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Der Praktikant ersetzt drei Mitarbeiter mit Pensionsanspruch – Doch das Salär ist prekär

18.05.200614:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Bonn/Düsseldorf – In den letzten Monaten ist in den Zeitungen sehr oft von der so genannten „prekären Generation“ zu lesen. Während in Frankreich das Problem auf die Straße getragen wurde, spielt sich die Debatte über dieses Thema in Deutschland vor allem in den Feuilletons der tonangebenden Publikationen ab. Die junge Generation, oft gut ausgebildet, auslandserfahren, mehrsprachig und mit akademischem Abschluss, fühlt sich ausgegrenzt. Die alten Versprechen gelten nicht mehr. „Bisher galt für Akademiker ein Versprechen: Leistung führt zu Erfolg“, so der Soziologe Heinz Bude. „Doch dieser Zusammenhang wird immer unklarer. Die Gesellschaft verlangt von Dir als Student zwar eine gute Ausbildung, aber wenn Du sie hast, heißt das noch lange nicht, dass Du auch beruflichen Erfolg haben wirst.“



Wird hierzulande mal wieder auf allerhöchstem Niveau geklagt? In der Tat ist es ja so, dass die wahren Modernisierungsverlierer die gering oder gar nicht qualifizierten Bürger sind. Trotzdem breitet sich ein Gefühl des Unbehagens unter vielen Jungakademikern aus. Jeder kennt einen Bekannten, der nach dem erfolgreichen Studium von Praktikum zu Praktikum tingelte oder sich für ein Gehalt verdingen muss, mit dem die Gründung einer Familie, der Kauf eines Autos und die Miete für eine anständige Wohnung nicht zu bezahlen ist. Bei der „Generation Golf“, die angeblich mit Nutella und Playmobil in einer satten und reichen Bundesrepublik aufgewachsen ist, macht sich Ernüchterung breit.

Wie kann man Aufmerksamkeit erregen, wenn in der „Altherren-Feuilletonliga“ (Gundula Englisch) ein breiter Sturm der Entrüstung über die vermeintlich unzumutbaren Lebensumstände der Generation losbricht, die jetzt so um die 30 Jahre alt ist? In der Regel funktioniert das so: Man formuliert die Gegenthese, verzichtet auf gründliche Belege und Recherche und prunkt mit Polemik. So in etwa verfährt zumindest Gundula Englisch in ChangeX http://www.changex.de und dekretiert, ein riskanter Job sei besser als ein öder Dauerarbeitsplatz. Zunächst verteilt sie kräftig Schelte. Ein prekärer Arbeitsplatz bedeute auch immer ein Stück Freiheit, doch die Deutschen wollten sich in ihrer Mehrzahl einfach nicht an den „Sankt Prekarius“, den „Jobhopper-Heiligen“, wenden.

Das wirklich Ärgerliche an der Debatte sei, dass sie einem Arbeitsbegriff huldige, der „längst auf den Schrottplatz der Industriegeschichte gehört“. Der feste Arbeitsplatz im regulären Anstellungsverhältnis sei eine Erfindung des Industriezeitalters: „Ein genial fataler Coup, der die Erwerbsbevölkerung mit subtilem Druck ins Hamsterrad der Konsumgesellschaft drängte – jenem circulus vitiosus aus garantiertem Lohn, der hohe Kaufkraft schafft, die wiederum die Wirtschaft antreibt und damit Arbeitsplätze sichert.“ Nicht ganz von der Hand zu weisen ist Englischs Argument, diese mentale Disposition habe „Heerscharen von ordentlich bezahlten Festangestellten“ geschaffen, die „Dienst nach Vorschrift schieben oder ihren Job so sehr verabscheuen, dass sie sich bloß noch auf den Urlaub oder die Rente freuen“.

Allerdings kann die Autorin, die als Journalistin und Filmemacherin tätig ist, nicht begründen, warum das prekäre Arbeitsverhältnis ein Modell für die gesamte erwerbstätige Bevölkerung sein sollte. Schon als sie im Jahr 2001 ihr Buch „Jobnomaden“ herausbrachte, bemängelte die Wochenzeitung Die Zeit http://www.zeit.de, Begriffe wie Familie, Bindungen, Kultur, Heimat und Armut kämen bei ihr nicht vor. Auf jeden Fall ist sich Englisch sicher, dass sie für einen festen Job sowieso nicht in Frage komme, da sie als langjährige Selbständige viel zu dynamisch sei und sofort jeden „Laden aufmische“. Zumindest habe ihr das ein Personalchef bestätigt, als sie doch einmal schwach geworden sei und sich um ein festes Arbeitsverhältnis beworben habe.

Dass flexiblere Arbeitsmodelle in Zukunft unausweichlich sind, bestätigen auch Personalexperten. Allerdings dürfe dies nicht nur für die „Generation Praktikum“, sondern müsse auch für Älteren gelten, sagt Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de: „Wir können die Lasten nicht einseitig auf die Schultern der jungen Generation verlagern, die sozusagen einen Schneeball rösten soll: Sie soll flexibel sein, private Vorsorge treffen, Familien gründen, sich qualifizieren, konsumieren, ins Ausland gehen, Abstriche beim Gehalt machen und so weiter. Ohne einen deregulierten Arbeitsmarkt für Junge und Ältere haben wir keine Chance, den Teufelskreis von Arbeitslosigkeit und fehlenden Perspektiven am Arbeitsmarkt zu durchbrechen. Allerdings haben Ingenieure und die Absolventen technischer Studiengänge auch heute noch gute Möglichkeiten, einen adäquaten Job im Anschluss an ihr Studium zu finden.“ Ob die Arbeitgeber das immer wünschen, ist ungewiss, denn schon Harald Schmidt beschrieb die Vorzüge der Dauerpraktikanten. Jeder, der einmal einen Praktikanten beschäftigt habe, wisse: „Im Schnitt ersetzt das kleine Streberlein drei feste Mitarbeiter mit Pensionsanspruch.“

Online-Nachrichtendienst NeueNachricht, www.ne-na.de

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