(openPR) „Wenn wir auch in Zukunft Qualität in der Berufsbetreuung garantieren wollen, dann müssen wir jetzt handeln. Unter diesen Rahmenbedingungen ist der Beruf nicht attraktiv“, sagt Gudrun Brendel-Fischer, die CSU-Kreisvorsitzende des Wahlkreises Bayreuth Land.
Brendel-Fischer will nun einen Antrag auf Verbesserung der Rahmenbedingungen in den CSU-Parteitag einbringen, der am 20.11. in München beginnt. Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs mit Brigitte May, Mitglied im Vorstand der Landesgruppe Bayern im Bundesverband der Berufsbetreuer/innen (BdB).
Hintergrund: Es gibt nur wenig junge Menschen, die sich für den Beruf interessieren. Die Branche plagen massive Nachwuchssorgen. Das Durchschnittsalter bei Berufsbetreuer/innen liegt aktuell bei 52 Jahren. Brigitte May: „Wir suchen händeringend, denn in den nächsten Jahren werden viele unserer Kolleginnen und Kollegen in Rente gehen. Mit ihnen verlieren wir wertvolles Knowhow im Blick auf das Sozialrecht und die Kompetenz, betreute Menschen im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention in der Umsetzung ihrer Lebenspläne zu unterstützen. Doch mit durchschnittlich 3,2 Stunden pro Betreuungsfall und Monat und einem Stundensatz von maximal 44 Euro können wir qualifizierte, junge Menschen kaum für unseren anspruchsvollen Beruf gewinnen.“
Seit 2005 ist das Vergütungssystem nach dem Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz festgefroren. Die Erhebungen dazu stammen aus den Jahren 1996 bis 2000. Zugleich hat die Zahl der Aufgaben, die Berufsbetreuerinnen und -betreuer erfüllen, drastisch zugenommen, und der bürokratische Aufwand ist gestiegen. „Viele Kolleginnen und Kollegen schaffen das Pensum nur, indem sie viele Stunden ehrenamtlich zubuttern. Das kann keine Dauerlösung sein. So findet sich garantiert niemand, der noch in diesen Beruf will“, berichtet Brigitte May.
Der Verband fordert eine Erhöhung der Zeitbudgets auf mindestens fünf Stunden, um die erforderlichen Beratungs-, Vermittlungs- und Aushandlungsprozesse im Rahmen einer persönlichen und rehabilitativen Betreuungsarbeit zu ermöglichen. Um Qualitätseinbußen und chronische Arbeitsüberlastung zu verhindern, sollen die Vergütungspauschalen für beruflich tätige Betreuer/innen in einem ersten Schritt auf einheitlich 54 Euro und mittelfristig auf 70 Euro pro Stunde angepasst werden.












