(openPR) München, den 02. Dezember 2015 – Die Münchener Untersuchung zu Kopfschmerzen bei Gymnasiasten hat gezeigt, dass über 80 % der 12- bis 19-Jährigen innerhalb eines halben Jahres unter Kopfschmerzen leiden (MUKIS-Studie; mukis.dmkg.de) (1). Über die alarmierende Häufigkeit und mögliche Auswege sprachen namhafte Mediziner zusammen mit Vertretern der Presse auf Einladung der Initiative Schmerzlos im PresseClub München. Im Rahmen der Veranstaltung wurde Dr. med. Dipl.-Psych. Mirjam Landgraf (München) als neue Trägerin des Stipendiums der Initiative Schmerzlos für die Weiterbildung in Spezieller Schmerztherapie für Kinder- und Jugendärzte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München (LMU) vorgestellt. Das Stipendium ist mit 25.000 Euro dotiert.
Professor Dr. med. Dr. phil. Stefan Evers (Coppenbrügge) eröffnete das Gespräch mit einem Blick auf die Relevanz jugendlicher Kopfschmerzen: „Bei fast jedem vierten Jugendlichen treten die Schmerzen einmal pro Woche oder gar öfter auf. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit der Kopfschmerz-Attacken noch weiter an“, so Evers (2). Die Aufklärung von Eltern und Jugendlichen über verschiedene Schmerzarten, Prävention und Behandlung sei nötig, allerdings mangele es an Informationsangeboten. Evers: „Wir müssen Jugendliche ernst nehmen und darüber aufklären, dass Schmerzen kontrollierbar sind. Die Initiative Schmerzlos leistet hierbei einen wichtigen Beitrag.“ Im September 2013 hat RB (Reckitt Benckiser) Deutschland diese Initiative ins Leben gerufen. Unterstützt wird sie von Neurologen, Pädiatern, Schmerz- und Psychotherapeuten.
Den Weg zum Experten gehen
Professor Dr. med. Florian Heinen (München) empfahl, Kinder und Jugendliche bei auftretenden Kopfschmerzen so früh wie möglich richtig zu diagnostizieren und mit diesem Wissen zu behandeln. „Jugendliche finden den Weg zu einer angemessenen Therapie und zum Experten noch nicht. Stattdessen transferiert über die Hälfte der betroffenen Kinder das Problem in das Erwachsenenalter“, so Heinen. Die Versorgung jugendlicher Schmerzpatienten sei eine stetig wachsende Aufgabe, der sich auch das Klinikum der LMU widme. Ein wichtiger Schritt für die Versorgung von Patienten in München sei daher das Stipendium der Initiative Schmerzlos. Bereits zum zweiten Mal vergibt die Initiative das Stipendium an eine Kinder- und Jugendärztin für die Weiterbildung in Spezieller Schmerztherapie.
Warnsignale richtig deuten
Bei Kopfschmerzen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. An sogenannte sekundäre Kopfschmerzen muss gedacht werden, wenn die Schmerzen mit neurologischen Symptomen einhergehen, erklärte Stipendiatin Landgraf. „Darunter fallen Sehstörungen, Doppelbilder, Koordinationsstörungen oder Lähmungserscheinungen. Warnzeichen sind auch gegeben, wenn Kopfschmerzen in bislang unbekannter Art auftreten, so z. B. an einer anderen Stelle, in veränderter Intensität, oder wenn Medikamente keine Wirkung zeigen“, so Landgraf. Eine ärztliche Untersuchung kann möglicherweise ergeben, dass weitere Fachdisziplinen einzubeziehen sind. Wenn eine Medikamenteneinnahme empfohlen wird, sollte das Medikament in einer an das Körpergewicht und das Alter des Kindes angepassten Dosierung verabreicht werden. Nur so seien erfolglose medikamentöse Versuche, die eher zu einer Verfestigung der Kopfschmerzsymptomatik führen, zu verhindern.
Initiative Schmerzlos klärt Eltern und Erziehungsberechtigte auf
An Informationen und Angeboten, die speziell auf die Bedürfnisse von Jugendlichen mit Kopfschmerzen eingehen, mangelt es gegenwärtig in Deutschland. Aus diesem Grund wurde im September 2013 von RB Deutschland die Initiative Schmerzlos ins Leben gerufen. Sie klärt über unterschiedliche Schmerzarten bei Jugendlichen und deren altersgerechte Behandlungsoptionen, nicht medikamentöse und medikamentöse, auf. Darüber hinaus informiert die Initiative über Möglichkeiten der Prävention. Auf der Webseite ist auch der Blog der ersten Stipendiatin, Dr. med. Alexandra Albat, integriert: www.initiative-schmerzlos.de.
Quellen:
(1) R. von Kries, F. Heinen, A. Straube. MUKIS: Münchner Untersuchung zu Kopfschmerzen bei Gymnasiasten - Interventionsstudie. Erste Ergebnisse der MUKIS-Erstbefragung. LMU Ludwig-Maximilians-Universität München. Stand: Juli 2012.
(2) U. Ellert, H. Neuhauser, A. Roth-Isigkeit: Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Prävalenz und Inanspruchnahme medizinischer Leistungen. Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS). Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 5/6, 2007, 50:711–717.












