openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Österreich: Falsches Verhalten beim Test mit dem Alkomaten führt zu hohen Strafen

02.02.201617:24 UhrTourismus, Auto & Verkehr

(openPR) (Zürich/Innsbruck, den 02. 02. 2016) Anders als in Deutschland folgt einem einfachen Alkoholvortest in Österreich in der Regel keine Blutprobe: Verkehrsteilnehmer, die verdächtigt werden, zu viel Alkohol im Blut zu haben, werden dort mit einem geeichten und beweissicheren elektrischen Messgerät, dem sogenannten Alkomaten, getestet. Dessen Ergebnis ist verbindlich für das Strafmaß. „Wer meint, diesen Test verweigern zu können, riskiert die Höchststrafe“, warnt Rechtsanwalt Dr. Hubert Tramposch von der Anwaltskanzlei Tramposch & Partner in Innsbruck. Denn bei Verweigerern geht die Behörde automatisch vom höchsten Alkoholisierungsgrad aus, der im Gesetz vorgesehen ist. Tramposch: „Das ist dann ein Wert von über 1,6 Promille. Dafür gibt es eine Geldstrafe zwischen 1.600 Euro und 5.900 Euro und zusätzlich wird der Führerschein mindestens sechs Monate entzogen.“

Blutproben gibt es in Österreich meist nur noch, wenn Verkehrsteilnehmer den Alkomat-Test aus medizinischen Gründen verweigern, etwa weil sie Asthma haben. Umso wichtiger ist es darauf zu achten, dass der beweissichere Test des Atemalkoholgehalts mit dem Alkomaten auch korrekt ausgeführt wird. Für gewöhnlich wird vor der Messung eine Wartezeit von 15 Minuten eingehalten, damit es keine verfälschten Ergebnisse gibt. Denn diese können durch das Rauchen einer Zigarette, Essen oder das Verwenden eines Mundsprays beeinflusst werden.

In der Praxis wird zunächst mit einem nicht eichfähigen Alkoholvortestgerät geprüft, ob überhaupt Alkohol konsumiert wurde. Ein positives Ergebnis ist noch nicht mit rechtlichen Folgen verbunden, leitet aber die Messung mit dem Alkomaten ein. Diese wird zweimal durchgeführt. Der Betroffene hat über ein Mundstück in einen dafür vorgesehenen Schlauch am Alkomaten zu pusten. Es zählt grundsätzlich der niedrigere Wert der beiden Messungen. „Vom Protokoll dieses Messvorgangs, das der Alkomat direkt ausdruckt, kann der Betroffene eine Kopie verlangen“, stellt Tramposch klar, dessen Kanzlei sich unter anderem mit dem Verkehrsrecht beschäftigt, „wer allerdings absichtlich nicht richtig pustet oder grundlos die zweite Messung verweigert, zum Beispiel, weil er den ersten Wert für gerade noch akzeptabel hält, wird behandelt, als hätte er die gesamte Messung verweigert.“

In Österreich darf ein Alkoholtest bei jeder Kontrolle durchgeführt werden – auch ohne einen konkreten Verdacht. „Getestet werden darf auch, wenn die Fahrt des Betroffenen bereits Stunden zurückliegt. Ebenso kann ein Fußgänger kontrolliert werden, wenn zum Beispiel vermutet wird, dass er in alkoholisiertem Zustand einen Verkehrsunfall verursacht hat“, erklärt Rechtsanwalt Tramposch.

Die magische Grenze, ab der die Inbetriebnahme eines Fahrzeugs nicht mehr zulässig ist, liegt auch in Österreich bei einem Blutalkoholgehalt von 0,5 Promille. Liegt der Wert zwischen 0,5 und 0,79 Promille, drohen Strafen in Höhe von 300 Euro bis 3.700 Euro. Ab 0,8 Promille kommt zur Geldstrafe von 800 Euro bis 3.700 Euro ein Führerscheinentzug von einem Monat hinzu. Bei mehr als 1,2 Promille sind es 1.200 Euro bis 4.400 Euro Geldstrafe sowie mindestens vier Monate Führerscheinentzug. Die Höchststrafe, die eben auch alle Verweigerer trifft, beginnt bei 1,6 Promille: 1.600 Euro bis 5.900 Euro Geldstrafe und mindestens sechs Monate Führerscheinentzug. Wiederholungtäter zahlen noch einmal deutlich mehr. Ebenso sind diverse Nachschulungen, amtsärztliche und verkehrspsychologische Untersuchungen möglich.

Werden deutsche Alkoholsünder in Österreich erwischt, holen die Behörden zunächst eine Auskunft des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg ein. „Die Verhängung eines Fahrverbotes erfolgt dann mittels Bescheid für einen gewissen Zeitraum für das österreichische Bundesgebiet“, erklärt Tramposch, dessen Kanzlei zur internationalen Beratungsallianz GGI gehört, „auf den Scheckkartenführerschein des Betroffenen wird ein durchgestrichenes D aufgeklebt.“ Gleichzeitig wird ein Verwaltungsverfahren eingeleitet, mit dem eine Geldstrafe entsprechend der Blutalkoholkonzentration verhängt wird.

Zurück gibt es den Führerschein für ausländische Fahrer erst, wenn der Betroffene das österreichische Bundesgebiet verlassen und auch keinen dauernden Aufenthalt in Österreich hat. Und das auch nur auf Antrag. „Das Lenkverbot für Österreich bleibt dadurch jedoch unverändert aufrecht erhalten“, stellt Tramposch klar. Wehren kann sich der Betroffene sowohl gegen das Fahrverbot, in Österreich heißt es Lenkverbot, als auch die verhängte Geldstrafe nach den Bestimmungen des Österreichischen Allgemeinen Verwaltungsrechts (AVG) sowie des Verwaltungsstrafgesetzes (VStG).

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 889080
 690

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Österreich: Falsches Verhalten beim Test mit dem Alkomaten führt zu hohen Strafen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von GGI

Österreich: Strengere Strafen bei Unfällen mit Verletzten und Getöteten
Österreich: Strengere Strafen bei Unfällen mit Verletzten und Getöteten
(Zürich/Innsbruck, den 07. 07. 2016) In Österreich wurde im vergangenen Jahr der Begriff „grobe Fahrlässigkeit“ erstmalig per Gesetz definiert. Bisher lag die Auslegung im Wesentlichen bei den Gerichten. Außerdem gibt es einen neuen Passus, der die Bestrafung für den Fall regelt, dass mehrere Menschen getötet werden. „Die neuen Regelungen führen dazu“, erläutert Rechtsanwalt Dr. Hubert Tramposch von der Kanzlei Tramposch & Partner in Innsbruck, „dass es in Österreich bei Verkehrsunfällen mit Verletzten oder Getöteten zu strengeren Strafen als…
Elektrifiziertes Radeln erfordert ein erhöhtes Maß an Rücksichtnahme
Elektrifiziertes Radeln erfordert ein erhöhtes Maß an Rücksichtnahme
(Zürich/Innsbruck, den 20. 06. 2016) Die Reisezeit ist für viele Menschen auch eine Fahrradzeit. Unzählige Autos fahren mit Rädern auf dem Dach oder auf der Anhängerkupplung gen Urlaubsziel. Und angesichts immer mehr verkaufter Elektro-Räder, E-Bikes und Pedelecs wird es immer leichter, Radfahrvergnügen auch bei Steigungen zu genießen. Selbst Mountainbikes verzichten heute nicht mehr auf eine muskelschonende Technik. „Umso wichtiger ist es, Rücksicht auf Mitmenschen, Natur und Umwelt zu nehmen“, stellt Rechtsanwalt Dr. Hubert Tramposch von de…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Test von Martina Leukert: Wie schlecht oder gut ist Ihr Essverhalten?Bild: Test von Martina Leukert: Wie schlecht oder gut ist Ihr Essverhalten?
Test von Martina Leukert: Wie schlecht oder gut ist Ihr Essverhalten?
8 Fragen zum Selbst-Test.Ein Test bringt es an den Tag: Kennen Sie Ihr Essverhalten bzw. das Verhalten in Bezug auf Ihr Gewicht? Martina Leukert, Buchautorin des Bestsellers Diätfrei Abnehmen hat einen Test ausgearbeitet. Martina Leukert, Buchautorin des Bestsellers Diätfrei Abnehmen hat einen Test ausgearbeitet, dessen Ergebnis Ihnen anzeigt, wie gut …
Petition an Bundesrat und Bundestag: Führerschein-Falle der StVO-Novelle rückgängig machen
Petition an Bundesrat und Bundestag: Führerschein-Falle der StVO-Novelle rückgängig machen
… Verkehrstoten seit 60 Jahren, haben gute Autofahrer und gute Straßen und Autobahnen. Wir sollten mehr Vertrauen in unsere Autofahrer haben. Das ist ein falsches Signal zur falschen Zeit.“ +++++++ Die Kontaktdaten der Mobil in Deutschland e.V. Presseabteilung: Dr. Michael Haberland, Präsident, 089 2000 161-0, Nadine Sievers, Teamleitung PR, 089 2000 …
Nicht mehr über Tyrannen reden!
Nicht mehr über Tyrannen reden!
… Achtung, Respekt und einen liebevollen Umgang geleitet wird. So entstand der Aufruf: „Nicht mehr über Tyrannen reden!“, gibt den Kindern also nicht mehr die Schuld für ihr Verhalten und beschimpft die Eltern oder die Fachleute nicht mehr als inkompetent und beziehungsgestört. Das Ziel dieses Buches besteht darin, die Botschaft zu verbreiten, dass Kinder …
Homöopathie gemischt mit künstlicher Intelligenz
Homöopathie gemischt mit künstlicher Intelligenz
… Medikamente nicht in Folge eines Besuches bei einem ausgebildeten Homöopathen eingenommen werden, sondern nach einer Selbstdiagnose. Hier besteht aber immer das Risiko, dass ein falsches Medikament eingenommen wird, was dazu führen kann, dass zum Einen das Medikament nicht wirkt oder im schlimmsten Fall die Beschwerden noch schlimmer werden. In diese …
Bild: Die Zukunft bringt InterlockBild: Die Zukunft bringt Interlock
Die Zukunft bringt Interlock
… illegal erhöhten Alkoholwerte feststellt. In den USA, Kanada und Schweden ist das Interlock-System bereits im Einsatz und nun gibt es in Deutschland und Österreich erste Überlegungen zur Verabschiedung eines sogenannten Interlock-Gesetzes. Mit diesem verpflichtet man LKW- und PKW-Lenker, denen der Führerschein wegen Alkoholmissbrauchs schon einmal entzogen …
Bei Verkehrsdelikten in Österreich Dienstnummer des Polizisten notieren
Bei Verkehrsdelikten in Österreich Dienstnummer des Polizisten notieren
… eine missachtete Vorfahrt, eine Geschwindigkeitsüberschreitung oder ein kurzes Telefonat am Steuer – im Straßenverkehr können Autofahrer schnell eine Ordnungswidrigkeit begehen. In Österreich heißen Ordnungswidrigkeiten Verwaltungsübertretungen, und im Gegensatz zum deutschen Recht liegt die Höhe der Geldbuße in vielen Fällen im Ermessen der Polizisten. …
e5-Gemeinden unterzeichnen Resolution gegen Tempo 160 auf Autobahnen
e5-Gemeinden unterzeichnen Resolution gegen Tempo 160 auf Autobahnen
… „Die Stadt Dornbirn spricht sich aus den vorgenannten Argumenten einhellig gegen Tempo 160 auf Autobahnen aus. Darüber hinaus frage ich mich, warum man ausgerechnet in Österreich erneut aufs Gas steigen muss, während in den Ländern Europas, aber auch in den USA Tempobeschränkungen bereits vorhanden sind beziehungsweise neu verordnet werden", erklärt …
Bild: Die wichtigsten Fakten zur RettungsgasseBild: Die wichtigsten Fakten zur Rettungsgasse
Die wichtigsten Fakten zur Rettungsgasse
A.T.U-Experte Christopher Lang klärt über das richtige Verhalten im Stau auf und erläutert die „Rechte-Hand-Regel“ Weiden in der Oberpfalz, 13. Juli 2020. Auf der Fahrt in den Urlaub kann es schnell passieren: Die Autos vor einem werden langsamer, der Verkehr stockt und es kommt zum Stau. Spätestens jetzt ist die Bildung einer Rettungsgasse Pflicht. …
Verkehrssünden im Ausland - Keine einheitlichen Geldbußen in Europa
Verkehrssünden im Ausland - Keine einheitlichen Geldbußen in Europa
… 0,5-Promille-Regelung im kommenden Jahr einführen. Ähnlich drastisch wie Alkohol am Steuer wird in vielen Ländern auch das Fahren unter Drogeneinwirkung bestraft. Das Nachbarland Österreich hat erst vor kurzem im Rahmen der so genannten Drogen-Novelle die entsprechenden Straftatbestände verschärft. Nach wie vor können Auslandsübertretungen nur im Besuchsland …
Bild: Baden-Württemberg ein Eldorado für Steuerhinterziehung?Bild: Baden-Württemberg ein Eldorado für Steuerhinterziehung?
Baden-Württemberg ein Eldorado für Steuerhinterziehung?
… Steuer CD zu kaufen. Der fadenscheinige Hinweis, man möchte die Bundesregierung entscheiden lassen, ist ein Armutszeugnis für die neue Landesregierung. Sie signalisiert mit diesem Verhalten, dass in Baden-Württemberg das Eldorado der Steuerhinterzieher in Deutschland ist. Solange die Schweiz für diese ein Schlaraffenland bleibt, muss auf deutscher Seite …
Sie lesen gerade: Österreich: Falsches Verhalten beim Test mit dem Alkomaten führt zu hohen Strafen