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Fachlichkeit, Professionalisierung, bessere Rahmenbedingungen

24.09.201509:01 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Fachlichkeit, Professionalisierung, bessere Rahmenbedingungen
Margit Jung (DIE LINKE), Vizepräsidentin des thüringischen Landtags
Margit Jung (DIE LINKE), Vizepräsidentin des thüringischen Landtags

(openPR) Im World Café Erfurt wurde über Qualität in der Betreuung diskutiert. Mehr als 30 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt - darunter Abgeordnete der meisten im thüringischen Landtag vertretenen Fraktionen: die Vorsitzende des Sozialausschusses Birgit Pelke (SPD), Justizausschussmitglied Beate Meißner (CDU), Cordula Eger und Karola Stange (DIE LINKE) sowie Beate Herold (AfD). Der stellvertretende Leiter des Referats Betreuungswesen Frank Schulze vertrat Heike Werner (DIE LINKE), Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit Frauen und Familie. Weitere Gäste kamen aus Fachschaften der Pflege und Behindertenbetreuung sowie von Betreuungsvereinen.



Der BdB-Landesgruppensprecher Martin Kristen eröffnete das World Café. Margit Jung (DIE LINKE), Vizepräsidentin des Thüringischen Landtags und Schirmherrin des World Cafés, betonte, dass sie die Problematik Betreuung sehr gut kenne und weiter für den BdB als erste Ansprechpartnerin zur Verfügung stehe. Prof. Dr. Rainer Adler vom Fachbereich Sozialwesen der Ernst-Abbe-Hochschule Jena hielt ein Impulsreferat zum Thema „Gesetzliche Betreuung – Profession, Qualitätsanspruch und Erwartungen aus gesellschaftlicher Sicht“. Tenor seines Vortrags: Ohne Professionalisierung ist gesetzliche Betreuung in Gefahr.

In drei Diskussionsrunden wurden die Themen erarbeitet, die im Zusammenhang mit Betreuung besonders auf den Nägeln brennen. So äußerten zahlreiche Diskussionsteilnehmer Unverständnis darüber, dass für berufliche Betreuung nicht genug Geld zur Verfügung steht, obwohl Deutschland ein so reiches Land ist. Betreuer/innen, so die einhellige Überzeugung, erbringen eine wichtige soziale Arbeit, indem sie Menschen, die ihr Leben nicht mehr selbst managen können, in der Verwirklichung ihrer Lebensentwürfe unterstützen und ihnen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen.

Lebhaft diskutiert wurde die Frage, inwieweit Betreuer/innen künftig sozialanwaltlich tätig werden müssen. Deutlich wurde, dass Qualität ihren Preis hat, die aktuellen Rahmenbedingungen aber den Anforderungen und Aufgaben bei weitem nicht entsprechen. Der Gesetzgeber fördere durch Einsparungen die Deprofessionalisierung der Betreuung. Doch Fachlichkeit ist aus Sicht der Teilnehmer eine zwingende Voraussetzung für die Ausübung des Berufs. Die Forderung des BdB nach Professionalisierung stieß auf breite Zustimmung.

Ein großes Problem: Aufgrund der unattraktiven Rahmenbedingungen fällt es zunehmend schwer, junge Menschen für den Beruf Betreuer zu interessieren. Die Folge: Der Kollegenstamm überaltert. Auch Vorbehalte in der öffentlichen Meinung gegenüber rechtlicher Betreuung tragen dazu bei, dass die Nachwuchsgewinnung schleppt. Viele haben falsche Vorstellungen davon, was rechtliche Betreuung leistet und wie der gesamte Prozess funktioniert: „Jeder Mensch erwartet in Notsituationen eine professionelle Unterstützung und Entscheidungen. Doch ohne die Professionalisierung von Betreuung wird es in Zukunft keine Rechtssicherheit für unterstützungsbedürftige Menschen geben“, sagte Siegmar Mücke, Koordinator der Veranstaltung.

Die Abgeordneten kündigten an, die Ergebnisse des World Cafés in den Fachausschüssen des Landtags auf die Agenda zu setzen. Die Gespräche mit den Vertretern des BdB sollen vertieft werden.

Link zu Fotos/Quelle: BdB
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