(openPR) Hamburg, 11. November 2014 – Laut einer aktuellen Studie der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) ist Bildung der zentrale Baustein für den langfristigen Erfolg der deutschen Wirtschaft. 73 Prozent der Unternehmen sagen, dass es vor allem im Bereich Wissen, Bildung und Qualifizierung Handlungsbedarf gibt.
Arbeitssicherheitsdefizit in Deutschland: Migrantenunternehmen werden ungenügend auf Arbeitsschutzorganisation und Arbeitssicherheits-Management vorbereitet
Die zunehmende Zahl an Neugründungen von Migrantenunternehmen leistet seit einigen Jahren einen wichtigen Beitrag für Beschäftigung und die Erhöhung der Anzahl von Ausbildungsplätzen. Doch trotz der Bedeutsamkeit des Themas gibt es bisher keine systematische und repräsentative Datengrundlage für betriebliche Arbeitsschutzorganisation in Hamburg, die Aussagen über die Arbeitsschutz Organisationsstruktur von Migrantenunternehmen und das Aus- und Weiterbildungsverhalten in diesen Unternehmen ermöglicht. Eine solche Datengrundlage ist jedoch wichtig, um gezielt Arbeitsschutzstrategien und Maßnahmen im Ausbildungsbereich-Arbeitssicherheit umsetzen oder etwa Weiterbildungsbedarfe und .praxis in solchen Unternehmen einschätzen zu können. Das Projekt .Arbeitssicherheits-Qualifizierung von Migrantenunternehmen zielt darauf ab, diese Informationslücke zu schließen.
Die Zahl an Selbstständigen mit Migrationshintergrund ist in den letzten zehn Jahren um 77 % und damit fast fünfmal so stark gestiegen wie die der einheinmischen Unternehmerinnen und Unternehmer. Zwar handelt es sich hierbei überwiegend um äußerst kleine Unternehmen, doch stellen sie im Aggregat einen beständig wachsenden Anteil an allen Beschäftigten.
Die Mitarbeiter müssen mindestens einmal im Jahr zu allen sicherheitsrelevanten Dingen ihres Arbeitsplatzes unterwiesen werden. Die Grundlage hierfür bildet die Gefährdungsbeurteilung. Diese Unterweisung ist schriftlich festzuhalten und muss vom Unterwiesenen unterschrieben werden. Die Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung-Anforderungen sind bereits geltendes Recht, so dass der Gesetzgeber davon ausgeht, dass diese in allen Betrieben und Praxen umgesetzt werden.
„Die Arbeit im Themenfeld der Migration, Existenzgründungen und Teilhabe kann nur erfolgreich sein, wenn die Angebote aufeinander abgestimmt sind und eine systematische Verzahnung gewährleistet ist“ so Arbeitsexperte Raif Özalan (www.arbeitsexperte.de).
Der Arbeitsexperte Raif Özalan unterstützt Gründergeist und Unternehmertum und beteiligt sich vom 17.-23. November 2014 an der Gründerwoche als Partner.
Weiterführende Infos:
https://www.arbeitsexperte.de
http://www.gruenderwoche.de/.
https://www.gruenderwoche.de/ueber/partnerliste/index.php?id=2561&back=4
Projekt: „Arbeitsschutzorganisation Migrantenunternehmen“
Ziele
Das Teilprojekt analysiert den Beitrag von Migrantenunternehmen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Freien Hansestadt Hamburg und die Erfüllung der Arbeitsschutz-Maßnahmen für die Arbeitsplätze.
Es werden Erfolgsstrategien und besondere Herausforderungen migrantischer Unternehmen in der Region identifiziert sowie unternehmerische Entwicklungspotentiale und Fördermöglichkeiten für die Zielgruppe skizziert.
Anschließend wird ein Arbeitsschutzschulungskonzept für Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund entwickelt und modellhaft erprobt.
Hintergrund
Menschen mit Migrationshintergrund sind häufig von Arbeitslosigkeit betroffen, obwohl sie sehr hohe Qualifikationen haben.
Gründe dafür sind zum einen die bis 2012 unzureichend geregelte Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen. Zum anderen werden auf die Verbesserung des Arbeitsmarktzugangs zielende Unterstützungsmaßnahmen oft nicht den besonderen Bedingungen und Bedarfslagen von Zuwanderern nicht gerecht.
In den letzten Jahren konnte auch in Hamburg ein stetiger Anstieg der Anzahl migrantischer Unternehmensgründungen sowie eine zunehmende Branchenvielfalt festgestellt werden.
Aus Erfahrungen des Lotsendienstes für Migranten, früherer Projekte und aus Berichten ethnischer Unternehmernetzwerke ist bekannt, dass migrantische UnternehmerInnen mit zahlreichen Schwierigkeiten sowohl in der Gründungsphase als auch im weiteren Verlauf ihrer unternehmerischen Tätigkeit zu kämpfen haben.
Eine Erweiterung der unternehmerischen Kompetenzen sowie Verknüpfungen mit relevanten Akteuren wie beispielsweise den Kammern und Berufsgenossenschaften können den unternehmerischen Erfolg und gesetzlich vorgeschriebene Arbeitsschutz-Maßnahmen (Arbeitssicherheitsgesetz ASiG) verbessern. Mit diesem Projekt sollen Kenntnisse und Kontakte aufgebaut und Empfehlungen für die regionale Förderung migrantischer Unternehmen entwickelt werden.
Umsetzung
In dem Teilprojekt werden Netzwerktreffen von migrantischen Unternehmenszusammenschlüssen begleitet, um ihre Bedarfe zu identifizieren und daraufhin passgenaue Informationsveranstaltungen für Unternehmer mit Migrationshintergrund durchzuführen.
Die Ergebnisse sollen dann in Fokusgruppen diskutiert werden, in denen migrantische Unternehmensverbände, Berufsverbände, regionale Wirtschaftsförderung und Arbeitsverwaltung vertreten sein werden.
In einem Rahmenkonzept zur Arbeitsschutz-Qualifizierung von Selbständigen mit Migrationshintergrund werden die Erkenntnisse zusammengeführt.
Es werden Arbeitsschutzorganisationsbausteine konzipiert, durchgeführt und ausgewertet.
Empfehlungen zur Förderung von Migrantenunternehmen werden erarbeitet.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.














