(openPR) Stetig sinkende Umsätze bei steigenden Kursen lassen nichts Gutes ahnen. Banken und Zocker dürften an den Aktien- und Anleihen-Börsen inzwischen so ziemlich unter sich sein. Denn bei den gegenwärtigen Kursen sind Aktien und Anleihen für risikobewußte Privatanleger sicherlich keine empfehlenswerte Geldanlage mehr.
Die Verkäufer bei den Banken reagieren auf diese Überlegung gern mit dem Hinweis, daß es sich langfristig dennoch lohnen könne, in Aktien zu investieren. Sicherlich, nur langfristig sind wir alle tot. Die meisten möchten gern während ihres Lebens schon etwas von ihrem Geld haben. Auch fragt sich der Kunde, warum er ausgerechnet in Risikopapiere langfristig investieren solle? Wer über die wirtschaftliche Lage nicht ganz uninformiert ist, braucht nicht einmal einen Crash zu befürchten, um die derzeitigen Aktienkurse als sehr ambitioniert zu betrachten.
Anleihen zu 160 Prozent zu kaufen, die bei Ablauf nur zu hundert ausgezahlt werden, ist natürlich ohnehin kein Thema für die seriöse private Geldanlage. Bei den derzeitigen Kursen sind auch die Anleihen der solidesten Schuldner Hochrisikoanlagen – eigentlich nur Papiere für sehr kurzfristig agierende Zocker.
Daß Banken und Zocker – deren Personalunion erfahrungsgemäß nicht ausgeschlossen ist – an den Börsen so gut wie unter ihresgleichen sind, ist deshalb recht wahrscheinlich. Allenfalls mischen am Rande noch einige Vermögensverwalter mit. Daß die Banken, denen der Eigenhandel leider nicht verboten ist, das Börsenrisiko wagen, kann man nur als pure Verzweiflungstat betrachten. Denn sie erlösen wegen des auf null gesetzten Einlagenzinses der EZB, extrem niedriger Marktzinsen und wegen der flauen Kreditnachfrage seitens der Konsumenten und Wirtschaftsbetriebe geringere Erträge. Die Kosten laufen aber weiter und können auch nicht beliebig reduziert werden.
Was also am besten mit dem vielen spottbilligen Geld anfangen, das offensichtlich niemand braucht?
Der Gedanke liegt nahe, mit dem Geld an den Börsen zu spielen. Wenn aber die Mitspieler alle nur Banken und (semi-)professionelle Zocker sind, kann bei der Sache eigentlich nichts anderes herauskommen als gefährliche Kurstreiberei. Profitieren kann nur, wer dann rechtzeitig wieder verkauft. Aber wann ist rechtzeitig? Die Nervosität dürfte deshalb groß sein und ganz unverhofft werden dann irgendjemandem einmal die Nerven durchgehen oder ein Handelscomputer wird – aus welchen Gründen auch immer – Verkäufe auslösen.
Auch Nichtbanken-Zocker spielen mit superschnellen Computern auf der Jagd nach Kursgewinnen. Welche Risiken sie dabei eingehen, entscheidet das Ausmaß ihrer Gier. Vor einem Börsencrash wird nicht geklingelt. Irgendein Spekulant bzw. sein Computer, ist der erste, der ihn auslöst. Der bringt seine Schäfchen vielleicht gerade noch ins Trockene. Aber sicher ist das keinesfalls. Denn alle anderen Zocker-Computer reagieren unverzüglich. Die meisten Spieler gehören aber zu den Verlierern, die einen mehr, die anderen weniger. Die letzten – und das werden die meisten Spieler sein – werden mit hoher Wahrscheinlichkeit alles verlieren.
Daß die immense Menge von Derivaten bei dem Spiel ums Goldene Kalb auch eine verheerende Rolle mitspielen wird und deshalb alles noch viel schlimmer ausgehen kann als im schlimmsten Albtraum, sei hier nur erwähnt. Die Investorenlegende Warren Buffett hat Derivate wohl nicht von ungefähr einmal als Massenvernichtungswaffe der Finanzwirtschaft bezeichnet. Für Prof. Querulix sind Derivate die Brandbeschleuniger der weiter schwelenden Finanzkrise.
Sichere Gewinner sind nur diejenigen, die entweder bei dem Hazardspiel gar nicht mitgemacht haben oder in der einen oder anderen Weise auf den Crash gewettet haben.
Prof. Querulix redet Tacheles. Seit einigen Jahren gibt der eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital seine zeitlos-zeitkritischen Kommentare gesammelt als eBooks heraus. In Kürze erschein der 6. Band. Er ist ab Mitte April beim eVerlag und später auch in allen gut sortierten (Internet-)Buchhandlungen für die bei seinen Stammlesern schon gewohnten 9,95 Euro zu haben.
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