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'Folgen der Verhetzung'

03.11.201509:20 UhrKunst & Kultur
Bild: 'Folgen der Verhetzung'
"Schrei 15:54 Uhr", 2015, Tusche auf Papier, 48 x 36cm. Copyright: Konstanze Sailer

(openPR) Memory Gaps ::: Erinnerungslücken von Konstanze Sailer gedenkt der Novemberpogrome 1938 in Deutschland und Österreich.

Die bekannte Widerstandskämpferin gegen den NS-Terror, Elisabeth Schmitz (1893-1977), warnte als promovierte Historikerin bereits Mitte der 1930er Jahre in Schriften und Vorträgen vor der „Aufhetzung der öffentlichen Meinung“ und den „Folgen der Verhetzung“. Angesichts der Novemberpogrome 1938 formulierte sie einen Gedanken, der für Deutschland wie auch für Österreich seine Gültigkeit besitzen sollte. Gültigkeit zwischen 1933 und 1945 und noch lange Zeit darüber hinaus:



„Als wir am 1. April 1933 schwiegen, als wir schwiegen ... zu der satanischen Hetze in der Presse, zur Vergiftung der Seele des Volkes und der Jugend, zur Zerstörung der Existenzen und ... zu den Methoden von Buchenwald – da und tausendmal sonst sind wir schuldig geworden am 10. November 1938.“

Über 130.000 Menschen umfassten die Flüchtlingsströme aus dem nazistischen Österreich ab 1938.

Auch Dr.in Leonore Brecher floh, kehrte zurück, blieb, forschte, unterrichtete und wurde deportiert.

Die erstklassige wissenschaftliche Leistung Leonore Brechers wurde im Wien der NS-Zeit nicht belohnt, sondern aus antisemitischen Beweggründen im Keim erstickt. Wenige Jahre später wurde die Wissenschaftlerin ermordet. Leonore Rachelle Brecher, * 14. Oktober 1886 in Botoschan (Botosani, Rumänien); † 18. September 1942 im Vernichtungslager Maly Trostinez (nahe Minsk, Weißrussland), war eine österreichische Zoologin. Sie forschte u. a. zur Vererbung erworbener Eigenschaften bei Tieren, wie etwa den Fähigkeiten zur Farbanpassung an die Umwelt, z. B. bei Schmetterlingen.

Ab 1918 arbeitete Leonore Brecher an deutschen und englischen Forschungseinrichtungen, hauptsächlich jedoch in der Wiener Biologischen Versuchsanstalt, im damals international renommierten Vivarium im Wiener Prater. Ihre Habilitationsversuche scheiterten 1926 aufgrund des Antisemitismus der Habilitationskommission. Im April 1938 wurde sie aus der Biologischen Versuchsanstalt entlassen und arbeitete als Lehrerin in einer jüdischen Schule in Wien-Leopoldstadt. Am 14. September 1942 wurde sie aus der Rembrandtstraße deportiert und nur vier Tage später am Ankunftstag, dem 18. September 1942, im Vernichtungslager Maly Trostinez ermordet.

Die Kunst-Aktion des Gedenkens der Malerin Konstanze Sailer wird zum Gedenken an Leonore Brecher mit einer weiteren Ausstellung von Tuschen auf Papier in virtuellen Räumen eröffnet. Die Galerien befinden sich ausnahmslos in Straßen, Plätzen oder Orten Wiens, die es geben sollte: Solche mit Namen von Opfern der NS-Diktatur. Monat für Monat wird so das kollektive Gedächtnis erweitert. Monat für Monat werden damit Erinnerungslücken geschlossen.

Memory Gaps ::: Erinnerungslücken zeigen eine Auswahl aus tausenden Tuschen auf Papier aus zehn Jahren. Sie stellen Schreie und Aufschreie von Opfern dar. Zum schmerzerfüllten Aufschrei geöffnete Münder und Kiefer. Abstrakte Darstellungen von Schreien in Ghettos, Konzentrationslagern und NS-Tötungsanstalten – gemalte Erinnerungskultur. Seit drei Jahrzehnten arbeitet die aus Heidelberg stammende und in Wien lebende Künstlerin zu den Themen Antlitz, Schädel und Tod. Tusche auf Papier wurde als Technik gewählt, um der "Filigranität" jener „Papierfetzen“ nachzuempfinden, auf denen in Konzentrationslagern inhaftierte Künstler – zumeist im Geheimen – ihre Kunstwerke herstellten.

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