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Schulpsychologie: Humor mildert Disziplinprobleme, Strafe verschärft sie

18.09.201412:46 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Schulpsychologie: Humor mildert Disziplinprobleme, Strafe verschärft sie
Gisela Steins: Sozialpsychologie des Schulalltags, Band I
Gisela Steins: Sozialpsychologie des Schulalltags, Band I

(openPR) Schulpsychologie: Häufig wollen Lehrer/innen bei einem Disziplin-Problem ein Exempel statuieren und greifen hart durch. Doch autoritäre Strafmaßnahmen in der Schule erreichen selten ihr Ziel. Sie lösen Reaktanz aus und wirken meist als Bumerang. Mit hoher Wahrscheinlichkeit führen sie bei Schülern/innen sogar zur Aufwertung des sanktionierten Verhaltens, warnt Professorin Dr. Gisela Steins (Essen) in ihrem neuen Lehrbuch "Sozialpsychologie des Schulalltags".



Wenn Kinder im Unterricht stören, sind sie sich meist dessen bewusst. Kinder wünschen sich, dass über solche Ereignisse sachlich-kritisch, aber ohne Diskriminierung und Beschämung geredet wird. Positiv reagieren Schüler/innen auf eingesetzten Humor. Mit Humor kann auf einen negativen Aspekt hingewiesen werden, ohne dass die betroffene Person beschämt wird. "Humor verbessert die Stimmung und trägt zu einer angenehmeren, produktiven Arbeitsatmosphäre bei," empfiehlt die Psychologin.

Der autoritär strafende Lehrer erfährt möglicherweise nicht selbst und nicht unmittelbar den Widerstand aus der Klasse. "Es ist möglich, dass die Kinder sich die Freiheiten, die sie bei einer besonders strengen Lehrperson blockiert sehen, bei einer anderen, als schwächer wahrgenommenen Lehrperson zurückerobern. Die strengere Lehrperson erhält so die irrtümliche Rückmeldung, dass ihr strenges Durchgreifen erfolgreich war und Lehrpersonen, die sich nicht autoritär durchsetzen können, eben mit einer lauten Klasse leben müssen."

"Je älter Kinder werden, desto eher sind sie bestrebt, eine eigene Meinung auszubilden und sie durch Erfahrung zu überprüfen. Dieser Prozess wird im Unterricht nicht immer unterstützt. Wenn Schüler/innen den Eindruck gewinnen, dass sie auf eine bestimmte Einstellung festgelegt werden sollen, entsteht wahrscheinlich Reaktanz." Möglicherweise übernehmen Schüler/innen dann trotzig eine extrem gegensätzliche Einstellung, verzichten auf eine kritische Reflexion, stellen aber sicher, dass sie ihre Meinungsfreiheit zurückerobert haben.

Steins nennt häufige Beispielsätze, mit denen Lehrer/innen mühelos Trotzreaktionen und Bumerangeffekte auslösen können: "Ihr habt keine Wahl", "Diesen Standpunkt müsst ihr akzeptieren", "Man kann dazu keine andere Meinung haben", "Spätestens in meinem Alter werdet ihr die gleiche Meinung vertreten ..."

>> Gisela Steins: Sozialpsychologie des Schulalltags, Band I., 2. substantiell überarbeitete Auflage 2014, Pabst, 324 Seiten, ISBN 978-3-89967-933-5

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