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Berliner Waldorfschulen jetzt mit drei Flüchtlingsklassen

23.09.201515:47 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Berliner Waldorfschulen jetzt mit drei Flüchtlingsklassen
Willkommensklasse
Willkommensklasse

(openPR) Berlin/Hamburg/Stuttgart, 22. September 2015/CU. Zum neuen Schuljahr haben jetzt in Berlin die ersten drei Willkommensklassen für Flüchtlingskinder an Waldorfschulen mit dem Unterricht begonnen, in der Freien Waldorfschule Berlin-Kreuzberg, der Rudolf-Steiner-Schule Berlin-Dahlem und der Waldorfschule Berlin-Mitte.



Die drei Waldorfschulen hatten bereits zu Beginn des Jahres ihre Bereitschaft erklärt, sich an der Beschulung der Flüchtlingskinder zu beteiligen, nachdem der Senat die freien Schulen dazu aufgefordert hatte. Pro Klasse wird eine Lehrerstelle vom Berliner Senat zu 93 Prozent finanziert, so die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen Berlin-Branden-burg. Aus der Sicht des Bundes der Freien Waldorfschulen (BdFWS) sind Waldorfschulen generell für die Aufnahme von Flüchtlingskindern gut gerüstet. Von den zentralen Gremien des BdFWS sind sie daher dazu ermutigt worden, sich um Flüchtlingsklassen zu bemühen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir im neuen Schuljahr jetzt mit einer Willkommensklasse beginnen können“, meint der Geschäftsführer der Rudolf-Steiner-Schule in Berlin-Dahlem, Friedrich Ohlendorf. Der Dahlemer Waldorfschule wurden bisher neun Schüler von der Senatsverwaltung zugewiesen, der Kreuzberger Waldorfschule sieben Schüler, drei weitere sollen unmittelbar folgen. Die Schüler in Berlin-Dahlem sind zwischen 12 und 16 Jahre alt und kommen aus Afghanistan, Bosnien, Albanien und Turkmenistan. Durch den Unterricht in der Willkommensklasse sollen sie auf den regulären Schulbesuch vorbereitet werden. An der Kreuzberger Waldorfschule besuchen Kinder zwischen 7 und 10 Jahren die Willkommensklasse, sie stammen überwiegend aus Syrien. In der Waldorfschule Berlin-Mitte wurden bereits 12 Kinder in die „Deutschlernklasse“ aufgenommen, sie stammen aus Afghanistan, Irak, Syrien, dem Kosovo und dem Iran, außerdem sind zwei Kinder von Einwanderern aus Belarus dabei. Die geplante Alterszusammensetzung der 3. bis 6. Klasse konnte zunächst nicht ganz durchgehalten werden, es gibt auch ältere und jüngere Kinder.

Die Schüler der Willkommensklasse in Berlin-Dahlem waren von der Klassenlehrerin, Conny Bergengrün, aus der nahegelegenen Flüchtlingsunterkunft Hohentwielsteig, einem Containerdorf, abgeholt worden, um sie mit dem Schulweg vertraut zu machen. Auf dem Gelände der Waldorfschule haben die SchülerInnen der 9. Klasse die Neuankömmlinge mit vielen bunten Luftballons begrüßt und auch einen Imbiss für sie vorbereitet. In Kreuzberg empfingen Schuleltern mit Schultüten und Sonnenblumen die ersten Flüchtlingskinder.

Wie Klassenlehrerin Bergengrün berichtet, ist der Kenntnisstand der Schüler sehr unterschiedlich. „Es sind einige dabei, die sprechen vier Sprachen, andere können nur ihre Muttersprache. Wir schauen uns jedes Kind einzeln an, um herauszubekommen, was genau es braucht“. Im Vordergrund stehe zunächst das Deutschlernen im sog. Hauptunterricht, danach teilen sich die Schüler je nach Alter schon auf die regulären Waldorfklassen auf, um von Anfang an möglichst viel vom waldorfspezifischen Unterricht wie z.B. den handwerklich-künstlerischen Fächern mitzubekommen. Den Unterricht in der Willkommensklasse bestreitet Klassenlehrerin Bergengrün mit zwei Kollegen, von denen Jörn Taubert vor allem für den Unterricht in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) zuständig ist.

Klassenlehrer Sönke Bohn aus Berlin-Mitte berichtet von ganz schulunerfahrenen, aber sehr lernbegeisterten Kindern in seiner Klasse. Auch bei ihm sind die Kenntnisse der Schüler sehr unterschiedlich. Er hebt die hohe soziale Kompetenz der Flüchtlingskinder hervor, die sofort sähen, wenn einem etwas fehlt und es gewohnt seien, in einer großen Gruppe „umsichtig und hilfsbereit mitzudenken.“ Bohn betreut die Klasse zusammen mit seiner Kollegin Katrin Otto. Auch in der Kreuzberger Waldorfschule teilen sich zwei Klassenlehrerinnen die Betreuung, eine von ihnen spricht auch arabisch. Fachlehrer wie Ingrid Hüchtker, die bislang ehrenamtlich arbeiten, unterstützen die beiden Lehrerinnen Wassima Schulz und Rieke Wiens, die beide zusätzlich Erfahrung in der Traumapädagogik haben.

Auch die Emil Molt Akademie in Berlin-Steglitz, ein Waldorf-Berufskolleg, hat beim Senat die Zuweisung von jugendlichen Flüchtlingen beantragt. In anderen Bundesländern wie z.B. Hessen oder Nordrhein-Westfalen wird ebenfalls an Konzepten zur Integration von Flüchtlingsklassen in Waldorfschulen gearbeitet.

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