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Die Wirk-lichkeit und das Gute

17.10.201610:20 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Gustav Echelmeyer

Die Wirk - lichkeit und das Gute

„How does it feel
to be without a home ?“
Bob Dylan

„Die Welt wird beherrscht von
Sex, Gewalt und Religion“
Paul Verhoeven

Plädoyer für eine gottlose Handlungsethik -

Religionsfrieden
„Kein Friede zwischen den Nationen ohne Friede zwischen den Religionen.“ Diesen Kerngedanken seines Projekts „Weltethos“ formulierte Hans Küng. Und damit hat er Recht. ü

Es wird aber nie einen Frieden unter den Religionen geben. Denn zu groß ist der Unterschied in jeder einzelnen Religion zwischen ultra-orthodoxen und liberalen Anhängern. Dieser Unterschied verhindert bereits Versöhnungsgespräche innerhalb einer Religion. Und erst recht zwischen den Religionen. So kann es zu keiner Annäherung zwischen den Religionen kommen. Von gegenseitiger Achtung, Anerkennung und Toleranz, von Frieden in und zwischen den Religionen ganz zu schweigen. Religionen und im Besonderen Konfessionen bekennen eigene (Glaubens-) Überzeugungen und sind dem Charakter nach mit einem „Alleinvertretungsanspruch“ behaftet, der die Brücke zu Andersglaubenden, zur Gesamtheit der Menschen zerstört.
Und jeder Hardliner in jeder Religion nennt „gute Gründe“ für sein Verhalten. Nichts weniger als das Ende der Menschheit, das Stürzen in einen Höllenschlund der Verdammnis u.ä. sind seine visionären Argumente. Religionen und die aus ihnen erwachsenen Konfessionen sind darauf aus ihren Bestand, ihren Einfluss, ihre Macht und ihr Vermögen auszubauen und zu sichern.

Was dann?
Wenn es keinen Frieden innerhalb der Religionen und zwischen den Religionen geben kann, muss ein anderer Weg gegangen werden, um zum Frieden unter den Menschen zu kommen.
Ein religionloser.
Ein Weg, der sich daran orientiert, dass es den Menschen besser geht. Und zwar unmittelbar. Nicht als eine spätere Vision im jetzt und schon gar nicht im Jenseits.
Gut ist, was jetzt Gutes wirkt!

Handlungsethik
So konkret wie möglich soll eine Handlungsethik entworfen werden, die sich an dem Ethikbeitrag Dietrich Bonhoeffers als Ausgangspunkt orientiert. (D.B. Ethik, Gütersloh 1992, 2. Aufl. darin: Christus, die Wirklichkeit und das Gute, direkt übernommene Formulierungen sind gekennzeichnet)

Befähigung
Diese Betrachtung geht davon aus, dass jeder Mensch zum guten Handeln befähigt ist.

Diese Ansicht umfasst zweierlei:
1. Die Befähigung zum guten Handeln bedeutet nicht, dass das Gute automatisch durch den Menschen entsteht.
2. Das wesentliche Element dieser Ethik ist die Handlung:

Gut ist der Mensch, der Gutes tut!

Damit sind wir bei dem entscheidenden Satz einer globalen Versöhnungsethik:

Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg' auch keinem Anderen zu!


Oder:

Behandle jeden Menschen so, wie du von ihm behandelt werden willst!

Ein Kernsatz des Menschseins der, nach Küng, in allen „Schriftreligionen“ dieser Welt vorkommt. (vergl. auch Tob. 4,15)

Die „Handlungsethik“ , um die es in dieser Betrachtung geht, fragt nicht nach dem Willen Gottes, nicht nach einem Dogma, einer Religion, einer Konfession. Sie braucht als Voraussetzung des Tuns eines Guten keine Glaubensentscheidung und schon gar keine Konfession.

Das Gute
Das Gute ist dadurch zu erkennen, dass es den Menschen besser geht und mein Gutsein, dass ich daran mitarbeite. Die letzte Wichtigkeit ist die Wirklichkeit selbst, die Wirklichkeit, in der die Gesamtheit der Menschen lebt.

Wirklichkeit
Mein ethisches Bemühen, das ethische Bemühen aller Menschen, besonders auch der Entscheider, sei darauf ausgerichtet, die Lebenswirklichkeit aller Menschen zu verbessern. Wo nicht die Lebenswirklichkeit der Menschen als „letzte Wirklichkeit“ gesehen wird, wo die letzte Wirklichkeit in einem „Gott“ liegen soll, verzerrt sich der Blick auf die Wirklichkeit der Welt. Das mag auch dem Einzelnen als Vorwand dienen, sich nur für diese letzte Wirklichkeit „in Gott“ zu interessieren. Sie sei wichtig für sein Seelenheil, die Lebenswirklichkeit der Menschen ist ihm zu profan.

Gutsein
Die Frage nach dem eigenen Gutsein, nach dem Gutsein der Welt beantwortet sich so:
Wird die Lebenswirklichkeit der Menschen durch (die politischen) Entscheidungen verbessert, ist es gut und die Welt wird gut. Arbeite ich an dieser Verbesserung dem Einzelnen und der Welt gegenüber mit, dann bin ich gut.

Erfolge
Die christliche Ethik, die ihren Ursprung in einer Wirklichkeit Gottes und in seiner Offenbarung in Jesus Christus sieht, hat in der Realität der Gesamtheit der Menschen nichts vollbracht. Was alle anderen Religionsethiken?
Lenken nicht alle Betrachtungen über Gottes Offenbarungsworte, die göttliche Gnade und die Auferstehung vom Kernproblem einer menschlichen (Handlungs-)Ethik, eben keiner christlichen Ethik, dass nämlich mein und unser Handeln auf die Verbesserung der Lebenswirklichkeit aller Menschen ausgerichtet sein soll, von dieser wahrhaft großen und noch nie in Angriff genommenen Aufgabe ab?

Unsere Wirklichkeit, die Wirklichkeit der Menschen, die Wirklichkeit der Welt, so wie wir sie als Menschen wahrnehmen können, das ist die letzte relevante Wirklichkeit.

Auch die Frage nach dem Gutsein der Welt beantwortet sich schlicht so: Die Welt ist gut, wenn es der Welt gut geht. Die Menschen sind gut, die am Gutsein der Welt arbeiten.

Tatsächliche Wirklichkeit
Wenn ich mich entscheiden soll, mit welcher Wirklichkeit ich rechnen möchte, dann möchte ich mich der tatsächlichen Wirklichkeit stellen und nicht der Wirklichkeit der Offenbarungsworte Gottes.
Das Problem der christlichen Ethik ist, dass sie um das Wirklichwerden einer Offenbarungswirklichkeit Gottes in Christus so bemüht ist, dass sie vergisst, in ihren Handlungen umfassend positiv und nachhaltig für die Menschen zu wirken.
Die Antwort auf die Frage nach dem Guten, ist die Teilhabe an der Problematik, alle Menschen mindestens mit ihren Basisbedürfnissen, essen, wohnen, kleiden, bilden und arbeiten zu versorgen.
Gut ist, wenn alle Menschen genug zu essen haben, ein Dach über dem Kopf, ordentlich gekleidet sind, an Bildung teilhaben können und Arbeit finden.

Zustand
Das Gute meiner Handlungen, das Gute des Handelns der Menschen misst sich ausschließlich am Zustand der Welt. Es gibt keine reale Wirklichkeit in Gott. Das eigene Gutseinwollen wird nur gemessen an der, auch noch so kleinen, Verbesserung der Welt, an der ich mitwirke. Insofern sind Person und Werk tatsächlich eins. Nur die Gesellschaft ist gut, die in der Summe ihrer Individuen gut ist. Die Trennung zwischen „gutem Menschen“ und „schlechter Gesellschaft“ wie von christlichen Theologen propagiert, ist irreführend.

Aporie
Die Folge theologischer Formulierungen zur Ethik führt in eine tatsächliche Aporie, eine Weglosigkeit, da ihr Ursprung, die Wirklichkeit in Gott zu suchen, ohne nachhaltigen „Erfolg“ für die Wirklichkeit der Menschen und der Welt bleibt.
Zwar ist es richtig, dass aus „guter Gesinnung“ häufig Schreckliches geschehen kann, denken wir nur an die Menschen, die angeblich in einer „guten Mission“ unterwegs sind und, bis heute, Schreckliches anrichten. (Ein alter Mann, Soldat der Wehrmacht, hat mir gesagt: Wir hatten den Auftrag, die Europa vom Bolschwismus zu befreien. Ein amerikanischer Soldat: Ich hatte den Auftrag, die Demokratie in den Irak zu tragen.)
Deshalb ist die Reduktion, eine gute Gesinnung ist daran zu erkennen, dass die aus ihr folgenden Handlungen direkt und unmittelbar darauf gerichtet sind, die Basisbedürfnisse aller Menschen zu befriedigen, notwendig.
Diese Reduktion entlarvt Ideologien, Theologien und weitere Gedankenkonstrukte, die sublim andere Ziele verfolgen, sofort. Die Lösung, „das Gute sei die in Gott gesehene Wirklichkeit“ hat in ihrer Wirkungsgeschichte wahrhaftig schrecklich gewütet und tut es immer noch!

Messbarer Erfolg
Richtig oder falsch, gut oder böse, das kann ethisch doch nur am Erfolg gemessen werden. Und Erfolg kann nur heißen: Allen Menschen muss es besser gehen. Und der Welt. Ohne diese Erfolgskontrolle ist Ethik nicht mehr als intelllektuelle Selbstbefriedigung. Erfolg ist Zukunft, aber nicht der Nebel einer fernen Zukunft, sondern er muss unmittelbar einsetzen und messbar sein.

So wird die Frage nach dem Guten nicht abstrakt, sondern konkret gestellt. Uns stehen zuverlässige Methoden zur Verfügung, die Entwicklung von Lebensbedingungen global zu messen: Zahl der Hungertoten (Welthungerindex), Anzahl der Wohnungen (Weltwohnungsindex), Bildungsstand Weltbildungsindex), Bruttosozialprodukt, all diese Parameter lassen sich erfassen und können der Kontrolle unserer Entscheidungen und Handlungen dienen. So wie man sich bei der Beurteilung der Preisentwicklung auf einen Warenkorb verständigt, so kann man eine Art „Weltwarenkorb zum Zustand der Welt“ entwickeln und Erfolg oder Misserfolg daran kontrollieren.

Unsere Wirklichkeit
Nicht Gott hält unsere Wirklichkeit in seinen Händen, sondern wir selbst. Und alles, was wir nicht in Händen halten, liegt an unserer begrenzten Möglichkeit, an fehlender Einsichtsfähigkeit.
Die Wirklichkeit, von der hier geredet wird, ist die Wirklichkeit, die wirkt. Und zwar positiv für Mensch und Welt.
Unsere Entscheidungen bestimmen unsere Wirklichkeit, im Kleinen wie im Großen. Das Gute verlangt nach dem Ganzen! Die Wirklichkeit ist nicht in Gott gegründet, die Welt in diesem Sinne keine Schöpfung, sondern eine entwickelte Gegebenheit.
Dabei ist es im Sinne dieser Handlungsethik nicht zielführend, sich lange damit zu beschäftigen, wie sie entstanden ist, wo Ursprung, Gegenwart und Zukunft des Universums liegen.
Eine Gegenwart des „Reiches Gottes“ in Gottes Selbstoffenbarung namens Jesus Christus zu finden, sind nebulöse Formulierungen, die vom Notwendigen völlig ablenken. Und sehr viele Menschen als Ziel einer positiven Entwicklung eo ipso ausschließt.

Das Ganze
„Teilbekommen an dem unteilbar Ganzen der Gotteswirklichkeit ist der Sinn der christlichen Frage nach dem Guten.“ (D.B.)
Der Sinn der Frage nach dem Guten stellt sich fundamental anders: Teilbekommen aller Menschen an dem unteilbar Ganzen einer Welt, die lebenswert für alle ist, das ist der Sinn der Frage nach dem Guten. In der Tat: „Die Wirklichkeit selbst lehrt, was gut ist.“ (D.B.) Natürlich ist der Versuch noch nie unternommen worden, die Forderungen nach der Verbesserung der Wirklichkeit aller Menschen zu erfüllen. Und jede unserer Entscheidungen daraufhin zu kontrollieren, in wie weit sie Mensch und Welt dienen. Niemand wird leugnen, dass das ein schwieriger Weg ist. Aber nicht dieser Ansatz ist „vulgär“ (D.B.), sondern die christliche Ethik, die die Wirklichkeit in Gott sucht und dabei täglich, und das seit mehreren tausend Jahren, Hungertote geschehen lässt.

Unsere Entscheidungen
Die Wirklichkeit ist eben nicht gegeben oder zufällig, sondern entsteht durch Entscheidungen der Menschen.
Sicher ist denkbar, dass es darüber hinaus noch Wirklichkeiten gibt, die wir nicht erkennen können. Aber sie sind für unser Leben auf der Erde nicht relevant.
Die Einheit des Guten entsteht durch das einheitliche Gutgehen aller Menschen.

Nach Bonhoeffers christlicher Ethik kann „weder von Gott noch von der Welt recht geredet werden ohne von Jesus Christus zu reden.“ (D.B.)
Welche unglaubliche Arroganz!
So kann nur jemand reden, dessen fettes Sattsein, ihm den Blick auf die Wirklichkeit aller Menschen verzerrt. Dieser hier implizierte Alleinvertretungsanspruch ist die Wurzel vielen Übels. Es ist nicht die Wirklichkeit Gottes, sondern die Wirklichkeit der menschlichen Lebensverhältnisse, die als Maßstab dessen, was gut ist, bestens dienen kann. Und da ist nicht Vieles gut. Alle Wirklichkeitsbegriffe, die davon reden, dass die Wirklichkeit Gottes in Jesus Christus in die Wirklichkeit dieser Welt eingegangen ist, verschleiern die Wirklichkeit selbst, ja führen sie ad absurdum.
Es geht nicht um die Feindschaft eines Ideals gegen das Seiende, auch nicht um die fanatische Durchführung einer Idee gegen das sich sträubende Seiende, es geht um nicht mehr und nicht weniger als hic et nunc das Leben der Menschen auf der Welt zu verbessern.
In Christus die Versöhnung zwischen dem Gesollten und dem Seienden zu bezeugen, ist ein verheerendes Vernebelungsmanöver. Und schiebt die eigene Verantwortung auf „transzendentale Schultern“.

Angebot
Das Angebot, teilzuhaben an der Gotteswirklichkeit und der Weltwirklichkeit zugleich, nämlich in Christus, ist dann nicht mehr notwendig, wenn durch die Weltwirklichkeit alle Menschen sich getragen, angenommen und versöhnt fühlen und zwar zunächst dadurch, dass sich ihre Lebensverhältnisse verbessern. Die Wirklichkeit der Welt betrachten und verbessern, dazu braucht es unseren Willen und keinen Gott. Die gedankliche Erfindung eines Gottes, die daraus erwachsenen Schriften, Religionen, Konfessionen, Gottesdienste und Rituale verhindern den Frieden unter den Menschen, weil sie eine eigene Gemeinschaft festigen und sie dadurch zu anderen Gemeinschaften abschotten und weil sie sich nicht erfolgreich um die Lebensbedingungen aller Menschen kümmern.
Warum tun sie es nicht?
Die Verantwortlichen in den organisierten Formen der Religionen wissen, dass man sie und ihre Institutionen weniger gebraucht, wenn es den Menschen gut geht. Und das schmälert ihren Einfluss, ihre Macht und ihr Vermögen.

Kurzer Ausflug
Die Tradition des christlich ethischen Denkens, wonach allzuviel Beschäftigung mit dem profanen Alltag der Menschen schlecht sei, weil es vom heiligen Denken über Gott nur ablenke, diese Zweiteilung, hier die Menschenwirklichkeit, dort die Gotteswirklichkeit, verbreitet noch immer den Geruch des Unanständigen über den, der sich mit der Menschenwirklichkeit ohne Gott beschäftigt. Diese Teilung des Denkens in regnum gratiae und regnum naturae bekämpft D.B. zwar, indem er die Gotteswirklichkeit und die Menschenwirklichkeit als untrennbar ansieht, aber sein „Es gibt nicht zwei Wirklichkeiten, sondern nur eine Wirklichkeit, und das ist die in Christus offenbargewordene Gotteswirklichkeit in der Weltwirklichkeit“ verhindert die Entwicklung von Kult und Konfession nicht und macht auch diese Ethik unwirksam in der Verbesserung der Weltwirklichkeit für die Menschen.
So interessant die Bergpredigt als politische Handlungsvorgabe auch wäre, so eindeutig ist ihr Versagen und das Versagen der Menschen, die ihr Handeln nach der auf ihr gründenden Ethik fußen lassen, für die Menschen.

Trennung
Wir können das Trennende der Begriffspaare weltlich-christlich, natürlich-übernatürlich, profan-sakral, vernünftig-offenbarungsgemäß ganz einfach überwinden, indem wir sagen: Für die Wirklichkeit der Menschen sind wichtig: Das Weltliche, das Natürliche, das Profane und das Vernünftge. Diese Begriffe sind völlig ausreichend, um die Weltwirklichkeit zu analysieren und Entscheidungen und Handlungen zum Wohl der Menschen zu generieren. Wenn das Weltliche, das Natürliche, das Profane und das Vernünftige an den Menschen verwirklicht wird, brauchen wir keine Einheit dieser Gegensatzpaare in Christus, weil – bei entsprechender Handlungsweise – gar keine relevanten Gegnsätze bestehen.

Verselbständigung
Mag doch das Weltliche sich verselbständigen, indem es ab heute nur die Entscheidungen trifft, die den Menschen dienen. Und zwar – wie schon oben beschrieben – kontrollierbar. Die Wirklichkeit wird nicht durch ein besseres Christentum, Judentum, Mohammedanertum oder, oder, oder besser, sondern durch die Verbesserung der Verhältnisse.
Man könnte einwenden, dass es der Weltverbesserung egal sein könnte, aus welchen Motiven heraus sie verbessert wird, aber die Geschichte lehrt, dass religös motivierte Ansätze nicht zur Verbesserung der Weltwirklichkeit geführt haben. Im Gegenteil. Die Welt muss nicht in Gott, Abraham, Christus oder Mohammed oder sonst wem angenommen sein, sondern der Mensch durch den Menschen um des Menschen willen. Und sonst nichts.
Es entsteht eine einzige Bindung: Ich bin an das Gutsein für Mensch und Welt gebunden. Diese Bindung ist konkret und nachvollziehbar. Es kann keine Willkür entstehen, sondern es muss das Notwendige dazu getan werden. Und dieses Notwendige ist ganz und gar offensichtlich. Ganz in der Welt stehen bedeutet: Stets das für eine gute Welt Notwendige zu tun.
Raum
Der Raum, den die Kirche durch ihr Gemeindeleben, ihre Gottesdienste, Dogmen und Ordnungen einnimmt, dieser Raum trennt sie eben von anderen Gemeinschaften und damit von einer nachhaltigen Wirksamkeit für alle Menschen.
Es reicht vollkommen aus, wenn die Gedanken der und des Menschen, auf das Gute aller Menschen ausgerichtet sind und zu entsprechenden Entscheidungen und Handlungen führen. Und selbst, wenn die Kirche kein Kultverein ist, der um seinen eigenen Bestand kämpft (D.B.), so braucht eine gute Weltwirklichkeit sie nicht, sondern das gute Handeln des Einzelnen und aller.
Die Welt ist mit sich selbst versöhnt, wenn sich allen Menschen Lebensperspektiven erschließen, die eben von entsprechenden Entscheidungen von Menschen ermöglicht werden. Raum muss die Menschheit den Menschen geben, die der Versöhnung aller Menschen dienen.
Teile der Gläubigen in Kirchen, Synagogen, Moscheen und Tempel mögen zwar vorgeben, für das Heil der Welt zu kämpfen. Umfassenden Erfolg haben sie dabei aber nicht.

Zeugnis
Es ist notwendig, Zeugnis darüber abzulegen, dass es der Welt gut geht. Und das kann nur in der gesamten Weltmenschheit geschehen. Fraktionen und erst recht religiöse braucht es dazu nicht.
Die Weltmenschheit ist gefordert, einen Heiligen Gutseinwollengeist zu entwickeln. Dieser entsteht durch gute Entscheidungen und den daraus erfolgenden guten Taten. Einen Heiligen Geist, der sich jemandem gibt, ist in diesem Sinne nicht zielführend.

Liebe
Es ist nicht nötig, dass ein Gott die Welt liebt, sondern dass die Menschen einander im Guten begegnen. „Die Annahme der Welt ist ein Wunder der göttlichen Barmherzigkeit“.(D.B.) Mit solchen Sätzen kann man den Geist mancher Menschen vernebeln, damit sie den Grund ihrer Armut nicht erkennen, ihn nicht benennen können und schon gar nichts unternehmen können, das zu ändern. „Es gibt eine Liebe zur Welt, die Feindschaft gegen Gott ist, weil sie am Wesen der Welt an sich und nicht aus der Liebe Gottes zur Welt entspringt“. (D.B.)
Hohlere Phrasen kann man in der Gegenwart einer Mutter, die ihr an Hunger, Schwäche und Krankheit sterbendes Kind in den Armen hält, nicht dreschen!
Es muss im Auftrag und im Wesen der Gemeinschaft der Menschen liegen, die Menschen miteinander zu versöhnen, indem man für alle Menschen das Lebensnotwendige schafft. Der Mensch muss vom Menschen angenommen werden.

Christus
Unrelevant für eine globale Handlungsethik sind die christologischen Thesen in Bonhoeffers Ethikbeitrag. Ich zitiere nur einige:
„Der Raum des Teufels ist immer nur zu Füßen Jesu Christi. …. Die Welt ist nicht zwischen Christus und dem Teufel aufgeteilt, sondern sie ist ganz und gar die Welt Christi.... Die Welt gehört zu Christus und nur in Christus ist sie, was sie ist. Ohne Christus von der Welt zu sprechen , ist leere Abstraktion. “
Bonhoeffer erkennt vier Mandate Gottes in der Welt, die Arbeit, die Ehe, die Obrigkeit, die Kirche.
Diese Ethik verhindert eine Verständigung zwischen den Menschen und ist von daher nichts als schädlich.
Vor den gesamten christlichen, jüdischen, islamischen und weltreligiösen Traditionen ist es schwer, eine notwendige Ethik neu zu denken. Allzu schwer lastet die Tradition in den Köpfen vieler Menschen. Es ist aber absolut nötig, sich neuen ethischen Gedanken zuzuwenden, weil alle weltreligiösen Ethiken in einem Punkt versagt haben, sie haben die Welt nicht besser gemacht. Im Gegenteil.

Mandate
Wenn wir von Mandaten sprechen, dann im ursprünglichen Sinne von „ex manu data“, aus der Hand gegeben. Nein. Aus der Hand ist jedem einzelnen Menschen nichts gegeben, sondern in seiner Hand, in seinen Entscheidungen liegt das Wohl der Welt. Die gute Ordnung der Menschen soll sich in der Befriedigung der Basisbedürfnisse aller Menschen bewegen.
Das mag profan erscheinen, mag profan sein. Wäre ein solcher Zustand erreicht, sehe die Welt entscheidend besser aus. Erreicht ist dieser Zustand nicht, sondern die Gesamtheit der Menschheit entfernt sich immer weiter von ihm.
Sollte dieser Zustand eines Tages erreicht sein, können wir getrost den Zustand dieser Welt betrachten und auch steilere Ethiken entwerfen. Wenn es dann noch nötig wäre, vorher aber nicht. Eine solche Welt wäre nicht konfliktfrei, aber es darf angenommen werden, dass die Gründe für kriegerische Auseinanderstzungen geringer wären. Und das wäre doch schon etwas.

Eden
Wenn wir ein religiöses Bild gebrauchen, dann eines aus den „Anfangstagen“ der Schriftreligion der Juden, Christen und Mohammedaner: Baut und bewahrt den Garten Eden! Kirchen, Synagogen, Moscheen und Tempel braucht es dazu nicht. Sie verhindern im Bund mit den Konfessionen, dass einen solcher Arbeitsauftrag erfolgreich ausgeführt werden kann.

Frieden
Schafft eine Welt nach dem Willen der Menschen!
Erkennt den Willen der Menschen bei dem Notwendigen für Hungernde, Kranke, Verstümmelte und Sterbende. Bei den Flüchtenden.
Sie künden von der Ganzheit der Wirklichkeit.
Die Welt wird keinen Frieden finden, wenn diese Ganzheit der Wirklichkeit keinen Frieden hat.

Yes, and how many deaths will it take 'til he knows
That too many people have died?
Bob Seeger

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