(openPR) Im ewig gleichen Theaterstück der Menschheit sind Kriege ein immer wiederkehrendes Thema der Handlung. Aber wie alles Äußerliche dieses Schauspiels ändern auch sie ihr Erscheinungsbild. Die ganz großen Kriegsszenen spielen heute nicht mehr auf Schlachtfeldern, sondern in Büros, Konferenzräumen, an Computer-Arbeitsplätzen, in Anwaltskanzleien und vor Gerichten. Nicht Bomben, Maschinengewehre und Panzer, sondern Computerprogramme sind die Waffen. Statt Soldaten im Kampfanzug agieren Geheimagenten, Politiker und Bankster als Hauptdarsteller. Der Weltkrieg des 21. Jahrhunderts ist ein Finanz- und Wirtschaftskrieg, nicht so blutig, aber für das Wohlergehen der großen Mehrheit der Menschen nicht weniger verheerend.
Die us-amerikanisch geführte Bankstermafia treibt derzeit die Notenbanker und Politiker vor sich her. Der ehemalige Goldman-Sachs-Angestellt, Mario Draghi, verspricht Banken und Pleitestaaten unbegrenzte Geldversorgung auf Kosten der – überwiegend mittelständischen – Sparer.
So wie es aussieht, haben sich Politik und Notenbanken des Westens darauf geeinigt, die Banken- und Staatsschuldenkrise inflationär zu bereinigen – oder besser: sich bereinigen zu lassen. Geld zu drucken ist billig und erspart unangenehme Entscheidungen zur Beschränkung der Bankstermacht und zur Sanierung der Staatshaushalte. Außerdem kommen die Reichen damit am besten zurecht. Die Dummen sind die Armen und der Mittelstand, die ihre Ersparnisse und ihre Altersversorgung verlieren.
Die Alternativen zu Sparbuch, Tages- und Festgeld sowie Kapitallebensversicherungen wären in normalen Zeiten Aktien, Anleihen von solventen Staaten und Immobilien. Die sind allerdings – nicht zuletzt auch infolge der Eigenspekulation der Bankster inzwischen vollkommen überteuert. Das Verlustrisiko ist deshalb wegen der Gefahr eines Crashes viel größer als die geringe Chance, das investierte Geld auf Sicht der nächsten 3-5 Jahre im Wert zu erhalten. Deshalb sind diese Anlagen nur noch etwas für Zocker.
Sparer sollten jetzt aufpassen und äußerst mißtrauisch sein. „Wenn es ernst wird, muß man lügen“ soll der mögliche neue Präsident der EU-Kommission Jean-Claude Juncker einmal gesagt haben.
Gewinnen können in einem fortgesetzten Hasardspiel am Aktien- und Anleihemarkt allenfalls die Banken. Sie verfügen über Insiderinformationen und kassieren bei den Käufen und Verkäufen der Anleger auch sichere Provisionen. Verständlich, daß die Bankster daran interessiert sind, die verzweifelten Sparer in diese gefährlich aufgeblasenen Märkte zu drängen. Dabei wäre wohl zu einer Anlage in Edelmetallen, vornehmlich Gold, viel eher zu raten. Denn physisches Gold ist inzwischen sehr knapp geworden. Die neu gewonnenen Mengen werden zum größten Teil von China und anderen asiatischen Ländern aufgekauft. Der hinuntermanipulierte Goldkurs verhindert nicht nur eine Ausdehnung der Exploration möglicher neuer Lagerstätten des Edelmetalls. Er wird künftig auch die laufende Produktion einschränken, weil die Minen auf Dauer nicht mit Verlust verkaufen können.
Interessant ist in diesem Zusammenhang das Geschäft von Goldman-Sachs mit der Notenbank von Ecuador. Nach Angaben des Wallstreet Journal Deutschland verpfändet Ecuador als Sicherheit für einen Kredit über 400 Millionen US-Dollar 465.619 Feinunzen Gold im Wert von rund 580 Millionen Dollar an die Bank, die den Goldkurs wiederholt bei 1.050 US-Dollar „gesehen“ hat. Ecuador will, so heißt es, an den Kapitalmarkt zurückkehren, nachdem es 2008 seine Zahlungsunfähigkeit erklären m mußte.
Goldman Sachs kommt das ecuadorianische Gold für seine Goldkurs-Strategie wohl gerade recht. Den Goldkurs weiter zu drücken, dürfte allerdings auch mit neuer Munition nicht einfach sein, nachdem die sogenannten schwachen Hände aus dem Markt vertrieben wurden und physisches Gold immer schwieriger verfügbar wird. Tragischerweise ist aber die manipulative Senkung des Goldkurses ein wesentlicher Baustein zur Festigung der Herrschaft von Bankstern und skrupellosen Politikern sowie ihrer Klientel.
Wer die gegenwärtige Lage analysiert und langfristig denkt, für den sind Gold und Goldminen die einzige wahre Alternative. Die Kursmanipulation kann mangels Masse an verfügbarem physischen Gold nicht ewig andauern, die Spekulationsblasen werden – wie bisher ausnahmslos in der Geschichte – allesamt platzen, die Angst vor Deflation wird sich als Hirngespinst – wenn nicht als betrügerischer Versuch der Stimmungsmache – herausstellen, und die exorbitant vermehrte Geldmenge wird das Geld entwerten. Was bleibt da zu tun, wenn man nicht sehr reich oder ein sicheres, inflationsgeschütztes Einkommen als (ehemaliger) Politiker hat?
Wie der Kampf um die Macht über das Geld, die Wirtschaft und die Politik ausgeht, entscheiden letztlich aber nicht die Amerikaner und die dortige Bankstermafia, sondern in erster Linie Chinesen, Russen, und andere Asiaten, aber auch die Saudis und Japan. Die Chinesen und die Russen kaufen das meiste Gold auf, haben die größten Goldvorräte angehäuft und sind weltweit bereits in vielen Goldminen investiert. Die Schulden der USA sind zu einem großen Teil in Händen der Chinesen und der Russen. Ohne Übertreibung kann man sagen: das Schicksal der us-amerikanischen Währung liegt in den Händen der Asiaten und der Erdölförderländer. Ob den für das Debakel der Finanzwirtschaft in erster Linie verantwortlichen Amerikanern das bewußt ist?
Daß die Mächtigen in China, Rußland, Saudi-Arabien … um nur einige zu nennen sich einfach mit dem üblen Treiben FED-GS-JPM&Consorten abfinden werden, ist nicht anzunehmen. Es wird von durchaus ernst zu nehmenden Quellen über erste Anzeichen dafür berichtet, daß US-Anleihen in großem Umfang abgestoßen und trickreich in Goldpositionen verwandelt werden. Hat der US-Dollar seine Rolle als Weltleit- und Reservewährung vielleicht schon ausgespielt und wir wissen es nur noch nicht?
Das wirtschaftliche Schicksal Europas hängt im Wesentlichen an Deutschland. Die deutsche Regierung ist aber unfähig, proaktiv zu gestalten. Sie verwaltet nur mehr schlecht als recht ihre Macht. Von den anderen Regierungen der europäischen Problemstaaten gar nicht zu reden. Sie sind schlicht und einfach gesagt reformunfähig. Die Banken und Staatschuldenkrise wird deshalb nicht gelöst, sondern von den skrupellosen Bankstern und ihren nützlichen Idioten für die eigenen Zwecke genutzt – solange es gutgeht.
Für das wirtschaftliche und letztlich auch politische Schicksal der Europäer wäre auch entscheidend, ob sie sich von den USA und den plutokratischen Intentionen der dortigen polit-ökonomische Herrscherklasse emanzipieren können. Dazu wäre in den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen unter anderem ein klares Nein zu einem Investitonsschutzabkommen notwendig, das den Profitinteressen amerikanischer Konzerne Vorrang vor den demokratischen Rechten der deutschen Bevölkerung einräumt.
Wohin die Reise gehen wird, die uns die Verwalter der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg aufzwingen, kann heute niemand seriös voraussagen. Sie wird aber vermutlich sehr turbulent werden, und ob die Demokratie bzw. das, was angesichts der Herrschaft der Wirtschaftslobbys von ihr noch übrig ist, überlebt, ist offen. Welche Gefahren drohen, hat die Geschichte der Deutschen vor fast hundert Jahren gezeigt. Auch damals erodierten die Mittelschichten in Europa und den USA genauso wie heute, auch damals erwiesen sich die Politiker als unfähig, ihrer Verantwortung für das Allgemeinwohl und die Zukunftssicherung von Gesellschaft und Staat nachzukommen. Es sieht nicht so aus, als hätten sie bis heute dazugelernt.
Kritische Beiträge zu solchen und anderen Themen unserer Zeit erscheinen unter dem Titel „Tacheles“ im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital.
Es scheint, als ob mit den gesammelten Beiträgen dieser Reihe unabsichtlich ein tiefgreifender, weltweiter kultureller Umbruch dokumentiert wird, bei dem die Menschheit – wenn sie sehr rasch sehr viel klüger wird – viel gewinnen kann. Wenn sie so weiter macht, wird sie aber mit sehr viel größerer Wahrscheinlichkeit alles verlieren, was sie bisher erarbeitet und erlitten hat.
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