(openPR) Vorneweg gesagt - die englische Verbraucherinsolvenz eignet sich nicht für Jedermann. Es lohnt sich, die Vorteile und Nachteile bzw. das Kosten- und Nutzenverhältnis näher zu betrachten. Hier erhalten Sie einen Überblick.
Vorteile und Nutzen der England Privat Insolvenz:
Die Insolvenz in England bietet Schuldnern eine ganze Reihe von erheblichen Vorteilen. Dies hängt insbesondere mit dem tieferen Sinn des englischen Insolvenzrechts zusammen - denn es möchte besonders dafür sorgen, dass Schuldner die Möglichkeit haben, so schnell wie möglich wieder am Geschäfts- bzw. Wirtschaftsleben teilnehmen zu können. Das englische Rechtssystem geht davon aus, dass jeder, der am Geschäftsleben teilnimmt, in die Gefahr laufen kann, auch einmal Schiffbruch zu erleiden - eigen verschuldet oder nicht.
Dies unterscheidet ein Verfahren in England eindeutig beispielsweise von einem deutschen Insolvenzverfahren: Denn hier geht es im Grunde genommen um langjährige Abstrafung mit dem oftmaligen Ziel des endgültigen Ruins.
Die entscheidenden Vorteile des englischen Insolvenzverfahrens liegen auf der Hand:
+ Restschuldbefreiung bereits nach 12 Monaten
+ Oftmals Restschuldbefreiung sogar bei unerlaubten Handlungen, bei denen Deutschland eine Restschuldbefreiung ausschließen würde
+ Kein Erwerbsverbot
+ Recht großzüglige Vereinbarung über die Höhe monatlicher Zahlungen (Einkünfte)
Nachteile und Kosten der England Privat Insolvenz:
Es wird viel darüber diskutiert, dass eine Insolvenz in England sehr teuer ist. Die wahre Antwort darauf ist jedoch ein JEIN.
Was tatsächlich Kosten verursacht, ist eine doch drastische Lebensveränderung für Schuldner. Denn diese müssen tatsächlich ihren Lebensmittelpunkt für eine gewisse Zeit nach England verlegen, damit das englische Rechtssystem für sie zuständig ist. Dies bedeutet, Schuldner brauchen vor Ort eine Wohnung, müssen dort leben, essen, schlafen, sich aufhalten, einkaufen, Kontakte pflegen und arbeiten. Das kostet natürlich Geld.
Rechnen kann man hierbei mit den gleichen Kosten, die in etwa in Deutschland oder Österreich zu bezahlen wären. Das Leben in England, selbst in London, ist nicht teurer.
Selbst bei den als stets völlig überteuert bezeichneten Wohnungskosten kann man davon ausgehen, dass dies grundsätzlich so auch nicht ganz richtig ist. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Wohnen in London etwa gleichzusetzen ist wie Wohnen in München, zudem darf die Wohnung des Schuldners sowieso nicht übermässig teuer sein, da das Insolvenzverfahren dies auch nicht zulassen würde. Wenn man sich dazu entschliesst ausserhalb Londons wohnen, wird es natürlich nochmals deutlich günstiger.
Das eigentliche Gerichtsverfahren hingegen kostet sehr wenig und ist mit 525 GBP Verfahrenskosten und 180 GBP Gerichtskosten (insgesamt also ca. 1.000 Euro) recht überschaubar.
Die entscheidenden Nachteile des englischen Insolvenzverfahrens sind demnach:
+ Erhebliche Veränderung Ihrer Lebensumstände
+ Umzug in ein fremdes Land für mehrere Monate
+ Anlaufkosten, d.h. Sie benötigen Geld für Umzug, Wohnung, Lebensmittel usw.
+ Möglicherweise Trennung von der Familie / von Freunden über mehrere Monate
Fazit:
Es lohnt sich für den Fall der Fälle in jedem Fall, über dieses Verfahren nachzudenken! Denn das Hauptargument, eine Schuldbefreiung bereits nach 12 Monaten zu erhalten, ist nicht von der Hand zu weisen. Auch wenn es anfänglich mehr kosten mag. kann sich das sehr schnell kompensieren.









