(openPR) Sechs Männer und Frauen, alle berufstätig als Ingenieure oder Architekten, haben heute bei der Ingenieur-Akademie Hessen ihre Ausbildung zum „Mediator für das Bauwesen“ erfolgreich abgeschlossen. Nun können sie Bauherren, Anwälten, Gerichten, Sachverständigen – kurzum, allen, die scheinbar unüberwindbare Differenzen beim Bauen beilegen und strittige Sachverhalte klären wollen, professionell helfen, außergerichtlich zu einer Lösung zu finden.
Aufwändige Gerichtsverfahren zur Lösung von Konflikten verzögern effektives Arbeiten, gefährden Bauprojekte und produzieren hohe Kosten. Besser ist es, sich außergerichtlich zu einigen. Mediatoren mit Spezialisierung auf Konfliktlösungen im Bauwesen sind mittlerweile sehr gefragt. Fünf Ingenieure aus Hessen sowie ein Teilnehmer aus Berlin haben am 17. September mit der Ausbildung zum Mediator für das Bauwesen begonnen und in 120 Stunden an 16 Unterrichtstagen folgende Inhalte gelernt: Ablauf eines Mediationsverfahrens, Verhandlungstechniken und -kompetenz, Gesprächsführung, Kommunikationstechniken, Konfliktkompetenz und Recht. Heute haben sie die Ausbildung erfolgreich abge-schlossen. Einer der frisch gebackenen Mediatoren ist der Diplom-Ingenieur Manfred Kehr aus Berlin. Seit mehr als 40 Jahren arbeitet er bei der Deutschen Bahn. Ende 2016 geht er in den Ruhestand und hat dafür konkrete Pläne: „Mediatoren werden gerade in meiner Branche gebraucht. Ich habe bereits Erfahrung in der Mediation von Gruppen. Nun kann ich mit dem dazu Gelernten und dem Titel Mediator professionell agieren und zugleich mit einer sinnvollen Beschäftigung in den Ruhestand gleiten.“ Auch Dipl.-Ing. Regina Herrmann hat an der Ausbildung teilgenommen. Sie ist selbständige Ingenieurin und Architektin und immer mal wieder bei Bauvorhaben in mediationsähnliche Themen eingebunden. „Gerade beim Mieterausbau entstehen öfter Konflikte zwischen den einzelnen Parteien, wo man vermitteln muss. Da ist es gut, wenn ich die fachliche Qualifikation sowie die entsprechende Position als Mediator habe, um professionell zu vermitteln“, erklärt Herrmann. Speziell für diese Ausbil-dung habe sie sich entschieden, weil sie auf den Bau ausgerichtet ist und als Kompaktkurs angeboten wird. „Das konnte ich gut mit meinem Berufsalltag vereinbaren.“
Die Inhalte der Ausbildung, die sich an Ingenieure, Architekten und Juristen sowie an alle am Bau Beteiligten richtet, vermittelten drei Dozenten. Neben Dipl.-Ing. (FH) Alwin Strauch, Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger, Dipl.-Ing. Karen Ludewig, Wirtschaftsmediatorin & Konfliktcoach, war dies Dr. jur. Barbara Schellenberg, Rechtsanwältin & Wirt-schaftsmediatorin, die ein positives Fazit zieht: „Das Engagement der Teilnehmer während der Ausbildung zeigt, wie nötig es in der täglichen Praxis ist, über kommunikative Mittel der außergerichtlichen Streitschlichtung zu verfügen.“
Bedarf und Nachfrage an Mediatoren im Bauwesen sind nach wie vor groß. Daher wird die Ingenieurkammer Hessen auch 2016 die Ausbildung anbieten. Sie beginnt am 2. Juni und endet am 18. November 2016.
Anlaufstelle für Betroffene
Im vergangenen Jahr haben die Ingenieurkammer Hessen und die Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main eine Mediationsstelle gegründet. Betroffene finden hier unter anderem Beratung zur Mediation und Hilfe bei der Auswahl des geeigneten Mediators.













