(openPR) Unzufriedenheit macht sich in Sachen Tarifstreit bei den Gewerkschaften breit. Nachdem drei Verhandlungsrunden ohne Einigungsansatz verstrichen sind, ist nun eine vierte Runde ausgeguckt. Ob sie die entscheidende Einigung bringen wird, steht in den Sternen. Wir sprachen mit dem Chef der Deutschen Beamtenbund-Jugend NRW (dbb jugend nrw), Jano Hillnhütter über die Situation und das, was da kommen mag.
Frage: Noch immer ist kein Ergebnis im Tarifstreit gefunden und eine vierte Verhandlungsrunde angesetzt. Welchen Eindruck hinterlässt das bei der dbb jugend nrw?
Jano Hillnhütter: Das Signal ist eindeutig. Die Wertschätzung durch die Arbeitgeber findet immer noch nicht statt. Verhandeln kann man nur dann erfolgreich, wenn die Arbeitgeberseite das Wort "Verhandlung" auch ernst nimmt. Dazugehören zwei Seiten. Bislang war es lediglich ein Gewerkschaftsmonolog. Außerdem hat man offensichtlich die Zeichen der Zeit immer noch nicht verstanden: Man bringt so nicht nur die Beschäftigten auf, sondern verspielt auch die Chance, neue Leute in den Öffentlichen Dienst zu holen. Das wird auf Dauer verheerende Folgen haben.
Frage: Welchen Beigeschmack hinterlässt das Vertagen auf eine vierte Runde?
Jano Hillnhütter: Es stellt sich die Frage, warum man bei einer solchen Vorgehensweise die ersten Treffen überhaupt angesetzt hat, wenn man gar nicht vorhat, miteinander zu sprechen. Ich frage mich: Hat man auf Arbeitgeberseite vielleicht zu viel Zeit, dass man sie einfach ungenutzt verstreichen lässt. Dann kann man gleich auf Gespräche miteinander verzichten und zu einem Streik aufrufen.
Frage: Die Vorgehensweise der Arbeitgeber lässt darauf schließen, dass die Arbeitgeber bestimmte Forderungen einfach tot schweigen wollen. Welche priorisiert die dbb jugend nrw ganz besonders?
Jano Hillnhütter: Für die Jugend sind all die Forderungen von besonders zentraler Bedeutung, die die Arbeitsvoraussetzungen im Öffentlichen Dienst verbessern. Zentral sind darum die Zahlung von 100 Euro mehr für die Azubis, eine Erhöhung der Gehälter sowie eine Verbesserung der Übernahmesituation.
Frage: Was wird jetzt passieren?
Jano Hillnhütter: Was jetzt geschehen wird, hängt massiv von den Arbeitgebern ab. Verhandeln kann man nur im Dialog. Um das zu unterstreichen werden wir natürlich in weitere Warnstreiks gehen und so unsere Forderungen untermauern.


















