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„Mut zum Scheitern“ als Chance für deutsche Unternehmen

03.02.201519:55 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Scheitern ist eine Möglichkeit für Besseres und Innovationskraft braucht dringend den Mut und die innere Zuversicht, dass man auch mit Fehlern oder einem persönlichen Versagen klar kommen wird. Wer Angst vorm Scheitern oder vor „Spott und Heme“ seines Umfeldes hat, riskiert wenig bis nichts. Schade! Vor allem für die deutsche Wirtschaft. Doch „Mut zum Scheitern“ und „Spaß an Fehlern“ kann man trainieren. Zum Beispiel in Business-Trainings von „yuii“ aus Berlin. Die beiden Gründerinnen Sabine Zelm und Madeleine Yoran arbeiten hierfür mit Methoden aus der „angewandten Improvisation“. Denn wer mit dem Unerwartetem spontan umgeht, scheitert automatisch irgendwann - und gewöhnt sich daran.



Sieben Fragen an die yuii-Gründerinnen zu ihrer Philosophie.


Frage: Wie trainiert man Scheitern?

Madeleine Yoran. Wer sich an Übungen und Spiele aus der „angewandten Improvisation“ herantraut, der scheitert zu Beginn immer wieder und lernt, damit umzugehen. Denn eine Devise lautet hier: „Spaß am Scheitern!“, und „Lächelnd weitermachen!“ Die Scham wegstecken und dran bleiben. Ein bekanntes Scheiterspiel heißt „Sieben“. Man zählt in einem Kreis der Reihe nach durch und macht eine bestimmte Geste. Bis zur „Sechs“ läuft alles normal. Die „Sieben“ allerdings macht eine andere Bewegung - was unser Gehirn bereits überfordert. 95% aller Teilnehmer machen also immer wieder den Fehler, bei der „Sieben“ die falsche Bewegung zu machen und ärgern sich gewaltig. Nach einer Weile fordern wir sie auf, sich beim Fehlern nicht zu ärgern, sondern „Au ja!“ zu rufen. Das schaffen 99% der Teilnehmer auch nach 10 Runden nicht. Es hat sich einfach absolut eingebrannt in unser Verhalten, sich bei Fehlern – auch Kleinigkeiten - zu ärgern und meist auch, sich ein bisschen zu schämen.

Frage: Kann man so ein simples Spiel denn wirklich auf das (Berufs-)Leben übertragen?

Sabine Zelm: Wir sind fest davon überzeugt. Denn vielen Menschen ist diese Angst ja gar nicht wirklich bewusst. Das schaffen die kleinen Spiele aber bereits wunderbar – ohne dass damit wirklich großes Scheitern mit enormen Folgen verknüpft ist. Viele Menschen haben so große Angst vorm Scheitern, dass sie Situationen vermeiden, in denen sie scheitern könnten. Viele Menschen und Arbeitnehmer in Deutschland zeigen diese Angst unserer Meinung in chronischem Nörgeln, Zweifeln und „Blocken“. Sie blocken Ideen und innovative Ansätze – unbewusst oder bewusst – bereits am Anfang ihrer Entwicklung ab, so dass die Realisierung so gut wie unmöglich wird. Damit vermeiden sie aber natürlich, dass sie sich auf unbekanntes Terrain begeben, wo sie Fehler machen könnten und es unangenehm für sie wird.

Madeleine Yoran: Ganz einfaches Beispiel: Zählen Sie mal in Brainstormings die „Ja, aber!“ Ihrer Kollegen mit. Sie werden überrascht sein, wie viele das sind. Das sind verbale Blocks. Impro-Spieler lernen, diese zu vermeiden und statt dessen das „Ja, und!“ zu trainieren. Ich persönlich bin so sensibilisiert auf „Ja, aber’s“, dass ich in Meetings mit Kunden, ich arbeite ja auch noch als freiberufliche Projektmanagerin, schon im Geiste Strichlisten führe (lacht).

Frage: Braucht die deutsche Wirtschaft also mehr Ja-Sager als Mitarbeiter?

Sabine Zelm: Klares Ja! Erst mal arbeitet es sich mit Ja-Sagern besser zusammen als mit notorischen Bedenkenträgern. Das raubt nämlich unglaublich viel Energie und Kraft, derjenigen, die Prozesse vorantreiben wollen. Allerdings würden ständige „Ja-Sager“ auch nicht aktiv zur Weiterentwicklung beitragen und nerven natürlich auch irgendwann. Die Menschen, mit denen wir also am besten und konstruktivsten zusammenarbeiten sind „Ja, und-Sager“. Sie nehmen die Ideen ihrer Mitspieler – ihrer Kollegen also – auf, geben ihren Input dazu und spielen den Ball weiter. Nur so entstehen neue, kreative und auch wirklich mal andere Ideen. Die Philosophie und die Regeln, die im Impro-Theater angewendet werden, zu beherrschen ist also für Kreativ- und Innovationsprozesse - aber z. B. auch Change-Prozesse -unglaublich hilfreich.

Frage: Und das kann mal wirklich lernen?

Madeleine Yoran: Absolut. Nach zwei Tagen Training sind die wichtigsten Mechanismen verdeutlicht und zumindest so weit verinnerlicht, dass daran individuell weiter gearbeitet werden kann.

Frage: Erklären Sie bitte kurz, wie man „Regeln oder Mechanismen der Improvisation“ wirklich ganz konkret in Weiterbildung in Unternehmen einsetzen kann. Sie bieten zum Beispiel auch Präsentationstrainings damit an.

Madeleine Yoran: Genau. Für Präsentationstrainings eignet sich die Methodik deswegen so gut, da Menschen im Moment der Improvisation ihre ganz eigenen, wahren Talente, aber auch ureigene Schwächen, z. B. typische Unsicherheitsgesten, zeigen. Häufig ziehen sie sich bei ihrer Präsentation in ihre sogenannte „Komfortzone“ zurück, in der sie sich zwar sicher und ungefährdet fühlen, aber kaum mehr energetisch wirken.

In unseren Trainings für junge Führungskräfte ist das Thema „Scheitern“ aber auch immer relevant. Denn wer Entscheidungen treffen muss – v. a. mit wenig Berufserfahrung - muss die Gefahr einrechnen, Fehler zu machen. Wer eine junge Führungskraft ist, die insgeheim panische Angst vor eigenen Fehlern hat, wird sein Team kaum maßgeblich voran bringen können.

Frage: Ständiges Scheitern zu promoten, kann doch aber auch nicht der Weg sein. Das klingt nicht besonders erfolgsorientiert.

Madeleine Yoran: Doch, weil wahre Innovationskraft und Lust an Neuem erst entstehen kann, wenn wir unsere „Scheiter-Angst“ im Griff haben. Und wir lernen, dass wir positiv und konstruktiv mit dem Scheitern umgehen können, wenn es passiert.

Frage: Erfolgreich sein zu wollen und eben nicht zu scheitern ist dennoch ein legitimer Wunsch von Arbeitnehmern und letztlich auch deren Arbeitgebern. Wie reagieren die auf ihre Scheiter-Philosophie?

Madeleine Yoran: Die meisten absolut positiv und aufgeschlossen. Bedenken Sie: Die meisten erfolgreichen Unternehmer oder Manager sind in ihrem Leben öfter gescheitert. Sie brauchten das Scheitern, um dort hin zu gelangen, wo sie heute sind. Aber bleiben wir beim Mitarbeiter auf Angestellten- oder mittlerer Management-Ebene: Die Angst vorm Scheitern zeigt sich doch häufig in Form von ständigem Zweifeln, im Vorbringen von Argumenten, warum etwas Neues nicht gut ist. Häufig und zu aller erst, Bedenken zu Äußern, ist eine deutsche Tugend, die oft als rational und klug bewertet wird. Wir sprechen hier vor allem von „notorischen“, reflexartigen ablehnenden Haltungen, die Veränderungen per se als etwas Bedrohliches wahrnehmen. Das kann in Unternehmen, die immer komplexeren Strukturen, neuen (digitalen) Lebenswelten und Sachverhalten gegenüber stehen, nicht gewollt sein. Und so sehen das eben heute auch viele Personalverantwortliche.

Sabine Zelm: Richtig. Die Angst vorm Scheitern verlangsamt Entscheidungsprozesse, macht Unternehmen träge. Im internationalen Wettbewerb müssen deutsche Unternehmen aufpassen, nicht ins Hintertreffen zu geraten. Hiergegen kann man „antrainieren“, ganz klar! Und wir wünschen der Trainer- und Coachingszene der „angewandten Improvisation“ in Deutschland daher ganz viel Erfolg. Nicht nur uns, sondern auch unseren Trainerkollegen. In Berlin gibt es neben uns noch eine handvoll weitere. Wir kennen uns gut, netzwerken aktiv. Für eine Arbeitswelt, in der Improvisationsfähigkeiten von Arbeitnehmern wirklich geschätzt und ausgebaut werden, weil sie heute – mehr denn je – wirklich gebraucht werden.

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