(openPR) ROSENHARZ – Die Werkstatt der Liebenauer Arbeitswelten Rosenharz hatte zur Adventsfeier eingeladen. Die Mitarbeiter ehrten ihre Jubilare. Höhepunkt war die Premiere "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" der Theatergruppe "Die Außergewöhnlichen" unter der Leitung von Holger Niegel.
Jahresrückblick
Die Kantine Rosenharz ist weihnachtlich geschmückt. Die Vorfreude ist groß. Schon lange haben sich Beschäftigte auf ihre Adventsfeier vorbereitet. Die einen haben im Chor neue Lieder einstudiert, andere haben ein Theaterstück eingeübt. Die Band stimmt ihre Instrumente. In einer Bilderschau stellen die Mitarbeiter die neuesten Projekte in der Werkstatt vor. So ist auf dem Gelände eine Kräuterspirale entstanden. Eine großzügige Spende ermöglichte es, für die Beschäftigten einen eigenen Garten anzulegen. "Dafür sind wir dankbar", sagt Werkstattleiter Albert-Jan Brunzema. "Jeder Beschäftigte soll die Arbeit finden, die zu ihm passt."
Jeder darf da sein
Die Verbundenheit zur Werkstatt ist spürbar. Sie sind eine große Gemeinschaft. Die Beschäftigten haben über das Jahr viel erreicht und darauf sind sie stolz. Begeistert singen sie die Lieder mit, andere hören zu. Nicht die Behinderung bestimmt den Grad der Freude. Jeder darf da sein, niemand wird ausgeschlossen. Es wird dunkel. Nur ein Lichtstrahl huscht über die Bühne. Ein Mädchen erscheint, barfuß, in Sackleinen gehüllt. Der Vater schimpft, schickt es zum Betteln. Intensiv bangen die Zuschauer mit dem einsamen Mädchen auf der Bühne. Die Rosenharzer Theatergruppe "Die Außergewöhnlichen" spielt ein Wintermärchen von Hans Christian Andersen.
Das Mädchen mit den Schwefelhölzern
Das Mädchen kniet auf der Straße, bietet Schwefelhölzer an. Frauen und Männer eilen vorbei, ihre Schritte werden schneller: "Kein Geld, keine Zeit." Das Kind bleibt müde und frierend zurück. Es träumt. Ein weiterer Vorhang öffnet sich. Eine fröhliche Gesellschaft feiert. Geschenke laufen an dem Kind vorbei. Vergeblich versucht das Mädchen, sie festzuhalten. Die verstorbene Großmutter erscheint ihr. Das Mädchen flüchtet sich in ihre Arme und stirbt. Verlassen und einsam liegt es auf der Straße. Ein Mann kommt vorbei: "Da sollte geholfen werden." Er wirft ein Cent-Stück hin, nimmt die Schwefelhölzer an sich und eilt davon. Der Vorhang fällt.
Für ein achtsames Miteinander
"Die Außergewöhnlichen", so nennt sich die Theatergruppe für Menschen mit Behinderung in der St. Gallus-Hilfe Rosenharz. Unter der Leitung von Holger Niegel, mit Unterstützung von Rosi Sauter, bringen die Außergewöhnlichen ein Sozialdrama auf die Bühne, das nichts an Aktualität verloren hat. "Menschen mit Behinderung können sich sehr gut in die Thematik einfühlen. Ausgrenzung und soziale Not sind ihnen leider häufig vertraut", berichtet Niegel. Die Schauspieler sind ganz präsent. Ihre schroffe Nichtachtung ist echt. Ihre neueste Produktion ist eine gelungene Wahrnehmung der eigenen Verletzlichkeit, eine Weihnachtsbotschaft, die uns auffordert, die Würde des Menschen nicht aus den Augen zu verlieren.
Ehrung der Jubilare
Rückblickend auf ein bewegtes Arbeitsjahr ehren die Mitarbeiter ihre Jubilare, lassen Luftballons steigen. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums von Nadja Arnold und Tulio Michienzi schweben zehn Luftballons über der Bühne. Anita Deiß, Martina Weiss und Gabriele Mutschke werden für ihre 15-jährige Mitarbeit geehrt, Helga Brüchle für ihre 20-jährige Mitarbeit. Kurt Wiggenhauser und Sigrid Zuckschwerdt werden für ihre 25-jährige Treue geehrt. Lucia Bosch feiert ihr 30-jähriges Jubiläum, Gertrud Dettling ihr 35-jähriges und beim 40-jährigen Jubiläum von Maria Eisele schweben für alle sichtbar 40 Luftballons über der Bühne.
Weitere Infos der zur St. Gallus-Hilfe der Stiftung Liebenau finden Sie unter www.st.gallus-hilfe.de.













