(openPR) Auf der 50. Auktion für Historische Wertpapiere der HWPH AG am 15. September 2018 in Würzburg (Barockhäuser, Neubaustr. 12) kommen 912 Historische Wertpapiere, also alte Aktien- und Anleihe-Urkunden, zum Ausruf. Die Auktion beginnt um 11.00 Uhr, die Besichtigung der Wertpapiere ist ab 9.00 Uhr möglich. Den Katalog gibt es online unter www.hwph.de oder in gedruckter Form unter Telefon: 0 81 06 – 24 61 86, E-Mail:
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Absolutes Highlight der Auktion ist ein 1795 ausgegebener Kux (Bergwerks-Anteil) über 20 Thaler des Ilmenauer Kupfer- und Silberbergwerks (Los 650, Mindestgebot 20.000 Euro, https://connect.invaluable.com/hwph/auction-lot/Ilmenauer-Kupfer-und-Silberbergwerk_F594477ABC/ ). Dieser wurde von Johann Wolfang von Goethe signiert. Nachdem Goethe 1776 Mitglied im dreiköpfigen Beratergremium von Herzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach wurde, erstreckte sich seine Beamtentätigkeit ab 1777 auf die Erneuerung des Ilmenauer Bergbaus. In dieser Funktion unterschrieb Goethe 1793 den Bergwerks-Anteil. Goethes Initiative zur Wiederbelebung des Kupfer- und Silberbergbaus in Ilmenau erwies sich als wenig erfolgreich, weshalb er 1812 schließlich ganz eingestellt wurde.
Neben dem Goethe-Kux kommt in der Jubiläumsauktion der HWPH Historisches Wertpapierhaus AG ein weiteres Spitzenstück deutscher Finanzgeschichte unter den Hammer: Die älteste deutsche Aktie! Bereits am 5. April 1754 wurde die Aktie der Preussisch Bengalischen Compagnie (Los 649, Mindestgebot 15.000 Euro, https://connect.invaluable.com/hwph/auction-lot/Preussisch-Bengalische-Compagnie-Compagnie-Roya_FE6477F80F/ ) in Emden emittiert. Ziel der Kolonialgesellschaft war es, kostbare Güter wie etwa Gewürze, Perlen oder Seide aus dem fernen Asien zu importieren. Die erste Expedition unternahm die Gesellschaft im Jahr 1754. Fünf Jahre später folgte eine zweite Reise nach Asien. Allerdings erwies sich das Geschäftsmodell als wenig erfolgreich, weshalb die Firma nach nicht einmal zehn Jahren liquidiert wurde. Unterm Strich verloren die Investoren drei Viertel ihres eingesetzten Kapitals.
Mit zahlreichen Raritäten gespickt sind auch die beiden Sammlungen, die als komplette Sammlungen angeboten werden: Los 653 enthält 192 verschiedene Hamburger Stadt- und Staatsanleihen. Das älteste Papier stammt aus dem Jahr 1634! Die Anleihen zeigen sehr schön auf, dass die Stadt Hamburg über fast vier Jahrhunderte hinweg immer wieder Geld bei ihren Bürgern aufnahm, um ihre Ausgaben zu finanzieren. In schwierigen Zeiten, wie nach der Hyperinflation 1923, lauteten die Schuldverschreibungen zeitweise sogar auf Pfund oder US-Dollar und waren teilweise mit Gold unterlegt. Die Sammlung ist ein einzigartiges Zeugnis der Finanzierung der Freien und Hansestadt Hamburg! Das Mindestgebot beträgt 20.000 Euro.
Mehr als 35 Jahre hat Ulrich Drumm Aktien und Anleihen des Ottomanischen Kaiserreichs und der Türkei gesammelt. Seine aus 274 Stücken bestehende Sammlung kommt am 15. September unter Los 682 (Mindestgebot 20.000 Euro) zur Versteigerung. Bereits 1983 hat Drumm das Standardwerk Historische Wertpapiere – Band 5 - Ottomanisches Kaiserreich und Türkei - Aktien und Anleihen 1854 – 1938 herausgebracht. Nahezu alle im Buch abgebildeten Stücke sind auch in der Sammlung enthalten. Darüber hinaus kamen im Laufe der Jahre noch weitere Raritäten hinzu. Zahlreiche Stücke der Sammlung waren einzeln bisher noch gar nicht angeboten.
Weitere Highlights der Versteigerung: Gründeraktie des Suez-Kanals (Los 658, Mindestgebot 3.800 Euro), Gründeraktie des Frankfurter Palmen-Gartens (Los 668, Mindestgebot 5.000 Euro), der Hippodrom AG (Los 676, Mindestgebot 5.000 Euro) sowie des Deutschen Opernhauses in Berlin (Los 677, Mindestgebot 4.000 Euro), Aktie des Moskauer Nobel-Kaufhauses GUM (Los 688, Mindestgebot 3.000 Euro).
Über Historische Wertpapiere:
Historische Wertpapiere, auch Nonvaleurs genannt, sind alte Aktien- und Anleihezertifkate ohne Börsenwert. Bei Sammlern stehen die antiken Urkunden hoch im Kurs. Das Sammelgebiet wird auch als Scripophily (oder Scripophilie im Deutschen) bezeichnet.













