(openPR) Oppenheim / Rhein (mxp) - Um es vorwegzunehmen, der Winter war in der Westhälfte nicht besonders kalt - wenngleich wir dies so empfunden haben. An der Station Frankfurt/Flughafen, die als repräsentativ für das Rhein-Main-Gebiet angesehen werden kann, war der Februar um 0,3 Grad zu kalt, nachdem der Dezember um 1,2 Grad zu warm und der Januar um 1,3 Grad zu kalt gewesen war. Damit fällt der gesamte Winter um etwa 0,1 Grad zu kalt aus. Das wissen die Meteorologen des privaten Wetterdienstes meteoXpress Ltd. zu berichten.
Die Sonne lag im Dezember im Soll, bot uns im Januar mit 71,7 Stunden sage und schreibe 175% des Erwartungswertes, traute sich im Februar allerdings mit 42 Stunden nur in 56% der sonst durchschnittlich gewohnten Zeit heraus.
Der Niederschlag erfüllte sein Soll mit 40 Litern im Dezember zu knapp 75%, im Januar mit nur 20,6 Litern lediglich zu 41% und im Februar mit 33,8 Litern zu 84,5%. Immerhin war der als Schnee gefallene Anteil des Niederschlags auch in den Tälern diesmal beachtlich - dieser Winter hat seinen Namen verdient.
Und der Winter ist noch längst nicht vorbei; möglicherweise will er gar nicht enden, so wie letztmals 1996, als uns Schnee und Frost bis in den April verfolgten. Die Anzeichen hierfür mehren sich.
Damals war nach zaghaften Frühlingsepisoden Ende März und zwischen dem 6. April und 10. April mit Werten zwischen 14 und 19 Grad der Winter Mitte April abermals zurückgekehrt und erst in der letzten Aprildekade gewichen.
Diese Daten beziehen sich auf den Referenz-Zeitraum des 30-jährigen Mittels von 1961-1990. Aktualisiert man diesen um 10 Jahre und zieht als Vergleich die Periode 1971-2000 heran, dann wird sofort deutlich, warum wir diesen Winter als kalt empfanden:
Die langjährigen Mittelwerte steigen durch diese Aktualisierung um etwa 0,8 Grad an, sodass es sich damit dann um einen um 0,9 Grad zu kalten Winter handelt. Und genau dies ist der Punkt. Im Zuge der in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts einsetzenden Erwärmung, die sich vor allem in einer wachsenden Anzahl immer wärmerer Winter und neuer Wärmerekorde in den Wintermonaten äußerte, nahmen "normale" oder gar zu kalte Winter drastisch ab. Die Regel wurde damit zur Ausnahme.
Die nun seit vier Jahren - mit Ausnahme des viel zu warmen Februars 2002 (dem zweitwärmsten seit den regelmäßigen Messungen) - andauernde Phase kälter werdender Winter, in denen sich die wärmebringenden Westwetterlagen immer seltener und kürzer einstellen können, lässt das Gefühl aufkommen, wir näherten uns der Eiszeit. Tatsächlich stellt sich lediglich eine gewisse Normalität ein. Und auf die vielen zu milden Winter können nun mal auch wieder einige zu kalte Winter folgen.
Daraus einen klaren Trend für die kommenden Jahre ablesen oder gar das Ende der Erwärmung ableiten zu wollen, wäre allerdings gewagt - um nicht zu sagen vermessen. Die Zeitreihen sind einfach zu kurz und Erfahrungs- und Vergleichswerte fehlen weithin. Zudem sind vier Jahre eine zu kurze Zeit, um Rückschlüsse zu ziehen.
Bis zum nächsten Mal,
Udo Baum, Meteorologe bei meteoXpress
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Herr Florian Hirschmann
meteoXpress Ltd.
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