(openPR) Die Wirtschaft steht an der Schwelle zur vierten industriellen Revolution, Industrie 4.0. Dies bedeutet die Vernetzung von eingebetteten IKT-Systemen, sogenannte Cyber-Physical-Systems (CPS). CPS verknüpft die reale und die virtuelle Welt, getrieben durch das Internet. Diese Vernetzung von Systemen und Anlagen bietet Unternehmen Chancen - und birgt aber auch große Risiken.
Doch die Unternehmen sehen viele Vorteile in der Möglichkeit Maschinen miteinander zu vernetzen. Die Produktion wird schneller und günstiger, die Prozesse lassen sich leichter überwachen.
„Industrie 4.0 ist ein Hype, der sich aber in einem langen Evolutionszyklus etablieren lässt“, erklärte Jochen Bechtold von Capgemini in einem Artikel des Handelsblatt (Ausgabe Nr. 108). „Initiativen im Bereich 4.0 haben derzeit noch Pilotcharakter und sind oft nicht zu Ende gedacht.“ Die Phase des Piloten ist aber auch schnell vorbei.
Mit Smart Home hält Industrie 4.0 Einzug in unser Privatleben und bedeutet die Vernetzung von Haustechnik und Haushaltsgeräten (z. B. Heizung, Lampen, Kühlschrank). In dessen Mittelpunkt steht eine Erhöhung von Wohn- und Lebensqualität sowie effizienter Energienutzung (automatisierbare Abläufe).
Die Gefahr: Sicherheitsaspekte werden bei der Vernetzung der Anlagen oft unterschätzt. Es gibt ein Spannungsverhältnis zwischen Funktion und Sicherheit und die Vernetzung als Funktionalität beeinflusst auch die IT-Sicherheit.
Im April 2013 gab es eine Sicherheitslücke beim Hersteller Vaillant. Über das Internet konnte man die hochmodernen Heizungsanlagen manipulieren und beispielsweise abschalten. Die Empfehlung des deutschen Herstellers war drastisch: „Vom Netz gehen“ bis der Techniker kommt und ein Update einspielt.
Mit jeder Datenübermittlung geben wir ein Teil von uns Preis. Es ist bequem, wenn beispielsweise der Wein, der Käse, die Wurst, etc. zu Ende geht und „automatisch“ nachbestellt wird. Andererseits, warum will der „Kunde“ keinen Rotwein mehr? Schwangerschaft? Warum verzichtet er auf einmal auf den guten und teuren Schinken? Arbeitslos?
Was macht der Empfänger mit diesen Daten? Wie wertet er aus und wie analysiert er? Und vor allem, was für Konsequenzen hat das für mich, dem Kunden? Erhöhte Versicherungsbeiträge? Erhöhte Darlehnszinsen? Schlechtes Rating?
Das Datenschutzrecht ist technisch und faktisch überholt, wir arbeiten seit 2001 mit einem Provisorium im Datenschutz. Es muss baldmöglichst modernisiert werden. Dabei sollte allerdings nicht nur der derzeitige „Stand der Dinge“ berücksichtigt werden. Wir sind schon fast über die Schwelle hinaus.











