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Gebremstes Wachstum

29.04.200402:17 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Trotz des schwierigen Umfelds gelang es der Fraunhofer-Gesellschaft auch im vergangenen Jahr 2002 ihr Finanzvolumen zu steigern; und zwar um 80 Millionen Euro, von 992 Mio Euro im Jahre 2001 auf nun 1,072 Milliarden Euro. Der Zuwachs geht vor allem auf die Vertragsforschung zurück, die um 73 Mio Euro gewachsen ist. Allerdings hat dazu die Übernahme des Heinrich-Hertz-Instituts mit 30 Mio Euro€ beigetragen. Die Verteidigungsforschung und die Bau-Investitionen blieben weitgehend auf den Werten des Vorjahres.



Ende des vergangenen Jahres haben sich die Rahmenbedingungen für die Fraunhofer-Gesellschaft dramatisch verschlechtert, da seither sowohl die öffentliche Förderung als auch die Auftragsforschungsmärkte einbrechen. Überraschend kündigte der Bund seine bisherigen Zusagen und verordnete eine Nullrunde für die institutionellen Förderung der Forschungseinrichtungen. Die Fraunhofer-Gesellschaft mußte darüber hinaus eine Zuwendungskürzung von 22 Mio Euro im Jahr 2002 verkraften, im Jahr 2003 werden weitere 17 Mio Euro gestrichen. Dieses Beschneiden der Zuwendungen ist gerade jetzt besonders kritisch. Denn in diesen schwierigen Zeiten erwarten insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen Innovationsimpulse und FuE-Unterstützung von den Forschungseinrichtungen.

Umso mehr begrüßt Prof. Hans-Jörg Bullinger, der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, die Ankündigung des Bundeskanzlers, die Etats der Forschungsorganisationen ab 2004 wieder um jährlich 3 Prozent zu erhöhen. »Dies ist eine richtige Weichenstellung und ein deutliches Signal an die Wirtschaft, ebenfalls ihre Forschungsanstrengungen zu verstärken. Wir werden darauf drängen, dass solche Steigerungsraten auch realisiert werden. Denn nur durch mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung können wir Deutschland auch in Zukunft eine technologische und wirtschaftliche Spitzenposition sichern«, unterstreicht Fraunhofer-Präsident Bullinger: »Wenn die angewandte Forschung einen Beitrag zur Überwindung der wirtschaftlichen Probleme leisten soll, dann muß sie auch gefördert werden«. Die Fraunhofer-Gesellschaft wirkt als Motor im Innovationsgeschehen. Derzeit kommt es vor allem darauf an, die Innovationsprozesse in den Unternehmen zu beschleunigen, damit sie auch künftig wettbewerbsfähig bleiben oder es wieder werden.

Die Erträge der Fraunhofer-Gesellschaft stiegen von 542 auf 562 Mio Euro. Während die Wirtschaftserträge mit 274 Mio Euro€das Vorjahresniveau knapp halten konnten, stieg die Projektförderung von Bund und Ländern um 15 Mio Euro auf nunmehr 200 Mio Euro. Auch die Erträge aus dem internationalen Markt stiegen leicht an, um 2 Mio Euro auf insgesamt 82 Mio Euro. Vor allem die Projekte mit der Europäischen Union wurden auf 33 Mio Euro ausgebaut.

Insgesamt sank jedoch der Ertragsanteil von 64 Prozent im Jahre 2001 auf nun 61 Prozent. Das bedeutet, dass sich der Grundfinanzierungsanteil auf 39 Prozent erhöhte, obwohl gleichzeitig die Grundfinanzierung gekürzt wurde. Die Lücken wurden durch Reserven geschlossen, die in den Vorjahren zur Risikovorsorge angelegt wurden.

Die Fraunhofer-Gesellschaft beschäftigte Ende 2002 rund 13 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das entspricht 9 100 Vollzeitbeschäftigten. Etwa 400 Auszubildende fanden in der Fraunhofer-Gesellschaft einen Ausbildungsplatz. Rund 3 800 Studenten arbeiteten während des Studiums in den Instituten an Forschungsarbeiten und Projekten mit. Daraus resultierten mehr als 1 000 Diplomarbeiten und rund 400 Promotionen, die in enger Kooperation mit den Hochschulen durchgeführt wurden. Unter Studienabgängern ist die Fraunhofer-Gesellschaft ein gefragter Arbeitgeber. Das zeigten mehrere Umfragen, bei denen die Fraunhofer-Gesellschaft auf den vorderen Plätzen landete.

Im laufenden und den kommenden Jahren muß neben der Kürzung der Grundfinanzierung mit einem Rückgang der Projektmittel und einem Einbruch bei den Aufträgen mit der Wirtschaft gerechnet werden. Jüngste Zahlen des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft zeigen einen nur geringen Anstieg der FuE-Aufwendungen der Wirtschaft von 2001 nach 2002. Interne Berechnungen und Abfragen bei den Fraunhofer-Instituten weisen derzeit auf eine schwierigere Auftragslage hin. Da also gleichzeitig bei allen drei Säulen des Fraunhofer-Finanzierungsmodells Rückgänge zu erwarten sind, ist der Vorstand gezwungen, die mittelfristige Finanzplanung anzupassen. Einsparungen sind unvermeidlich: Einige Baumaßnahmen werden aufgeschoben, bei einigen Instituten und in der Zentrale werden Aufwandsreduzierungen vorgenommen und Personal abgebaut.

»Die Fraunhofer-Gesellschaft ist aufgrund ihrer wirksamen Controlling-Prozesse und ihrer flexiblen Personalsteuerung in der Lage, flexibel auf derartige Krisen im Umfeld zu reagieren«, betont Finanzvorstand Dr. Alfred Gossner. »Gleichwohl bedarf sie einer verlässlichen institutionellen Förderung, um den Umfang und die Qualität der FuE-Dienstleistungen für die Wirtschaft aufrecht erhalten zu können«. Ansonsten müsste die Fraunhofer-Gesellschaft den Schwerpunkt ihrer Tätigkeiten auf kurzfristige Produkt- oder Prozessoptimierungen verschieben. Doch für die Zukunftssicherung des Standorts Deutschlands wäre es besser, sie würde ihren Hauptauftrag verfolgen: System- und Technologieentwicklungen mittelfristig voranzutreiben, um Innovationen in der Wirtschaft zu stimulieren.

 

Ansprechpartner

Franz Miller

Telefon 0 89 / 12 05-5 46

Fax 0 89 / 12 05-7 13

Fraunhofer-Gesellschaft

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