(openPR) BRÜSSEL/ROSTOCK. Klingt komisch, ist aber gut so: Als Berichterstatter seiner EKR-Fraktion verhandelt der Rostocker Europaabgeordnete Arne Gericke (Familien-Partei) in den kommenden Monaten die von der EU-Kommission im Entwurf vorgelegte „Strategie der Europäischen Union für den Alpenraum“ (KOM 2015/366). „Europas Bergwelt kann von der Ostsee lernen“, so der Abgeordnete heute bei der Vorstellung des Dossiers im Sozialausschuss: „Wir im Norden haben das, was jetzt für die Alpenregion kommen soll, bereits seit Jahren: Die Ostseestrategie samt Aktionsplan.“ Gericke will aber auch neue Akzente setzen: „Demografie und Familie müssen auf die Agenda“ – auch der flächendeckenden Geburtshilfe in der ländlichen Bergregion soll ein Augenmerk gelten.
Die Idee makroregionaler, grenzübergreifender Aktionspläne in der EU ist nicht neu – und hat in der Tag ihren Ursprung an der Ostsee: „2009 hat die EU-Kommission beschlossen, die Kooperation der Ostsee-Anrainer durch eine solche Strategie zu verbessern.“ Schwerpunkte lagen damals auf Umweltschutz, wirtschaftlicher Entwicklung inklusive Energieversorgung und Infrastruktur sowie mehr Sicherheit der Schifffahrt und Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität“. Drei der Themenkomplexe – Wachstum und Innovation, Mobilität und Anbindung sowie Umwelt und Energie – finden sich nahezu deckungsgleich auch im Entwurf zur EU-Alpenstrategie.
Neu hinzufügen möchte der Europapolitiker „eine stärkere soziale Dimension der Strategie: Wir müssen über die demografische Entwicklung diskutieren und die Bedürfnisse der Familien im Alpenraum berücksichtigen“. Hierzu zähle auch die Sicherung flächendeckender, qualitativ hochwertiger Geburtshilfe: „Wir kennen die Probleme der Versorgung im ländlichen Raum ja schon aus Mecklenburg-Vorpommern – wie viel schwerer muss das in Bergregionen wiegen?“
Lernen, so Gericke, solle die Alpenwelt aber auch „in der operativen Umsetzung: Grenzübergreifende Kommunikation und Projekte müssen die Strategie mit Leben füllen – auch hier können wir aus den Erfolgen und Misserfolgen des Ostseeraumes Schlüsse ziehen.“ Neben den Erfahrungen aus dem Norden wendet sich Gericke aber auch direkt an die Bürger in den Bergen: „Meine Familien-Partei unterhält gute Kontakte zur BürgerUnion in Südtirol. Wir planen gemeinsam, die Bürgerinteressen in einer Art Konsultationsverfahren zu sammeln. Die Gespräche dazu laufen“, so Gericke.












