seiner Amtsübernahme am kommenden Freitag. Offenbar hat sich die anfängliche Europhorie der Märkte erst einmal gelegt. Kurz vor der Pressekonferenz gab der Goldpreis kurz nach und stieg dann in Richtung 1.200 US-Dollar. Im Anschluss an den Auftritt des designierten US-Präsidenten schaffte es der Goldpreis sogar kurzzeitig über die Marke von 1.200 US-Dollar. Grund dafür war die Schwäche des US-Dollars. Auf der Pressekonferenz selbst sprach Trump zu verschiedenen Themen, ohne näher darauf einzugehen, wie er und sein Team seine zentralen Wahlversprechen in die Tat umsetzen wollen. Stattdessen erklärte Trump u. a., dass er für die USA der größte Arbeitsplatzbeschaffer aller Zeiten sein werde.
Derweil stehen die Goldmärkte ganz im Zeichen des ersten Jahreshöhepunktes: dem chinesischen Neujahrsfest. In den Wochen vor Beginn der mehrtägigen Feierlichkeiten kaufen die Chinesen erfahrungsgemäß sehr viel Gold. In der vergangenen Handelswoche verzeichnete die Shanghai Gold Exchange bei den beliebten Ein-Kilogramm-Goldbarren Umsätze von 171.620 Kilogramm. Dies ist der höchste Wert seit zwölf Monaten. Damals sorgten die Chinesen im Vorfeld des Neujahrfesfestes für eine Nachfrage von 199.000 Kilogramm.
Auf www.GoldPreis.de gehörten Goldbarren ebenfalls zu den meistgesuchten Anlageprodukten. Besonders gesucht waren Barren in den Stückelungen 1 Unze, 100 Gramm und 500 Gramm. Bei den Goldmünzen suchten viele Nutzer nach dem Krügerrand und dem kanadischen Maple Leaf.
In dieser Woche sind alle Augen zunächst auf Großbritannien gerichtet. Am Montag hält Mark Carney, Präsident der Bank of England, eine Rede. Am Dienstag äußert sich die britische Premierministerin Theresa May zu ihren Brexit-Plänen. Außerdem beginnt am gleichen Tag der 47. Weltwirtschaftsgipfel in Davos, zu dem diesmal 3.000 Teilnehmer erwartet werden. Am Donnerstag steht die Zinssatzentscheidung der EZB an, die Pressekonferenz folgt im Anschluss an die Sitzung.







