(openPR) Difäm-Direktorin Gisela Schneider begrüßt Gesundheit als nachhaltiges Entwicklungsziel
Vertreterinnen und Vertreter von 193 Staaten, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, einigten sich bei einem Sondergipfel in New York am vergangenen Wochenende auf die 2030-Agenda mit 17 globalen Zielen für eine nachhaltige Entwicklung. "Wir begrüßen sehr, dass das Thema Gesundheit einen prominenten Platz (Ziel 3) in der Agenda einnimmt und der allgemeine Zugang zu Gesundheit ebenso aufgegriffen wird wie die Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten", sagt Dr. Gisela Schneider, Direktorin des Difäm – Deutsches Institut für Ärztliche Mission e.V. in Tübingen. "Aber nun müssen den großen Worten auch die Taten folgen."
Als Ergebnis ihres bisher längsten Beratungsprozesses haben die Vereinten Nationen eine neue ehrgeizige Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda verabschiedet: Die 2030-Agenda verbindet in 17 Zielen und 169 Unterzielen wirtschaftliche, soziale und ökologische Fragen und nimmt gleichermaßen Schwellen- und Entwicklungsländer sowie Industrienationen in die Pflicht. "Die Umsetzung der Entwicklungsziele bis zum Jahr 2030 erfolgt in den einzelnen Ländern zwar auf freiwilliger Basis," sagt Difäm-Direktorin Dr. Gisela Schneider. "Aber sie bieten neue Chancen und wir als Organisation für weltweite christliche Gesundheitsarbeit werden uns als Mitglied des Verbandes Entwicklungs-politischer Nichtregierungsorganisationen (VENRO) und gemeinsam mit unseren Partnern aktiv dafür einsetzen, dass insbesondere das Ziel 3, das sich mit dem Zugang zu Gesundheit befasst, umgesetzt wird."
In der 2030-Agenda, die 2016 in Kraft treten soll, hat Gesundheit ein eigenes Ziel: Das Entwicklungsziel 3 fordert die „Sicherstellung eines gesunden Lebens und Förderung des Wohlergehens aller Menschen jeden Alters“. Diesem sehr allgemeinen Ziel sind neun spezifische Unterziele zugeordnet. Obenan steht die weitere Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit. Neben Aids, Malaria und Tuberkulose sind andere infektiöse Erkrankungen wie die Krankheiten durch verunreinigtes Wasser aufgenommen. Als Reaktion auf den globalen epidemiologischen Wandel stehen nicht übertragbare Erkrankungen sowie psychische Erkrankungen als neue Themen auf der Agenda. Darüber hinaus werden Krankheits- und Todesursachen wie Alkohol- und Drogenmissbrauch, Verkehrsunfälle, Wasser- und Luftverschmutzung sowie der fehlende Zugang zur reproduktiven Gesundheit adressiert.
"Eines der Unterziele fordert den Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle Menschen, ein Thema, das dem Difäm schon lange sehr wichtig ist", sagt Dr. Gisela Schneider. Hierbei geht es zum einen um die Verfügbarkeit einer guten Gesundheitsversorgung, zum anderen sollen neue Finanzierungsmechanismen verhindern, dass Menschen durch Krankheit in die Armutsfalle geraten. "Diese Gesundheitssystemstärkung muss eine hohe Priorität bekommen, besonders seit uns die Ebola-Epidemie die katastrophalen Folgen schwacher Gesundheitssysteme dramatisch vor Augen führte."
Auch die anderen der 17 Entwicklungsziele integrieren wichtige Bedingungen für Gesundheit: Die weitere Bekämpfung von Armut und Hunger, die Geschlechter-Gerechtigkeit, die Verbesserung der Sanitärversorgung und Hygiene sowie der Wohnverhältnisse und die Förderung des Friedens. Dies reflektiert die Einsicht, dass Gesundheit sowohl Voraussetzung wie auch Folge und Indikator nachhaltiger Entwicklung ist. Zudem sind Gesundheit und Gerechtigkeit eng miteinander verwoben.
Im Vergleich zu den bisherigen Millenniums-Entwicklungszielen sind die nachhaltigen Entwicklungsziele breiter und komplexer. Dadurch werden die Umsetzung und die Messung des Erfolgs schwieriger sein. Die gesundheitsbezogenen Ziele, gerade im Bereich der Prävention, können nicht allein durch den Gesundheitssektor erreicht werden, sondern brauchen einen integrativen Ansatz, bei dem das Gesundheitswesen, die Regierung und andere Akteure eng zusammen arbeiten.









