(openPR) Im CJD Berufsbildungswerk Frechen, in dem 250 junge Menschen mit Unterstützungsbedarf eine Berufsausbildung in insgesamt 30 Berufen absolvieren, wohnen viele von ihnen auch auf dem Gelände des Berufsbildungswerkes. Aufgrund der Forderung in der neuen Leistungsbeschreibung für die Berufsbildungswerke, leben mittlerweile aber auch einige in sogenannten betreuten Außenwohngruppen zur Verselbständigung in Köln, Kerpen und Hürth.
Rainer Mainzer- Stumpp, Teamleiter des Lernortes Wohnen im CJD Frechen, hat gemeinsam mit seinem pädagogischen Team die betreuten Wohngruppen eingerichtet. „Die Auswahl, wer, wo wohnt wird auf Vorschlag eines Förderteams getroffen. Ausbilder, Pädagogen und Lehrer beraten gemeinsam mit dem Auszubildenden, ob er schon in einer Außenwohngruppe leben kann oder doch lieber noch auf dem CJD Gelände wohnen bleiben sollte. Entscheidend für die Auswahl ist der Grad der Selbständigkeit, die dann in den Außenwohngruppen weiter ausgebaut werden soll“, erklärt Rainer Mainzer Stumpp.
„Die Ziele sind die lebenspraktischen Fähigkeiten, die vorhanden sind, weiter auszubauen im Bereich Haushaltsführung, im Bereich Einteilen von Geld, im Bereich öffentlicher Personennahverkehr, den zu nutzen um zur Arbeit zu kommen, d.h. das, was auf dem CJD Gelände erlernt wurde, weiter zu vertiefen, so dass unsere Auszubildenden zum Schluss selbständig leben können in einer eigenen Wohnung, in einer Hausgemeinschaft mit anderen Mietern und die dortigen Aufgaben wie Hauswoche, wie Mülltrennung dann eigenständig erfüllen können“, erläutert Mainzer Stumpp die Ziele.
Axel Höfel ist Betreuer der Außenwohngruppen und besucht mindestens ein- bis zweimal in der Woche die Jugendlichen in ihrer Wohnung. Seine Hauptaufgabe sieht er darin, die Umsetzung des auf dem Gelände des CJD Frechen Erlernten zu überwachen und zu vertiefen, damit die Auszubildenden, sich vollkommen selbständig organisieren und leben können und andererseits darin Hilfestellung zu geben, wenn es mal Probleme gibt.
„Probleme wie, es steht plötzlich ein anderer Mieter vor der Tür, der Krach schlägt, weil es angeblich zu laut ist oder wir hatten aktuell einen Wasserrohrbruch, wo die Jugendlichen merken, das krieg ich vom Ansatz her geregelt, bin aber dann in der Situation im Umgang mit den Personen überfordert, so dass sie mit mir Kontakt aufnehmen und dann können wir die Problematik lösen, d.h. ich gebe überwiegend Hilfestellung. Da heißt es eigentlich im Prinzip, diesen jungen Menschen jetzt geschont in die freie Wildbahn loszulassen“, beschreibt Axel Höfel seine Aufgaben.
Wohnen ist ein wichtiger Bestandteil der beruflichen und sozialen Rehabilitation für die Auszubildenden im CJD Frechen. Jeder hat von Beginn seiner Ausbildung an, die Möglichkeit, sich auf einen Wohnplatz in der Außenwohngruppe zu bewerben. Chancen hat derjenige, der Termine einhalten kann, pünktlich ist und schon eine Tagesstruktur eigenständig aufbauen kann. Der zwanzig jährige Florian Wallenhauer und der 21 – jährige Heiko Kinzel wohnen schon einige Zeit zusammen in einer Außenwohngruppe in Kerpen. Beide sind im dritten Ausbildungsjahr im Hochbau und genießen das gemeinsame Wohnen.
„Es ist sehr, sehr schön dort, es ist sehr ruhig dort, man muss halt seine Planung vom Tag selber regeln, wann koche ich, wann putze ich, wann mach ich dies und das. Wir müssen morgens aufstehen, müssen dann mit dem Bus ab auf die Arbeit, kommen so gegen fünf zurück, dann kochen wir gemeinsam, wenn nötig putzen wir die Wohnung, dann gucken wir Fernsehen oder gehen raus“, beschreibt Florian Wallenhauer seinen Tagesablauf.
„Das Schöne ist auch noch, dass man zusammen lernen kann und das in Ruhe und die hatte man manchmal auf dem CJD Gelände nicht so viel, weil manche Auszubildende ein bisschen lauter sind, als die, die lernen wollen“, ergänzt Heiko Kinzel.
Die Außenwohngruppen des CJD Frechen gibt es nun schon seit einem Jahr. Nach den Sommerferien sind dort neue Auszubildende eingezogen. Diese müssen sich allerdings erstmal finden, da sie bisher auf dem CJD Gelände in unterschiedlichen Wohnhäusern gewohnt haben und sich daher kaum kannten. Der 18- jährige Dimitrius Westenberger, der eine Friseurausbildung im CJD Frechen macht, musste sich erstmal an die neue Situation gewöhnen. „Hier auf dem Hof im CJD hat man die schon mal gesehen, aber wie die so privat sind oder in einer Wohnung, habe ich nicht kennen gelernt. Das war eine große Umstellung für mich. Es gibt manchmal auch Auseinandersetzungen, aber dann setzen wir uns zusammen an den Tisch und dann reden wir darüber oder ich sage direkt, was mich stört“.
„Die Wohnungen sind an die 100 m2 groß, haben insgesamt 4 Zimmer, drei Einzelzimmer sowie einen Gemeinschaftsraum oder ein Wohnzimmer und eine modern ausgestattete Küche. Die Möblierung ist jugendgerecht gestaltet, das heißt, es gibt im Wohnzimmer einen Bereich zum Rumhängen zum Chillen, heißt entweder ein Big Sofa oder bequeme Sessel“, erklärt Mainzer Stumpp.
In Zukunft sollen noch weitere Wohnungen für das CJD Berufsbildungswerk Frechen außerhalb des CJD Geländes eingerichtet werden.













