(openPR) Die finanzielle Mitarbeiterbeteiligung wirkt - allerdings nicht in erster Linie als allein stehendes Instrument, sondern eingebettet in eine Unternehmenskultur, die Partnerschaft fördert. Zu diesem Ergebnis kommt der Geschäftsführer des Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung - AGP, Dr. Heinrich Beyer.
Bei der finanziellen Beteiligung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen an ihrem Arbeit gebenden Unternehmen wird immer wieder die Frage gestellt, ob die damit verbundenen Zielsetzungen auch tatsächlich erreicht werden. Denn Erfolgs- und Kapitalbeteiligungen sollen die Motivation und das Engagement der Beschäftigten steigern und derart – um es allgemein zu formulieren – die „Performance“ des Unternehmens verbessern. Gibt es dazu genügend wissenschaftliche Untersuchungen und empirisch Studien und kann ein möglicherweise bestehender Zusammenhang überhaupt nachgewiesen werden? Die Antwort zu beiden Fragen ist zunächst einmal eindeutig: ja!
Es gibt dazu seit mehr als 30 Jahren eine intensive wissenschaftliche Diskussion und insbesondere eine nahezu unüberschaubare Anzahl an empirischen und ökonometrischen Studien – national und international. Allein auf der Informations-Plattform „Gewinn- und Kapitalbeteiligungen von Beschäftigten“ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg werden 253 Literaturhinweise aufgeführt. Zu nennen sind hier beispielsweise die Arbeiten von Prof. Dr. Kornelius Kraft (TU Dortmund), die Studien des IAB selbst oder der schon 1990 erschienene Sammelband von Alan Blinder „Paying for Productivity“. Viele dieser Untersuchungen basieren auf dem Vergleich der „Performance“, also verschiedener betriebswirtschaftlicher Kennziffern, zwischen zwei Gruppen von Unternehmen – mit und ohne finanzieller Beteiligung. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in der Tendenz alle gleichlautend: Ja, es gibt mehr oder weniger ausgeprägte positive Effekte.
Es wird diesbezüglich allerdings auch darüber diskutiert, ob die finanzielle Beteiligung wirklich ein „originärer Erfolgsfaktor“ ist oder ob die empirischen Untersuchungen dazu nicht doch einer „strukturellen Verzerrung“ („bias“) unterliegen. Beim Vergleich von Unternehmen mit und ohne finanzieller Beteiligung werden die positiven Auswirkungen eben diesen Erfolgs- und Kapitalbeteiligungsprogrammen zugeschrieben. Doch eine Reihe von Autoren weist – zu Recht – daraufhin, dass die finanzielle Beteiligung möglicherweise gar nicht die eigentliche Ursache des Erfolgs ist, sondern lediglich eine Merkmal von Unternehmen, die sich beispielsweise durch ein hohes Maß an Mitarbeiterorientierung und eine partnerschaftliche Unternehmenskultur auszeichnen, die wiederum die eigentlichen Erfolgsfaktoren seien. In diesem Fall wäre die finanzielle Beteiligung lediglich ein „Ausdruck“ oder ein „Merkmal“ bestimmter Management- und Führungssysteme, aber eben keine eigenständiger Erfolgsfaktor.
Dieser Zusammenhang wird in der Praxis oftmals bestätigt. Besonders erfolgreich wirken Erfolgs- und Kapitalbeteiligung in denjenigen Unternehmen, die sich durch ein hohes Maß an „betrieblicher Partnerschaft“ auszeichnen. Für sie ist die finanzielle Mitarbeiterbeteiligung der konsequente und symbolische Ausdruck dieser Partnerschaft, indem die Mitarbeiter zu Mitunternehmern werden und man sich auf Augenhöhe begegnet.
Im Ergebnis kann man sagen, die finanzielle Mitarbeiterbeteiligung wirkt - allerdings nicht in erster Linie als allein stehendes Instrument, sondern eingebettet in eine Unternehmenskultur, die Partnerschaft fördert. Dabei kann die finanzielle Mitarbeiterbeteiligung durchaus auch der erste Schritt sein, um eine solche Kultur zu begründen. Denn sie ist ein eindeutiges und verständliches Zeichen der Unternehmensleitung an ihre Mitarbeiter, dass ihr Engagement und ihre Beteiligung gewünscht sind und dass alle an dem gemeinsam erzielten Unternehmenserfolg teilhaben sollen. So erwächst ein „Wir“-Gefühl, das starke Auswirkungen auf das Commitment der Mitarbeiter hat und auf dem eine partnerschaftliche Kultur begründet werden kann.












