(openPR) Auf der 41. Auktion für Historische Wertpapiere der HWPH AG am 16. April 2016 in Würzburg (Auktion ab 11.00 Uhr, Besichtigung ab 9.00 Uhr, Katalog unter www.hwph.de, Telefon: 0 81 06 –
24 61 86, E-Mail:
Spitzenstück der Auktion ist Los 568 (Mindestgebot 10.000 €), ein 1647 in Ipswich, Großbritannien, ausgegebener Anteilschein für das Schiff Providence (früher Bridget). Es ist einer der ältesten für Sammler überhaupt verfügbaren Anteilscheine. Die älteste bekannte Aktie stammt aus dem Jahr 1606 und befindet sich im Amsterdamer Stadtarchiv. Mit der 1824 ausgegebenen Gründeraktie der Zweyten Assecuranz-Compagnie aus Lübeck kommt ein weiteres Highlight zur Versteigerung (Los 575, Mindestgebot 10.000 €). Die bisher im Sammlermarkt unbekannte Aktie ist die älteste Aktie Schleswig-Holsteins. Insgesamt wurden seinerzeit nur 180 Papiere ausgegeben.
Regionalsammler kommen in Würzburg ebenfalls auf ihre Kosten. Unter den 50 Highlights wird die
Aktiengesellschaft für landwirtschaftliche Maschinen vormals Gebr. Buxbaum (Los 590, Mindestgebot 1.400 €), ausgegeben im Dezember 1909 in Würzburg, angeboten. Auf der Aktie des Herstellers von landwirtschaftlichen Maschinen sind zahlreiche Gerätschaften, die in der Landwirtschaft verwendet wurden, zu sehen. Die Aktie zählt zu den dekorativsten Historischen Wertpapieren aus Deutschland.
Ein interessantes Geschäftsmodell verfolgte die Actien-Gesellschaft Mainkette (Los 585, Mindestgebot 1.500 €): Zwischen 1886 und 1936 betrieb sie die Kettenschifffahrt auf dem Main, eine spezielle Art des Schiffstransports. Im Fluss wurde eine Kette verlegt. Entlang dieser zogen sich Kettenschleppschiffe mit mehreren angehängten Schleppkähnen stromaufwärts. Die neue Technik löste die bis dahin übliche Treidelschifffahrt ab, bei der die Schiffe von Pferden gezogen wurden. Die Actien-Gesellschaft Mainkette verlegte die Kette im Main und betrieb die Schiffe. Diese wurden 1886 auf der Neckarwerft in Neckarsulm gebaut. Am 7. August 1886 wurde die Strecke zwischen Mainz und Aschaffenburg in Betrieb genommen. Bis Oktober des gleichen Jahres waren die drei Kettenboote Mainkette I-III auf dieser Strecke im Einsatz. Das Tuten der Kettenschleppschiffe und die laut rasselnden Ketten führten landläufig zu der Bezeichnung Mainkuh. 1936 wurde die Kettenschifffahrt unrentabel und ist eingestellt worden.
Abgerundet wird das regionale Angebot von einem 1718 in Essfeld ausgegebenen Testimonium (Los 154, Mindestgebot 500 €). Das Dokument wurde auf Pergament verfasst.
Die komplette Transformation einer Gesellschaft, beginnend mit einer simplen Geschäftsidee bis hin zu einem der größten Finanzgesellschaften heute, können interessierte Sammler bei Los 586 bestaunen: Die Sammlung umfasst insgesamt 40 Historische Wertpapiere rund um American Express. Spitzenstück der Sammlung ist die am 6. August 1853 ausgestellte Gründeraktie mit den Original-Signaturen von Henry Wells, William G. Fargo und Alex Holland. Das Stück zeichnet allein für fast die Hälfte des Ausrufpreises 10.000 € verantwortlich. 1841 unternahm Henry Wells seine erste „Express-Fahrt“. Er transportierte Gold, Silber und Papiergeld. Anfangs bot die Gesellschaft keine Finanzdienstleistungen an. Da aber viele große Banken zu den Kunden gehörten, erkannte die Firma schnell, dass das Transportieren von Aktienzertifikaten, Währungen und anderen Bankgütern rentabler ist als der Transport größerer Fracht. 1882 bot American Express erstmals Postanweisungen an, 1891 folgten die ersten Reiseschecks. Bereits 1959 stieg die Firma ins Kartengeschäft ein. Die erste Kreditkarte, die Optima Card, bot American Express 1987 an. Heute wird rund ein Viertel aller Kreditkartentransaktionen in den USA mit einer Amex-Karte ausgeführt.
Über Historische Wertpapiere:
Historische Wertpapiere, auch Nonvaleurs genannt, sind alte Aktien- und Anleihezertifkate ohne Börsenwert. Bei Sammlern stehen die antiken Urkunden hoch im Kurs. Das Sammelgebiet wird auch als Scripophily (oder Scripophilie im Deutschen) bezeichnet.













