openPR Recherche & Suche
Presseinformation

ESCCAP informiert Dirofilaria repens: Besteht das Risiko einer Etablierung in Deutschland?

26.09.201619:55 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Untersuchungen zu Hautwürmern deuten auf potenzielles Verbreitungsrisiko in Brandenburg hin

Der Hautwurm Dirofilaria repens ist bislang in östlichen und südlichen Regionen Europas sowie in Afrika und Asien endemisch, kürzlich jedoch wurde er auch in der Region Berlin-Brandenburg bei Hunden, Moskitos sowie auch bei einem Menschen nachgewiesen. Im Juli 2016 wurde nun eine aktuelle Publikation vorgelegt, die sich zum Ziel setzte, genauere Daten hinsichtlich der Prävalenz von D. repens Infektionen bei Hunden und anderen CVBD (caninen vector-borne Diseases) zu erhalten. Zwar reichen die aktuellen Ergebnisse derzeit nicht als Beweis für eine stattfindende Etablierung von D. repens aus, dennoch schätzen Experten das Risiko als hoch ein, da der Erreger wiederholt sowohl in Hunden als auch in Stechmücken nachgewiesen werden konnte. Um die Zahl der Hautwurm-Infektionen bei Hunden in Deutschland – und das damit verbundene potenziell ansteigende Risiko für die Gesundheit des Menschen – künftig zu überwachen, seien jedoch weitere Studien erforderlich, schlussfolgern die Forscher der aktuellen Studie (Liesner et al. 2016, Vet. Parasitol. 224: 44-51), darunter Wissenschaftler vom Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin um Prof. Georg von Samson-Himmelstjerna, Vorsitzender von ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) Deutschland e.V.



Während eine Infektion mit dem Hautwurm bei Hunden überwiegend klinisch unauffällig verläuft, spielt sie jedoch für den Menschen als deren Fehlwirt eine größere Rolle, da sie hier empfindliche Krankheiten auslösen kann. Nach dem Stich infizierter Stechmücken gelangen die Larven des Erregers ins Blut und erreichen schließlich diverse Organsysteme, darunter die Haut, Augen oder verschiedene innere Organe, und rufen entsprechende organspezifische Krankheitssymptome hervor.

Die Ursache für die Verbreitung des Hundehautwurms liegt nach Ansicht der Wissenschaftler vor allem an veränderten klimatischen Bedingungen mit ausreichend langen durchgängigen Wärmeperioden. Darüber hinaus spielen bei der Verbreitung der Parasiten in Europa vermehrte Auslandsreisen mit Hund sowie die Einfuhr mit D. repens infizierter ausländischer Hunde eine Rolle. „Unbehandelt können die Parasiten in Hunden bis zu sieben Jahre persistieren“, weiß Prof. Egbert Tannich, Leiter der Abteilung für Molekulare Parasitologie am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM). Er betont, dass es besonders wichtig sei, möglichst viele befallene Hunde zu identifizieren und zu behandeln, um so eine Ausbreitung des Hundehautwurms zu unterbinden.

Prof. von Samson-Himmelstjerna rät zudem: „Bereits infizierte Tiere sollten über mindestens sechs Monate behandelt werden, und nach Absetzen der Medikation sollte regelmäßig darauf untersucht werden, ob wieder sogenannte Blutstadien auftreten.“ Weil die Entwicklungsdauer infektionstüchtiger Larven in den Stechmücken temperaturabhängig ist, sei eine gezielte Vorbeugung gegen den Erreger während der gesamten Mückensaison von März/April bis Oktober/November wichtig, um eine mögliche Infektionsgefährdung für den Menschen einzudämmen, betonte der Experte weiter.

In Deutschland ist zur Vorbeuge sowie zur Therapie bei befallenen Hunde einzig der Wirkstoff Moxidectin zugelassen. Zur Vorbeugung von D. repens-Infektionen bei Hunden kann nur eine regelmäßige, monatliche Behandlung einen geeigneten Schutz bieten. Zur weiteren Reduktion eines Infektionsrisikos durch die Mücken eignen sich Repellentien sowie mechanische Schutzmaßnahmen wie Moskitonetze. Die Therapie einer bestehenden Infektion sollte mindestens sechs Monate andauern; auch nach dem Absetzen der Medikation sind regelmäßige Bluttests empfehlenswert. Die Entfernung von Hundehautwürmern beim Menschen kann chirurgisch erfolgen.

Viele weitere Informationen rund um das Thema Parasiten finden Tierhalter und Tierärzte online auf www.esccap.de und www.hund-katze-wuermer.de.

---Ende der Pressemitteilung--- (Zeichen mit Leerzeichen: 4.052)
Pressemitteilung von ESCCAP Deutschland e.V., 23. September 2016.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 920108
 727

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „ESCCAP informiert Dirofilaria repens: Besteht das Risiko einer Etablierung in Deutschland?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von ESCCAP Deutschland e.V.

Bild: Entwurmung beim Pferd: kostenfreies ESCCAP-Webinar für TierärzteBild: Entwurmung beim Pferd: kostenfreies ESCCAP-Webinar für Tierärzte
Entwurmung beim Pferd: kostenfreies ESCCAP-Webinar für Tierärzte
[Berlin, 24. Juli 2018] Seit dem 13. Juni 2018 steht Tierärzten das ESCCAP-Webinar zum Thema Entwurmung beim Pferd auf vet-webinar.com kostenlos zur Verfügung. Referent Professor Dr. Georg von Samson-Himmelstjerna stellt hier anschaulich die brandaktuelle Empfehlung zur Behandlung und Bekämpfung gastrointestinaler Parasiten beim Pferd der europäischen veterinärparasitologischen Vereinigung ESCCAP Europe vor. Jedes Pferd benötigt eine konsequente und zielgerichtete Wurmkontrolle. Welche Behandlungsstrategien und Kontrollmaßnahmen die unabhän…
Bild: ESCCAP-Service: Erster Modul-Leitfaden zum Thema HelminthenBild: ESCCAP-Service: Erster Modul-Leitfaden zum Thema Helminthen
ESCCAP-Service: Erster Modul-Leitfaden zum Thema Helminthen
In Europa können Hunde und Katzen von einer Vielzahl verschiedener Würmer, wie Nematoden (Rundwürmer), Zestoden (Bandwürmer) und Trematoden (Saugwürmer), befallen sein. ESCCAP Deutschland veröffentlicht nun den ersten Modul-Leitfaden zur Bekämpfung von Würmern bei Hunden und Katzen. Der Leitfaden bietet auf 24 Faktenkarten einen kurzen Überblick über die wichtigsten Wurmarten. Zudem gibt er Empfehlungen zur Bekämpfung von Würmern, um Tiere und/oder Menschen vor Infektionen zu schützen. Der kostenfreie Modul-Leitfaden ist als eine weitere St…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: ESCCAP informiert: Zoonosen – Gesundheitsrisiko für Mensch und TierBild: ESCCAP informiert: Zoonosen – Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier
ESCCAP informiert: Zoonosen – Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier
… des Instituts für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin an der Freien Universität Berlin und Vorsitzender von ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) Deutschland e.V. Gründe dafür sind unter anderem die erhöhte Reisemobilität, das zunehmende Bevölkerungswachstum, die veränderte Tierzucht und Tierhaltung sowie die klimatischen …
Bild: ESCCAP informiert: Parasiten, eine Bedrohung für Tier und Mensch: Wie lässt sie sich stoppen?Bild: ESCCAP informiert: Parasiten, eine Bedrohung für Tier und Mensch: Wie lässt sie sich stoppen?
ESCCAP informiert: Parasiten, eine Bedrohung für Tier und Mensch: Wie lässt sie sich stoppen?
… wachsende Reisetätigkeit und des häufigen Imports von Tieren – beispielsweise von Hunden – aus den südlichen Ländern Europas kommen immer wieder neue Erreger auch nach Deutschland. Mit weitreichenden Folgen: Erreger die bisher hierzulande nicht heimisch sind werden dies und bedrohen die Gesundheit von Mensch und Tier. Wie man dieser Entwicklung begegnen …
Bild: ESCCAP Europe veranstaltet VBD 2016Bild: ESCCAP Europe veranstaltet VBD 2016
ESCCAP Europe veranstaltet VBD 2016
… Veterinärmedizinischen Fakultät in Madrid. Zudem wird es verschiedene Präsentationen von geladenen Gastrednern geben. Unter diesen: • Barbara Kohn (Freie Universität Berlin, Deutschland) • Reinhard K. Straubinger (Universität München, Deutschland) • Gad Baneth (Hebräische Universität Jerusalem, Israel) • Guadalupe Miró (Universität Complutense Madrid, …
Bild: FECAVA und ESCCAP vereinen ihre Kräfte im Kampf gegen durch Vektoren übertragene KrankheitenBild: FECAVA und ESCCAP vereinen ihre Kräfte im Kampf gegen durch Vektoren übertragene Krankheiten
FECAVA und ESCCAP vereinen ihre Kräfte im Kampf gegen durch Vektoren übertragene Krankheiten
Herzwurm, Babesiose, Leishmaniose… FECAVA und ESCCAP vereinen ihre Kräfte im Kampf gegen durch Vektoren übertragene Krankheiten Die Federation of Companion Animal Veterinary Associations (FECAVA) und das European Scientific Counsel for Companion Animal Parasites (ESCCAP) haben im Mai 2017 entschieden, ihre Kräfte im Kampf gegen durch Vektoren übertragene …
Bild: ESCCAP informiert: Neuer Toxoplasmose-Flyer: Gut informiert in der SchwangerschaftBild: ESCCAP informiert: Neuer Toxoplasmose-Flyer: Gut informiert in der Schwangerschaft
ESCCAP informiert: Neuer Toxoplasmose-Flyer: Gut informiert in der Schwangerschaft
zte) einsehen, downloaden und bestellen. Viele weitere Informationen und hilfreiche Tipps rund um das Thema Parasiten finden Tierhalter und Tierärzte online auf www.esccap.de / www.esccap.at und www.hund-katze-wuermer.de. Besuchen Sie uns auch auf Facebook und Twitter! Pressemitteilung von ESCCAP Deutschland e.V., 02.06.2017
ESCCAP informiert: Aktualisierte Empfehlungen zu Giardien
ESCCAP informiert: Aktualisierte Empfehlungen zu Giardien
Giardia intestinalis kommt bei einer Vielzahl von Wirbeltieren vor und ist bei Jungtieren unter einem Jahr der häufigste Erreger von Endoparasitosen. ESCCAP Deutschland e.V. hat nun die Hinweise zur Diagnostik, Therapie und Prävention von Giardien innerhalb der Protozoen-Empfehlung überarbeitet. Giardia-Infektionen verlaufen häufig über lange Zeit und …
ESCCAP informiert: Reisen mit Haustier – was ist wichtig?
ESCCAP informiert: Reisen mit Haustier – was ist wichtig?
… einschließlich aller Mittelmeer- sowie auch osteuropäischer Länder, gilt es, Parasitenbefall bei Haustieren wirksam vorzubeugen. Übrigens: Auch wer die Ferien mit seinem Tier in Deutschland verbringt, sollte sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. Im Zuge des Klimawandels und des zunehmenden Reiseverkehrs mit Tieren haben sich einige nicht-heimische Parasiten …
Bild: Entwurmung beim Pferd: kostenfreies ESCCAP-Webinar für TierärzteBild: Entwurmung beim Pferd: kostenfreies ESCCAP-Webinar für Tierärzte
Entwurmung beim Pferd: kostenfreies ESCCAP-Webinar für Tierärzte
… Pferd Professor von Samson-Himmelstjerna, Leiter des Instituts für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin und 1. Vorsitzender von ESCCAP Deutschland e.V., stellt im Webinar die wichtigsten Wurmspezies beim Pferd vor. Die praxisorientierten Behandlungsempfehlungen umfassen dabei Vorkommen, Biologie, Klinik, Diagnose und …
Bild: ESCCAP informiert: Gesundheitsvorsorge beim Kleintier – Vorbeugen ist besser als HeilenBild: ESCCAP informiert: Gesundheitsvorsorge beim Kleintier – Vorbeugen ist besser als Heilen
ESCCAP informiert: Gesundheitsvorsorge beim Kleintier – Vorbeugen ist besser als Heilen
… Impfungen bei, durch die verschiedenen viral und bakteriell bedingten Erkrankungen vorgebeugt werden kann. Zum Schutz vor parasitären Infektionserregern bei Hund und Katze in Deutschland stehen allerdings keine Impfungen zur Verfügung. Da jedoch Parasiten schwere Erkrankungen sowohl beim Tier als auch beim Menschen verursachen können, ist eine genaue …
Bild: ESCCAP informiert: Haustiere vor Parasiten schützen – Das A & O der HygieneregelnBild: ESCCAP informiert: Haustiere vor Parasiten schützen – Das A & O der Hygieneregeln
ESCCAP informiert: Haustiere vor Parasiten schützen – Das A & O der Hygieneregeln
Ein neuer Praxis-Service von ESCCAP zeigt die grundlegenden Hygienemaßnahmen zum Parasiten-Schutz von Hund und Katze auf einen Blick. In der Zusammenfassung von ESCCAP finden Tierärzte nützliche Tipps, wie sie Basismaßnahmen zur Hygiene zum Parasitenschutz an Tierhalter kommunizieren können. Außerdem: Die wichtigsten Empfehlungen zum Ektoparasitenschutz …
Sie lesen gerade: ESCCAP informiert Dirofilaria repens: Besteht das Risiko einer Etablierung in Deutschland?