(openPR) (sra) Die chronische Polyarthritis ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung der Gelenke. Meist beginnt der erste Schub zwischen dem 25. und 50. Lebensjahr. In Deutschland leiden rund 800.000 Menschen darunter. Ursache ist das eigene Immunsystem: Es identifiziert körpereigenes Gewebe als fremd. Zunächst entzünden sich die Gelenke und das umliegende Gewebe. Dann wird die Knorpelsubstanz angegriffen und zerstört. Im dritten Stadium verformen sich die Gelenke. Letztendlich verknöchern sie und werden zunehmend steif. Dass dieser Prozess mit starken Schmerzen verbunden ist, liegt auf der Hand.
Die Behandlung der Schmerzen erfolgt in der Regel nach dem Stufenschema der Weltgesundheitsorganisation WHO, das diese bereits vor über 20 Jahren zur Behandlung starker Krebsschmerzen entwickelt hat. Die Therapie beginnt zunächst mit leichten Schmerzmitteln aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Hierzu zählen Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol oder Ibuprofen. Reicht die Wirkung dieser Mittel nicht aus oder überwiegen die Nebenwirkungen, wie Magenschmerzen, werden diese Arzneimittel mit schwachen Opioiden wie Tilidin oder Codein kombiniert oder durch sie ersetzt. Reicht die Wirkung dieser Mittel auch nicht aus, so werden in der dritten Stufe starke Opioide wie Fentanyl oder andere Morphinabkömmlinge verabreicht.
Doch häufig kommt es gar nicht zu diesem letzten Schritt, obwohl viele Patienten mit chronischer Polyarthritis schmerztherapeutisch unterversorgt sind. „Eine große Zahl von Rheumapatienten hält die Schmerzen unnötigerweise aus“, bestätigt auch Dr. Dietmar Krause, Leiter des Forums Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e. V., Marburg. Grund hierfür sind unberechtigte Ängste bei der Anwendung starker Schmerzmittel.
„Gründe für die Zurückhaltung der Patienten sind die Sorge vor Abhängigkeit und Nebenwirkungen“, sagt Krause. Dabei ist das Problem der Abhängigkeit seit Jahren gelöst. „Wenn es sich um ein Opioid handelt, das seinen Wirkstoff gleichmäßig und kontinuierlich abgibt, wie beispielsweise bei Schmerzpflastern der Fall, ist die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit sehr gering“, bestätigt der Marburger Schmerzexperte. Es wird dadurch kein Hochgefühl, kein „Kick“, ausgelöst. Beim Absetzen des Medikaments ist allerdings darauf zu achten, dass die Dosis langsam wieder vermindert wird.
„Was die Nebenwirkungen betrifft, sind Opioide für die Langzeitbehandlung besser geeignet als andere Schmerzmittel“, erklärt Krause weiter. Sie können über einen langen Zeitraum eingenommen werden, ohne dass sie wirkungslos werden oder, wie andere Schmerzmittel, Organschäden verursachen. Zu den typischen Nebenwirkungen von Opioiden zählen Übelkeit, Verstopfung oder Müdigkeit. Die Beschwerden klingen aber meist nach etwa zwei Wochen ab und lassen sich durch andere Medikamente leicht behandeln. Bei Schmerzpflastern, beispielsweise mit dem Wirkstoff Fentanyl, sind diese Nebenwirkungen viel seltener als bei Tabletten, weil mit dem Pflaster der Magen-Darm-Trakt umgangen wird.
Hat der Patient die Schmerzen erst einmal im Griff, ist er viel eher in der Lage die gelenkerhaltenden, krankengymnastischen Übungen und Ergotherapie durchzuführen. Krause rät daher, die Möglichkeiten der modernen Schmerztherapie auszunutzen.
Weitere Informationen zum Thema bietet die Broschüre „Starke Schmerzen bewältigen“, die Sie gegen Einsendung eines mit 1,45 Euro frankierten DIN A5-Rückumschlages unter dem Stichwort: Chronische Schmerzen beim Deutschen Grünen Kreuz, Postfach 12 07, 35002 Marburg, anfordern oder als Download unter www.forum-schmerz.de herunterladen können.













