(openPR) Konflikte belasten den beruflichen Alltag und hemmen die unternehmerische Produktivität. Doch Konfliktmanagement kann man lernen. Eine Mediationsausbildung schult Kommunikationstechniken und schärft das individuelle Vermittlungsgeschick. Wie das funktioniert? Man wühlt nicht in der Vergangenheit, sondern richtet den Blick in die Zukunft.
So pathetisch es sich anhört: Eine Ausbildung zum Mediator verändert die Konfliktperspektive des Einzelnen in der Regel lebenslang. Denn in einer Mediationsausbildung lernen die Teilnehmer, eigene Konfliktsituationen zu versachlichen und bei Streitigkeiten Anderer erfolgreich zu vermitteln. Kluges Konfliktmanagement ist gefragt. Das ist theoretisch fundiert, aber vor allem sehr praxisnah. Das Wissen und die Fähigkeiten aus einer Mediationsausbildung lassen sich insbesondere in Berufen mit Führungsverantwortung tagtäglich in die Praxis umsetzen.
Das Patentrezept gegen unproduktives Streiten kommt aus den USA: Forscher der Harvard-Universität beschrieben 1981 zum ersten Mal den fundamentalen Unterschied zwischen Positionen und Interessen, zwischen dem „Ich will“ und dem „Ich wünsche mir“. Wer einen Anspruch formuliert, rechtfertigt dies in der Regel mit einer bestimmten Perspektive auf die Vergangenheit. Das führt aber nicht weiter, weil die Sichtweisen auf die Vergangenheit sehr unterschiedlich sind. Man verbringt viel Zeit und Energie damit, aneinander vorbei zu reden.
Die US-Forscher fanden heraus: Viel zielführender ist es, wenn die Streitparteien sich fragen, worauf es ihnen in der Zukunft ankommt. Auf einmal hört sich das ganz anders an: Da wird nicht mehr ein Millionenbetrag unter Fristsetzung und Klagedrohung eingefordert, sondern jemand äußert einen Liquiditätsbedarf und den Wunsch nach einer fairen Entlohnung. Das klingt in den Ohren des Verhandlungspartners ganz anders.
Eine Ausbildung zum Mediator vermittelt die Fähigkeiten, diesen Perspektivwechsel in Gang zu bringen. Das ist nicht trivial, weil jede Partei von kleinauf geübt ist, Ansprüche zu stellen und eigene Argumente zu verteidigen. Deswegen geht es in einer Mediationsausbildung auch wesentlich um gute Kommunikation. Und deswegen macht sich eine Mediationsausbildung auch ausgesprochen nützlich bemerkbar – in jedem Moment, in dem jemand zu kommunizieren beginnt. Und das wusste schon der Kommunikationspapst Paul Watzlawick: Man kann nicht nicht kommunizieren!
Wie findet man eine passende Mediationsausbildung? Auf diese Frage gibt es keine richtige Antwort. Denn es gibt viele verschiedene Anbieter, die ganz unterschiedliche Ausbildungsangebote formulieren. Es gibt Mediationsausbildungen speziell zur Familienmediation, Angebote mit psychosozialem Hintergrund, Schulungen zum betriebsinternen Konfliktmanagement oder Ausbildungen zum Wirtschaftsmediator. Manche Anbieter legen großen Wert auf Verbandszertifizierungen, andere begreifen den Anschluss an einen Verband als wenig hilfreich für ihre Praxis. Einigkeit besteht dahingehend, dass die Person der Mediationstrainer und das Betreuungsverhältnis entscheidend für die Qualität einer Mediationsausbildung sind. Interessenten sollten sich gut informieren und dann eine überlegte Wahl treffen.









