(openPR) Am 14. März 2016 um 10:31 Uhr mitteleuropäischer Zeit ist der erste Teil der ExoMars-Mission mit einer Proton-Rakete von Baikonur, Kasachstan gestartet. Nach knapp elf Stunden Flug trennte sich die Mission, bestehend aus dem Trace Gas Orbiter (TGO) und der Landeeinheit Schiaparelli, erfolgreich von der Rakete und sendete gegen 22:29 Uhr das erste Signal. Die Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Kooperation mit der russischen Raumfahrtbehörde setzt sich aus zwei Teilen zusammen: der erste Teil, der gestern startete und eine Folgemission 2018. Ziel von ExoMars ist es, nach Leben auf dem Mars zu suchen und Technologien zu testen. Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) gratuliert allen Beteiligten zum erfolgreichen Missionsauftakt.
„Die ExoMars-Mission ist ein wichtiger Schritt, mehr über unseren Nachbarplaneten herauszufinden. Wenn mit dieser Mission konkrete Hinweise auf Leben auf dem Mars – vergangen oder bestehend – gefunden werden, wäre das eine Sensation. Wir kämen der Antwort näher, ob das Leben auf der Erde ‚vor Ort‘ und spontan entstanden ist oder ob es als sehr einfache Lebensform aus dem Weltall – also auch zum Beispiel vom Mars – zu uns gelangt ist. Wird auf dem Mars vergangenes Leben nachgewiesen, dann ist es wahrscheinlich, dass auch auf anderen Planeten Leben existiert hat oder noch existiert“, sagte DGLR-Präsident Prof. Rolf Henke.
Leben in unfreundlichem Gebiet
Die Mars-Atmosphäre ist sehr dünn. Sie hat nur ein hundertstel der Dichte der terrestrischen Atmosphäre – für Menschen tödlich. Atmen müssten wir dort mehr als 95 Prozent Kohlendioxid – sehr ungesund – und hätten nur 0,13 Prozent Sauerstoff – im Gegensatz zu 21 Prozent auf der Erde. Diese Bedingungen laden nicht zum Verweilen ein, sie könnten aber früher anders gewesen sein. Dass es Leben auf dem Mars gab und vielleicht noch gibt, ist nicht ausgeschlossen.
Der Trace Gas Orbiter (TGO) und der Landedemonstrator Schiaparelli werden im Oktober 2016 gemeinsam am Mars ankommen. Allein die Landung ist wegen der geringen Dichte der Mars-Atmosphäre für Schiaparelli (600 Kilogramm, 1,25 Meter Durchmesser) ein schwieriges Unterfangen. Da Schiaparelli die Atmosphäre mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit durchfliegt, werden durch die hohen Temperaturen die Eigenschaften der Atmosphärengase geändert. Das wiederrum führt zu einer Änderung des aerodynamischen Verhaltens der Landekapsel.
Ankunft im Oktober 2016
Schiaparelli wird drei Tage vor Ankunft am Mars, voraussichtlich am 16. Oktober, vom Orbiter getrennt. Neben dem thermalen Hitzeschutzschild und einem Fallschirmsystem ist er mit einem Radar-Höhenmesser und Bremsraketen ausgestattet. Die Landung soll in einer Ebene namens Meridiani Planum erfolgen.
Das Leben Schiaparellis als Mars-Landedemonstrator wird kurz sein: Nach der Analyse der Umgebung durch Sensoren an Bord, ist der Lander nur wenige Tage aktiv. Zuvor sammeln die Sensoren Daten über die Windverhältnisse an der Oberfläche und den Mars-Staub sowie Informationen, die während des Abstiegs zur Marsoberfläche durch eine Kamera aufgenommen wurden und übermitteln sie an den Orbiter. Verlaufen Landung, Aufnahmen, Analysen und Verbindung zum TGO erfolgreich, werden wichtige Erkenntnisse für die Mission 2018, bei der ein Rover auf dem Mars abgesetzt werden soll, gewonnen.
Der TGO wird von einer Umlaufbahn aus Gase und Temperatur der Mars-Atmosphäre untersuchen. Das Hauptaugenmerk liegt auf Methan, dessen Konzentration einem örtlichen und zeitlichen Wechsel unterliegt. Methangas kann ein Hinweis auf biologische Organismen sein. Außerdem soll der TGO hochaufgelöste Daten der Wasserstoff-Verteilung auf der und bis einen Meter unter der Marsoberfläche aufnehmen. Diese Daten könnten Hinweise auf mögliche Wasservorkommen liefern. Mit Ankunft der ExoMars-Mission 2018 wird der TGO der Rover-Mission als Daten-Relais-Station dienen und die gesammelten Daten zur Erde übermitteln.






