(openPR) Pâte de verre – ein klangvoller Name für eine uralte aber gleichzeitig ziemlich neue Technik der Glasverarbeitung. In der neuen Sonderausstellung beleuchtet das Glasmuseum Frauenau von 13. Dezember 2014 bis 1. März 2015 die Faszination um die Pâte de verre.
Schon die Menschen der Antike waren vom Glas fasziniert. Auch die Pâte de verre war ihnen bekannt. Jahrhundertelang geriet diese ebenso geheimnisvolle wie diffizile Technik um das Gemenge aus Glaspulver, Bindemitteln und Metalloxiden zur Färbung in Vergessenheit. Eine großartige Blüte erlangte sie dann aber in Frankreich in der Zeit des Jugendstils und Art Déco. Die französischen Künstler waren es auch, die dieser Technik ihren Namen gaben.
In den 1980er Jahren entdeckten die Studioglaskünstler die Pâte de verre erneut, belebten sie wieder und entwickelten sie weiter. Sie schaffen faszinierende Kunstwerke - meist sind es Schalen, Vasen, abstrakte Objekte, aber auch Skulpturen und Installationen -, deren besonderer Reiz darin besteht, dass sie nicht sofort als Objekte aus Glas zu erkennen sind. Ihre Materialbeschaffenheit bleibt in vielen Fällen zunächst rätselhaft.
Die Sonderausstellung im Glasmuseum Frauenau demonstriert die Entwicklung der Pâte de Verre im 20. Jahrhundert bis heute. Die Bandbreite reicht von kostbaren Werken des Jugendstils mit Meisterwerken von Henry Cros, Georges Despret und Victor Amalric Walter über Arbeiten des Art Déco bis hin zu den jüngsten Kreationen der Studioglasbewegung aus ganz Europa, Ägypten und Japan. Zu sehen sind 50 Objekte von über 30 internationalen Künstlern. Sogar ein nach dem Entwurf von Salvador Dalí geschaffenes Werk, das einen Pegasus darstellt, wird präsentiert. Während die historischen Stücke, die in ihrem Dekor oft von der Flora und Fauna inspiriert sind, mit einem besonderen Charme und stilsicherer Eleganz aufwarten, bringen die modernen Kunstwerke neue Ideen und Ansätze ein. Die Formen sind nicht selten frei von jeglicher Funktion. Dass Glaskunst auch eine guten Schuss Witz vertragen kann, demonstriert zum Beispiel Hartmut Greb mit seinem in Rosa gehaltenen „Ballerino“.
Die Ausstellung wurde von den Kunstsammlungen der Veste Coburg (Europäisches Museum für Modernes Glas) konzipiert und mit Beständen des Glasmuseums Frauenau sowie ausgewählten Leihgaben von Künstlern ergänzt. Dem Glasmuseum ist auch daran gelegen, das Geheimnis um die Pâte de verre zu lüften und den Besuchern zu vermitteln, wie ein Pâte de verre-Objekt geschaffen wird. Anhand einer einzigartigen Serie historischer Fotografien aus der Künstlerwerkstatt von Gabriel Argy-Rousseau werden die Einzelschritte der Entstehung anschaulich vorgestellt und erklärt.
Ausstellungsdauer: 13. Dezember 2014 bis 1. März 2015
Öffnungszeiten: Di – So 9 – 17 Uhr
www.glasmuseum-frauenau.de










