(openPR) Als erstes journalistisches Medium widmet sich die noch junge Publikation „Sorbas“ ausschließlich dem Themenbereich Wiedereinstieg und Neuanfang. Die Kölner Unternehmerin Ute Bienkowski will damit eine Lanze brechen für Mut und Zivilcourage angesichts widriger Umstände und ökonomischer Fallstricke. Den gesellschaftlichen Blick für unternehmerisches Scheitern und die daraus erwachsenden Chancen zu schärfen, ist dabei erklärtes Ziel des kostenlos vertriebenen eJournals.
„Wer in unserer leistungsorientierten Gesellschaft heute scheitert, muss nicht nur mit Verachtung und Häme rechnen, sondern kann sich auch auf eine Ochsentour durch Behörden und Ämter vorbereiten. Am Ende steht für viele dann nicht nur die wirtschaftliche, sondern vor allem auch eine persönliche Bankrotterklärung.“ Ute Bienkowski weiß, wovon sie spricht. Aus dem Veranstaltungsmanagement, Ihrem eigentlichen Geschäftsfeld, kennt sie genügend Beispiele für einst erfolgreiche Unternehmer, die heute von Hartz IV leben und Stammgast bei der ARGE sind.
„Das größte Problem ist für viele noch nicht einmal der wirtschaftliche Abstieg. Viel tiefer treffen die Formen der Erniedrigung, mit denen man plötzlich von allen Seiten konfrontiert ist. Aus Menschen, die einmal viel geleistet und riskiert haben, sind plötzlich Nummern geworden, die dankbar sein dürfen, dass der Staat sie nicht völlig am ausgestreckten Arm verhungern lässt.“ Die Kölner Unternehmerin hat in den langen Jahren ihrer Tätigkeit viele dieser Fälle im persönlichen und geschäftlichen Umfeld kennen gelernt. „Dabei ist das Schlimmste, sich selber aufzugeben und nicht zu versuchen, einen Neuanfang zu starten. Fehler hat man ja meistens genug gemacht, und wenn man aus ihnen lernt, hat man beim zweiten Mal schon eine wesentlich bessere Ausgangsposition.“
Eine Studie der Boston Consulting Group belegt diese These und zeigt, dass Re-Starter im zweiten Anlauf sogar erfolgreicher als Neugründer sind. Doch warum ist der gesellschaftliche Blick ein anderer? Was hält die öffentliche Wahrnehmung davon ab, im Scheitern nicht nur eine natürliche und unvermeidliche Tatsache zu sehen, sondern vor allem auch eine gehörige Chance zum optimierten Neueinstieg? In den USA sind diskontinuierliche Lebensläufe bekanntlich wesentlich beliebter. Derjenige, der aus seinem Absturz gelernt hat, wieder aufzustehen, gehört für die amerikanische Öffentlichkeit zur Kategorie der echten Siegertypen. Der aktuelle Präsidentschaftskandidat der Demokraten bildet dabei keine Ausnahme. Hierzulande ist die Lage allerdings eine andere.
Sensibilisierung war das Stichwort, das alles in Gang setzte. Nur über eine mediale Plattform, so die Überlegung, würde sich der Blick für die Thematik schärfen und bestenfalls verändern lassen. So entstand die Idee zu „Sorbas“, einer Publikation, die sich ganz den Fragen von Absturz, Wiederaufstehen und Neubeginn widmen sollte. „Dabei sollte es nicht um kommerzielle Interessen gehen. Wichtig war mir in erster Linie, den gesellschaftlichen Diskurs ein Stück in Gang zu setzen.“ Bienkowski betrachtet die Thematik als eine Herzensangelegenheit, und so entschied sie sich für eine digitale Publikation, die jedem Interessierten kostenfrei zur Verfügung steht.
Die Reaktionen auf die ersten beiden Ausgaben seien durchweg positiv. Vor allem von Betroffenen käme viel Zuspruch. Man fühle sich ernstgenommen. Für die Unternehmerin, die ihre neue Herausgebertätigkeit vor allem als soziales Engagement betrachtet, ist ein solches Feedback die wichtigste Bestätigung. „Es geht darum, Mut zu machen. Zu zeigen, dass man nicht am Boden enden muss. Scheitern ist ein Teil des Lebens, und niemand hat das Recht, auf andere, die sich in einer solchen Lage befinden, herabzuschauen. Ganz im Gegenteil, denn gerade dort schlummern oft ungeahnte Kräfte. Allerdings werden einem auch enorme Steine in den Weg gelegt.“
Bienkowski hofft, mit Ihrer Publikation ein klareres Bild der Situation vermitteln zu helfen. Hierzu vereint sie Wissenschaftler, Unternehmer und Betroffene unter dem Dach des eJournals und lässt sie aus ihrer ganz eigenen Perspektive zu Wort kommen. Zwei Ausgaben lassen sich online bereits abrufen, die dritte ist in Arbeit. „Wir haben Material für das gesamte nächste Jahr, da fällt aus Aussortieren nicht leicht. Neben dem Tagesgeschäft ist das kaum zu bewältigen.“ Eine Herzensangelegenheit eben.
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