(openPR) In Weiterführung seiner Überlegungen zu einem für ihn „heute sag- und tragfähigen Glauben“ („Heute glaubwürdig von Gott reden, disserta-Verlag Hamburg 2014) untersucht der Autor in diesem Buch das Verhältnis von „Kantischem“ Denken und einer evolutionären Perspektive auf die Welt. Kann man „transzendentalphilosophisches“ und evolutionäres Denken sinnvoll aufeinander beziehen, oder bilden sie von Haus aus einen unüberbrückbaren Gegensatz? War Kant sogar, wie manchmal behauptet wird, ein „Vorläufer Darwins“, oder eher ein „unbelehrbarer“ Verfechter einer an der starren Unveränderlichkeit biologischer Arten orientierten und damit antievolutionären Naturphilosophie? Ist insbesondere Kants „teleologische“ Deutung von Organismen mit evolutionär-biologischem Denken prinzipiell unvereinbar, oder sogar ein Wegbereiter heutiger systembiologischer Ansätze? Lässt sich Kants transzendentaler Idealismus mit einer evolutionären Erkenntnistheorie vereinbaren? Inwiefern ist gerade Kants Geschichtsphilosophie geprägt von einem durch evolutionäre Dynamik bestimmten Bild geschichtlicher Prozesse?
Diesen Fragen geht der Autor in seiner neuesten Veröffentlichung nach, und führt die Ergebnisse und Perspektiven der verschiedenen, teils sehr widersprüchlichen Veröffentlichungen, die er zu diesem Themenbereich gefunden hat, zu einem komplexen und differenzierten Gesamtbild zusammen. So ist aus den „Früchten“ seines bisherigen Nachdenkens nun ein philosophiegeschichtlich-wissenschaftstheoretischer Ab-leger entstanden, der vielleicht eine echte Lücke in der bisher zu diesem Thema veröffentlichen Literatur füllen kann.
Das neue Buch von Stefan Schütze könnte also sowohl Leserinnen und Leser an-sprechen, die auf der Fragelinie seiner bisherigen Bücher überlegen, wie man einen kritisch revidierten, „nachtheistischen“ Gottesglauben heute plausibel formulieren und begründen könnte, wie auch überhaupt ein Beitrag zum Gespräch zwischen Philosophie und Naturwissenschaft sein, der zeigt, wie sich transzendentalphilosophische und biologisch-kosmologische Perspektiven auf die Wirklichkeit differenziert und komplex miteinander in Beziehung setzen lassen, so dass sie sich gegenseitig ergänzen, begrenzen und befruchten.
Über das Buch:
Titel: Wegbereitung oder Widerspruch? Kants Transzendentalphilosophie und die heutige Evolutionstheorie
Autor: Stefan Schütze
Taschenbuch, 60 Seiten, 19,99 EUR
ISBN: 978-3958508057
Diplomica Verlag 2015
Das Buch ist über den Buchhandel und direkt über den Verlagsshop erhältlich:
http://www.diplomica-verlag.de
Über den Autor:
Stefan Schütze wurde 1962 in Pforzheim geboren. Er ist evangelischer Pfarrer und arbeitet aufgrund seiner Schwerbehinderung (Multiple Sklerose) seit 2004 im Sonderpfarrdienst der Evangelischen Landeskirche in Baden. Seit 2011 veröffentlichte er verschiedene Bücher und Aufsätze zu theologischen und philosophischen Themen, mit Schwerpunkt auf der Frage nach der Möglichkeit einer „heute sag- und tragfähigen“ Gottesrede, dem interkulturellen und interreligiösen Dialog, sowie dem Verhältnis von Religion und Naturwissenschaft. Immer wieder beschäftigte er sich in seinen Publikationen auch mit der Bedeutung des philosophischen Erbes Immanuel Kants für unser heutiges theologisches und wissenschaftliches Nachdenken. Verschiedene Fäden dieser Beschäftigung nimmt er in diesem Buch wieder auf, und führt sie im Rahmen der Frage nach den Möglichkeiten einer differenzierten Verhältnisbestimmung von Kantischem und evolutionärem Denken weiter.










